Motorrad-Verkaufsportale _ Preisvorstellungen und wie sie auseinandergehen

  • #1

    Ich grüße euch,


    nein, ich will keine Diskussion über den Sinn von Motorrad-Ankaufsportalen starten. Ich möchte euch nur von meinen Erfahrungen mit einigen Plattformen (deren Namen ich hier allerdings nicht nennen werde, ich nenne sie nur "A", "B","C" und "D".) bei der Wertermittlung berichten.


    Ich denke, ihr kennt alle die Werbung mit Ralf S. und der mit ihm verbundenen Verkaufsplattform für Autos. So ähnlich funktioniert das System mit Motorräder auch.


    Im Vorstellungsthread hatte ich ja vor einiger Zeit geschrieben, dass ich von einer BMW zur NC zurückkehren möchte. Um mich über den aktuellen Wert meiner 900er XR zu informieren, habe ich die einschlägigen Plattformen informiert und anschließend bei vier Ankaufsportalen die Daten meines Mopeds hochgeladen.


    Gegeben sei: BMW F900XR (EZ 06/2023, Vollausstattung mit allen Paketen, ~ 8.200 km, ein von einer Fachwerkstatt reparierter Sturmschaden links, Tripple Black, HU 07/2027, scheckheftgepflegt, Preis bei Kauf: 14.250,- €). Das restliche Zubehör und die neuen Reifen sind „nice to know“, fließen aber nirgends in irgendeine Berechnung aufwertend ein.


    Bei einem Verkaufsportal liegen die Angebote derzeit bei knapp 10 k € aufwärts (pi mal Daumen, keine Gewähr).


    Hier die Angebote der Ankaufsportale:


    „A“: 7.517 € - Einschränkung: Moped wird nach Abholung begutachtet und anschließend könnte der Preis noch nach unten angepasst werden.


    „B“: 7.366 € - Barzahlung bei Abholung, keine Nachverhandlungen.


    „C“: 7.000 €, wenn ich das Moped abholen lassen / 7.150 €, wenn ich die XR zum Händler bringe und/oder 7.300 €, wenn ich ein neues Moped kaufe und die XR in Zahlung genommen wird.


    „D“: hat sich nicht gemeldet.


    Bitte nicht falsch verstehen, es geht mir hier nicht um eine Wertung der Ankaufsportale. Ich möchte nur aufzeigen, dass man deutlich weniger beim Verkauf über so ein Portal erwirtschaften wird als wenn man es privat verkauft. Jeder muss für sich entscheiden, ob die Vorteile der leichten Abwicklung den Nachteil des deutlich geringen Preises aufwiegt. Eine Differenz von 2.500 – 3.000 € ist für mich persönlich allerdings schon „heftig“.


    Eine Rückkehr für mich zur NC wird für mich vermutlich über eine Inzahlungnahme bei einem Händler mit hoffentlich deutlich besseren Konditionen laufen.


    DLzG

  • #3

    Nun sind da ja drei Unterschiede zweischen Deinen drei Angeboten Deine Maschine zu kaufen und den Verkaufsangeboten.
    Zum einen werden die Angebote in den Portalen vermutlich als schadensfrei eingestellt sein. Zum anderen sind das Verkaufspreise und zum dritten sind das erst mal Angebote.
    Ich vermute, dass man die Verkaufsangebote auch noch um 500€ drücken kann und wenn Du Dein Zubehör, sofern abbaubar wie Koffer usw. extra verkaufst, ist der reale Unterschied "nur" noch 2000€. Dann ziehe noch 1000€ für den Sturmschaden ab.
    Das sind jetzt alles Vermutungen meinerseits ohne wirklich Ahnung vom Thema Kauf/Verkauf zu haben.


    Ich drücke Dir die Daumen, je nachdem wie Du "deutlich" definierst, bin ich skeptisch.

    NC750X DCT (01/23)

    Spritmonitor.de

  • #4

    Wenn man Zeit hat und/oder ein nachgefragtes Modell anbietet, kann das Privatverkaufen funktionieren.

    Sonst kommt es schnell zu einem Stelldichein von Vollpfosten oder „was ist letzte Preis“ Idioten.

    Ich hab meine BMW beim FHH in Zahlung gegeben : Preis war ok und es gab keinen Ärger.

    Zum Zubehör : das wird oft allenfalls als nettes Gimmick angesehen und nicht als wertsteigernd.

    Es wurde schon alles gesagt - nur noch nicht von jedem !

  • #5

    Ich persönlich schaue mir auf den bekannten Verkaufsportalen die aufgerufenen Preise

    der zum Verkauf stehenden Fahrzeuge an und schaue ob sie verkauft wurden. Das mache

    ich um erst einmal eine ungefähre Preisvorstellung für mein Fahrzeug zu ermitteln.


    Dann wird der ermittelte Preis etwas höher angesetzt und diesen Preis setze ich als

    Verhandlungsbasis in mein Angebot.


    Und ganz wichtig, gute Fotos (das Auge isst mit) und ein aussagekräftiger Text. Bis jetzt bin

    ich damit immer sehr gut gefahren und habe überdurchschnittliche Preise erzielt.


    Ankaufsportale sind für mich persönlich uninteressant. Jeder Zwischenhandel geht auf meine

    Kosten, die wollen nur eins, möglichst günstig einkaufen und teuer verkaufen.

    Wie der Geschäftsmann immer sagt, im Einkauf liegt der Gewinn.


