Welches Motoröl

  • #42

    Hallo Stefan,

    ich möchte den # 25 von "Charly1950" (16.11.2020) nicht bewerten.

    Er bezieht sich auf eine Grafik im # 24, die auch sehr wenig Aussagekraft hat.

    Dein Beitrag verrät allerdings, dass du mit der Problematik "richtiges Motor-Öl" nicht vertraut bist.

    Ob ein Motor nach 5 Minuten bereits eine Öltemperatur von 90°C erreicht hat oder auch nicht, ist nebensächlich.

    Ich kenne keinen solchen Motor, der wie ein Ölkocher funktioniert.


    Ein Motor sollte bei 10°C Außentemperatur vollgasfest sein. Es sollte dies aber auch 32°C sein.

    Wie stark das Öl (Temperatur) belastet wird, hängt von vielen Faktoren ab:

    - Literleistung (PS/Hubraum);

    - Drehzahl und Anzahl der Zylinder;

    - Gesamtölmenge in der Wanne, Kühlfunktion der Wanne)

    - Kühlung (nur durch Motorkühlung, zusätzliche Ölkühler);

    - Außentemperatur;

    ______________________________________

    Das alles muss ein Entwickler eines Motors abstimmen.

    Motoröle haben einen Arbeitsbereich. Unterschreite oder Überschreite ich diesen Bereich, so wird der Motor zwar noch geschmiert.

    Diese Schmierung ist dann aber nur noch eine Notschmierung.

    ______________________________________

    Unser Motor (NC750) ist kein Hochleistungs-Motor. Er ist auch wenig für Vollgasfahrten auf der Autobahn geeignet.

    Deshalb kann man unbesorgt 10W30 und auch 10W40 einsetzen. Nur in Sibirien bei -20°C würde ich nachdenken.


    Reinhard

  • #43

    Wenn 10W-30 und 10W-40 zulässig sind nimmt man das Billigere mit mehr thermischen Reserven: 10W-40

    Auf meine Nachfrage nach der 1. Inspektion kam auch nur: "10W-40, gut und günstig."

    "Das Widerlegen von Schwachsinn erfordert eine Größenordnung mehr Energie als dessen Produktion."

    (Brandolinis Gesetz, auch Bullshit-Asymmetrie-Prinzip genannt)

    Einmal editiert, zuletzt von -BW- ()

  • #44

    Bis wir erfahren, unter welchen Bedingungen das wahr ist, zeige ich euch die untenstehende Aufzeichnung von über die OBD-Schnittstelle erreichbaren Meßwerten meiner Honda Integra RC89. Die Aufzeichnung zeigt eine Stunde Fahrt bei wechselnder Geschwindigkeit (Stadt und Stadtautobahn).


    Hier sind die beiden oberen Kurven interessant:

    Kanal 6, ECT (Kühlmitteltemperatur [°C]), 20°C/Teil, violett

    Kanal 5, EOT (Öltemperatur [°C]), 20°C/Teil, türkis


    Die gestrichelten Linien sind die jeweiligen Nullinien. Die Nullinien von Kühlmittel- und Öltemperatur liegen übereinander.


    Die übrigen Kurven zeigen die folgenden Größen:

    Kanal 1, v (Geschwindigkeit [km/h]), 20km/h/Teil, schwarz

    Kanal 2, n (Drehzahl [U/min]), 500U/min/Teil, blau

    Kanal 8, IAT (Ansauglufttemperatur [°C]), 20°C/Teil, grau


    Der Maßstab in x-Richtung ist 1min/Teil.


    Während die Kühlmitteltemperatur schon nach wenigen Minuten etwa 85°C erreicht (und dann das Thermostat öffnet), dauert es eine dreiviertel Stunde, bis die Öltemperatur bei knapp unter 90°C ihre Beharrung erreicht. Die angesaugte Luft hat anfangs eine Temperatur von 22°C, somit wissen wir auch etwas über die Umgebungstemperatur. Interessant finde ich die über lange Zeit große Differenz von Kühlmittel- und Öltemperatur.


    Gruß,

    Andreas (Andie)


  • #45

    Also volle Schmierfähigkeit des Öls bei ca. 70°C unter diesen Bedingungen erst nach rund 20 Minuten.
    Das hätte ich bei dem schnellen Anstieg der Kühlmitteltemperatur etwas früher erwartet. Da fehlt eindeutig ein Wärmetauscher.

    "Das Widerlegen von Schwachsinn erfordert eine Größenordnung mehr Energie als dessen Produktion."

    (Brandolinis Gesetz, auch Bullshit-Asymmetrie-Prinzip genannt)

  • #46

    Super :clap: echt klasse und dafür double Thumps-Up :handgestures-thumbupleft: und fettes Love-Like :love:


    Die über lange Zeit große Differenz von Kühlmittel- und Öltemperatur erkläre ich mir so, dass die Kühlflüssigkeit eben genau das tut was sie soll, die sehr heißen Teile des Motors (Zylinder) kühlen. Das Öl kommt mit den Zylindern wenig in Kontakt und ist hauptsächlich im Kurbelwellenbereich und Getriebe um dort zu schmieren. Erst im Laufe der Zeit erwärmt sich der gesamte Motorblock mit Getriebe und somit auch das Öl auf Betriebstemperatur.

    Grüße, Schwabenbiker

  • #47

    Honda empfiehlt für die NC das 10W30. Mein Händler nimmt nur dieses Öl bei einem Ölwechsel. Hat der Werkstattmeister mir jedenfalls gesagt.


    Warum sollte ich diese Vorgabe ignorieren?

    Four wheels move the body. Two wheels move the soul.

  • #49

    Einerseits gut, andererseits erreicht das Öl die für die volle Schmierfähigkeit nötige Temperatur dadurch unnötig spät.
    Ein Warmetauscher zwischen Kühlmittel und Öl war wohl leider nicht im Budget.

    "Das Widerlegen von Schwachsinn erfordert eine Größenordnung mehr Energie als dessen Produktion."

    (Brandolinis Gesetz, auch Bullshit-Asymmetrie-Prinzip genannt)

  • #50

    Hallo,


    - ich kenne keinen Motor (LKW, Bus, PKW, Motorrad), wo das Motoröl mit Wasser gekühlt wird.

    Die heutigen Mehrbereichsöle verrichten hevorragend ihren Dienst auch bei 20°C.

    10W30 ist einsetzbar von -30°C bis 30°C. 10W40 von -30°C bis 40°C (Es ist die Außentemperatur gemeint.


    Reinhard

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