Kettenpflege mit Kettenöler

  • #1

    Hallo,


    Ein gelernter Kfz-Mechaniker und leidenschaftlicher Motorradfahrer sagte mir:

    "Eigentlich brauchst du ja gar keine X-Ring-Kette weil du einen Kettenöler hast."

    Das höre ich zum ersten Mal. Was sagt ihr dazu?


    Lorenz

  • #2

    Mag ja sein das ich da falsch liege, aber gibt es überhaupt noch Motorradketten

    ohne X - Z oder O-Ring?


    Das höre ich auch zum ersten Mal. :think:

  • #3

    Ja, die gibt es noch.


    DID Standard Kette 520 NZ ohne X-Ring
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    Wenn mir jemand droht, er sei beleidigt, wenn ich nicht tue, was er will, wähle ich die Beleidigung.

    Peter Hohl


    Jemanden "Idiot" zu nennen, das ist häufig keine Beleidigung, sondern eher eine Diagnose.

    [Julian Tuwim


    Der Feige muss weniger Beleidigungen schlucken als der Ehrgeizige.

    Luc de Clapiers

    ;) :P ;)

  • #4

    Ich habe das so verstanden, dass, egal welche Ring - Variante man hat, die Ringe alle die selbe Funktion haben: Das von Werk aus eingefüllte Fett so lange wie möglich in den Rollen zu halten. Und dass die Reinigung und das Ölen der Kette, ob nun manuell oder über einen Kettenöler, nur den äußeren Teil der Kette betreffen.


    Falls das so zutrifft, kann ich der Aussage des Mechanikers aber nicht folgen. Bestimmt kann das hier jemand Erfahrenes erklären.

  • #5

    Metall auf Metall(u.a. Verbindung der Kettenglieder) und Kunststoff auf Metall hat die selbe Wirkung, abrieb, Fett oder Öl vermindert diesen erheblich und senkt die Temperatur..... wenn ein O oder X-Ring vorhanden ist, schützt es zusätzlich das eindringen von Fremdkörper, wie Sand, Wasser, Staub, etc....

    Wenn mir jemand droht, er sei beleidigt, wenn ich nicht tue, was er will, wähle ich die Beleidigung.

    Peter Hohl


    Jemanden "Idiot" zu nennen, das ist häufig keine Beleidigung, sondern eher eine Diagnose.

    [Julian Tuwim


    Der Feige muss weniger Beleidigungen schlucken als der Ehrgeizige.

    Luc de Clapiers

    ;) :P ;)

  • #6

    „Wo Öl auftaucht, verschwindet Fett“ ist ein Sprichwort, das häufig im Zusammenhang mit Schmierung und Reinigung verwendet wird. Ich benutze schon seit Jahren ausschließlich Fett und bin damit zufrieden.

    Geld muss rollen, am besten auf zwei Rädern :)

  • #8

    Hallo,

    ich habe mir meinen CLS-Kettenöler vom Erfinder/Hersteller selber einbauen lassen. In seiner Garage war da auch noch viel Zeit zum Schwatzen.

    Seine Erklärung:

    Eine O-Ring-Kette ist immer ausreichend geschmiert, weil das Schmiermittel in den Kettengliedern, da wo die Belastung am größten ist, nicht raus kann.
    ABER: Sind die Rollen völlig trocken, kommt es zu Reibung zwischen Rollen, Ritzel, Kettenrad. Reibung bedeutet Wärme. Und wenn das ganze System zu heiss wird, wird das Schmiermittel an Volumen zunehmen. Das kann nirgendwo hin, nur nach draussen. Dann wird es an die Felge geschleudert und ist Dreck. Aber es schmiert nicht mehr an den Stellen auf die es ankommt.

    Deshalb genügt beim Kettenöler auch ein praktisch unsichtbarer Film auf der Kette, auf den Rollen.

    Das is so wenig, dass davon praktisch nichts auf dem Motorrad landen wird. Mehr Öl befriedigt den Ölenden, hat aber keinen Effekt auf die Schmierung. Und schmutzt alles voll.

    Das bisschen Staub auf einer so geschmierten Kette ist ohne Bedeutung, wird beim nächsten Regen abgewaschen. So viel wie an einer richtig gut und reichlich gefetteten Kette ist da nie drauf.
    Merke: Der Kettenöler schmiert nur die Aussenseite der Rollen. Der Rest ist dauergeschmiert und darf nur nicht zu heiss werden.


    RT

    Zündapp KS50, Piaggio Boxer, BMW R75/5, MZ TS250/1, MZ ETZ250, BMW R90S, BMW R1100R, Yamaha-Majesty, Yamaha-FJR, Honda X-ADV

  • #9

    Na ja nicht ganz.

    Die Kette besteht aus drei "Schichten". Im Kern ist der Nierbolzen. Um den Nietbolzen ist eine Hülse und auf der Hülse befindet sich die Kettenrolle.
    Zwischen dem Bolzen und der Hülse ist die Fettfüllung, die durch die Dichtringe in der Kette gehalten wird. Das ist das innere Gelenk und das ist durch das Fett dauerhaft geschmiert, zumindest solange das Fett dort ist.
    Schmieren muss man die Kette, damit zwischen der Hülse und der Rolle Schmierstoff ist.

    Beim Einlaufen der Kette ins Zahnrad bleibt die Rolle im Zahnradtal stehen und die Hülse dreht sich beim Umlenken in der Rolle und um den Nietbolzen.
    Hat man zwischen Rollenunterseite und der Hülse keinen Schmierstoff reibt die Rolle auf der Hülse und das wird richtig heiß. Das Fett zwischen Bolzen und Hülse wird flüssig und dehnt sich dadurch aus. Das Fett drückt sich dann irgendwann am Dichtring vorbei. Der Dichtring überhitzt und bekommt Risse. Fett tritt aus, es kommt aber nichts mehr rein. Der Bolzen und die Hülse reiben sich zueinander auf und bekommen Spiel. Das ist die Kettenlängung.

    Ein Öler trägt das Öl als Faden am Kettenrad auf, der wiederum durch die Fliehkraft nach außen gedrückt wird. Das Öl wird genau in den Spalt zwischen Rolle und Innenlasche gedrückt. Das Öl zieht sich durch die Kapilarwirkung und durch die Bewegung der Hülse zur Rolle in den Zwischenraum von Rollenunterseite und Hülsenüberseite. Damit ist die Kette geschmiert. Das macht ein Öler sehr viel gleichmäßiger als man das mit der Hand kann.

  • #10

    Hobbit


    Upps, das ist aber Werbung in eigener Sache.

    Finde ich persönlich aber vollkommen in Ordnung und absolut legitim.

    Ich war auch eimal selbständig, heißt, klappern gehört zum Handwerk. :thumbup: ;)

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