Fahranfängerfrage: Überholt werden auf der eigenen Spur

  • #1

    Letztes Jahr habe ich nach über 20 Jahren nur Auto fahren wieder mit einem 125er Roller angefangen und bin dann auf die NC gewechselt. Meine Fahrkünste bewegen sich auf Anfängerniveau, ich fahre fast noch so defensiv wie als Fahrschüler und lerne die NC immer besser kennen.


    In der Stadt und auch in den umliegenden Dörfern kommt es immer wieder vor, dass herandüsende, filternde Fahrer mich auf meiner eigenen Fahrspur sehr dicht links überholen, die fahren teils wie die Henker.


    In der Fahrschule letztes Jahr wurde mir eingebläut, wie gefährlich nasse Gullideckel und weiße Fahrbahnmarkierungen sind und dass die auf jeden Fall zu umfahren sind. Am besten immer, also auch bei trockener Straße. Das bedeutet speziell in der Stadt eine permanente Slalomfahrt, bei Trockenheit halte ich mich da meist nicht mehr dran. Laut Fahrlehrer gehört meine Fahrspur komplett mir und ich kann mich darauf von rechts nach links bewegen wie ich will.


    Wenn ich nun lustig auf meiner Fahrspur hin und herschwenke weil ich Gullideckel umfahre und von hinten kommt einer angebraust, der mich auf meiner eigenen Spur überholen will, geht das so schnell, dass ich den gar nicht im Spiegel wahrnehme. Schwenke ich gerade nach links, während er neben mir ist, liegen wir beide auf der Nase. Ob ich dann im Recht war oder nicht bringt mir dann auch nicht viel.


    Erlebt ihr sowas auch regelmäßig und wie fährt man für sich selbst am sichersten? Zumindest bei Trockenheit immer rechts bleiben und alle Gullideckel mitnehmen? Die Fahrspur mittig zu nutzen davon hat mir mein Fahrlehrer abgeraten, weil einen die Autofahrer dann weder im linken noch im rechten Rückspiegel sehen.

  • #2

    Moin,

    ich fahre meist mittig bis Richtung Mittelstreifen, damit ich nicht auf der eigenen Spur von Autofahrern überholt werde.


    Das von dir beschriebene Überholen von rücksichtslosen Motorradfahrern kenne ich nur von der Landstraße. Innerorts wird hier viel geblitzt und die meisten fahren in der Ortschaft recht zivil.

    Wenn jemand hinter mir schneller ist, fahre ich nach rechts und winke vorbei.


    Damit fahre ich gut, aber für alle hirnlosen Biker reicht auch das nicht. In der Regel trifft man die Idioten, die so fahren am nächsten Bikertreff und kann sich dann überlegen, ob man konfrontativ werden möchte.


    Im Schadensfall wird der Überholende sicherlich beweisen müssen, dass es nicht seine Schuld war.

  • #4

    Ich kenne das nicht was du so schreibst. Ich fahre in der Mitte oder etwas Links in meiner Fahrspur.

    Allerdings solltest du die Angst von nassen Gullydeckeln und Farbahnmarkierungen verlieren. Immer wirst du sie nicht umschiffen können, was auch gar nicht nötig ist. Trocken ist es eh egal ;)

  • #5

    Erstmal danke das Du defensiv fährst - damit bist Du den angesprochenen Problemfahrern um Längen voraus. Die bleiben aber dauerhaft gefährlich, da können wir leider nichts dran ändern.


    Was Gullideckel und Markierungen angeht, hilft Dir das Wetter und die aktuelle Fahrsituation. Trockene Straße macht kaum Unterschiede, hast Du schon bemerkt - außer Du würdest wirklich über eine blanke Metallfläche in die Kurve fahren oder darauf beschleunigen. Im normalen Stadtverkehr fährt man da keinen Slalom, wozu auch. Du machst beim Geradeausfahren ja keine Burnouts, was sollte deine Bodenhaftung stören wenn Du über einen Gully oder eine Markierung fährst?


    Bei Regen ist es eher die Frage ob Du nur drüberrollst oder beschleunigst. Da bin ich bei großen Markierungen und besonders bei über Kreuzungen verlaufenden Straßenbahnschienen sehr vorsichtig.


    Wo ich fahre - ich halte mich links, rechts oder in der Mitte auf. Nur nicht dauerhaft, das macht Autofahrer nachlässig. Ich suchs mir aus wo es mir und meinem Bedürfnis nach Sichtbarkeit gerade passt. In Wohngegenden meist eher links um Dooring zu vermeiden.


    Zu den speziellen Kandidaten: Wie auf der Skipiste sind DIE dafür verantwortlich keinen Mist zu bauen. Wenn Du nicht ständig rumeierst werden die sich auch wagen an Dir vorbeizuziehen. Ich finds auch eklig weil man vielleicht bei einer roten Ampelphase auch mal mental am Blumenpflücken ist und dann kommt einer vorbeigezogen als wär schon grün.

  • #6

    Ich fahre in der Regel links in meiner Spur, dort, wo ich mich auch als Autofahrer befinden würde. Somit quetscht sich nicht wirklich einer durch - ich mache aber auch Platz und lasse einen durch, wenn er so kommt. Wenn Du länger fährst und sicherer wirst, hast Du auch viel mehr Deine ganze Umgebung im Blick und weißt auch, was sich hinter Dir abspielt - und somit wirst eher weniger überrascht werden von Deinem geschilderten Fall.

    Viele Grüße,

    Michael

  • #7

    Wie meine Vorredner, fahre ich auch fast immer mehr links in meiner Fahrspur. Bei starkem Wind, wenn mir ein LKW, Bus entgegenkommt wechsle ich kurz nach rechts, besser gesagt fast komplett rechts da es manchmal einen echt heftig durchpustet.

    Das umfahren der Gullideckel und der weißen Fahrbahnmarkierungen wird dir wie du schon sicherlich festgestellt hast nicht immer gelingen. Ich achte da bei Regen schon deutlich drauf, vor allem auf die weißen Fahrbahnmarkierungen. Wovor ich Bammel habe ist so Öl/Kühlwasser spuren auf der Fahrbahn.

    Das mit dem überholen in der eigenen Spur, habe ich noch nicht erlebt. Ich habe mir aber angewöhnt, wenn etwas hinter mir ist, immer ein Auge im Rückspiegel zu haben. Hat aber vllt. eher mit meiner langjährigen Berufstätigkeit "Busfahrer" zu tun, dass man diesen Blick schon so verinnerlicht hat, da ist Spiegelarbeit A und O.


    LG

    Arek✌️

  • #8

    Hallo Tobias,


    dass Gullideckel und Fahrbahnstreifen nicht der bevorzugte Fahrbahnbelag ist, ist korrekt - aber daraus muss man keine Religion machen. Bei Geradeausfahrt im trockenen ergeben sich hieraus keinen nennenswerten gefahren. Gullideckel umfahre ich noch am ehesten weil diese oft nach Fahrbahnerneuerungen Höhenunterschiede haben.

    Wenn man nicht am Limit fährt jucken Fahrbahnmarkierungen im trockenen recht wenig und im nassen auch nicht schlimmer als Kopfsteinpflaster. Ich kenne solche Slalomeinlagen vom Roller bei berüchtigten Schlaglochpisten oder wo Kanaldeckel nen wirklich fiesen Höhenversatz haben, aber hatte nie nen Grund mich darüber verrückt zu machen

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