    Und die zweifelhaften Garantieversprechen dieser Portale, da habe ich bis jetzt nur Negatives

    drüber gehört.


    Wie soll das auch gehen, dahinter steht eine Logistik, der Fahrzeugwert muß ermittelt werden,

    das Fahrzeug gelagert und eventuell aufbereitet werden und und und. Das alles kostet Geld und

    im Endeffekt zahlst du all das durch einen niedrig angesetzten Ankaufspreis.

    Ich persönlich sage, Finger weg von Ankaufsportalen. Wer es sich leisten kann mal so eben je

    nach Fahrzeug durchaus ein paar tausend Euro zu verbrennen, jeder wie er mag.

    Einmal editiert, zuletzt von ThomasLIP ()

  • #6

    Wir haben jetzt den Integra verkauft. Angebotspreise gesichtet, bei Portalen/Händlern angefragt: mehr als 1500€ niedriger. Ist ja auch klar - die müssen auch Gewinn machen, Gewährleistung anbieten, aufarbeiten, etc. Aber diese Differenz ist einfach zu groß für das persönliche Wohlbefinden.


    Also lieber selbst angeboten zu den üblichen Preisen. Schnell kam eine Meldung, schlechtes Deutsch - klar, das geht nach Polen. So war es auch; ein Ankäufer in großem Stil, der umherfährt und einsammelt. Vor Ort noch 500 runter gehandelt, was ok war: es ging schnell (20min), problemlos, freundlich, das eigene Schmerzlimit war noch nicht erreicht und es gab immer noch mehr als bei den Portalen und von Angebotserstellung bis Abholung war das ohne großes Getue innerhalb von drei Tagen erledigt.


    Mein Fazit: ein bisschen mehr Arbeitsaufwand, ein bisschen mehr Gewinn. Wenn man beides nicht braucht, sind die Portale auch ok.

    Viele Grüße,

    Michael

  • #7

    Ärger kann es beim Privatverkauf aus meiner Erfahrung heraus eigentlich kaum geben.


    Eine Sachmängelhaftung ist hier ausgeschlossen und dies wird im Kaufvertrag festgehalten.

    Es sei den man verschweigt einen schweren, sicherheitstechnisch relevanten Mangel.


    Ganz wichtig ist hierbei das man einen richtigen Kaufvertrag vom ADAC oder ähnlichen

    hat und alles penibel einträgt. Hierbei ist es z.B. wichtig Datum und sogar die Uhrzeit der

    Übergabe einzutragen, zumindestens dann wenn er angemeldet und versichert übergeben

    wird.

    Die eigene Versicherung und die Zulassungsstelle sind unverzüglich davon in Kenntnis zu

    setzen!

    Dafür hat ein seriöser Kaufvertrag einen Extrateil, die sogenannte Veräusserungsanzeige

    in zweifacher Ausführung für Versicherung und Zulassungsstelle.

    Das geht heute ratzfatz per Internet, quasi in Echtzeit.

    Sollte jetzt etwas passieren seid ihr aus der Haftung raus und euch entstehen keine Nachteile.

    Es gelten das eingetragene Datum und Uhrzeit bei Übergabe!


    Der Käufer muss im Kaufvertrag darauf hingewiesen werde das er das Fahrzeug in 3 bis max.

    10 Tagen umgemeldet haben muß.

    Eine Überführung des Autos durch den Käufer auf eigene Verantwortung sollte im Vertrag

    festgehalten werden.


    Übrigens, sollte der Wagen nicht zeitnah umgemeldet und neu versichert werden bekommt

    der neue Besitzer Post und im Extremfall wird das Auto stillgelegt.


    Das sind nur Eckpunkte eines solchen Kaufvertrages die aber eben sehr wichtig sind.


    Ich bin mir übrigens bei den meisten Fahrzeugen sicher das ihr durch einen Privatverkauf

    mehr für euer Fahrzeug bekommt.

    Händler nehmen Fahrzeuge ab einem gewissen Alter ungern in Zahlung. Ihnen entstehen

    dadurch Kosten für Stellfläche, Verkaufsangebote, eventuelle Reinigung und viel schlimmer

    sie müssen eine gesetzliche Gewährleisung für das Fahrzeug geben und und und.


    Diese Kosten werden natürlich bei einer Inzahlungnahme mit eingepreist so das ihr wohl

    kaum soviel Geld bekommt wie auf dem freien Markt. Autohändler haben ein Kalkulations-

    grundlage, denn sie wollen und müssen ja Geld verdienen

    Erfahrungen dritter sind, Inzahlungnahmen sind meist ein Verlustgeschäft für den Kunden,

    solange es nicht um ein eher Hochpreisiges Neufahrzeug handelt wo die Kalkulation für den

    Händler noch aufgeht.


    Beispiel: Der Passat meiner Schwägerin, den habe ich letztes Jahr für 1.900Eur über Klein-

    anzeigen vekauft. Händlerangebote bei Inzahlungnahme 600 bis 800 Euro wobei das

    Fahrzeug wegen der Gewährleistung dann wohl in den Export gegangen wäre.


    Ich weiß nicht, aber schneller kann man sein Geld doch wohl nicht verdienen.

    Wer hat schon etwas zu verschenken. Da meckert man über die momentanen Spritpreise

    aber verschenk bei einer Inzahlungnahme gerade einmal zig Tankfüllungen, verrückte Welt.

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