Bürgerpflicht erfüllt / Pro Wahlpflicht

  • #1

    Servus!


    Vorab:
    Ich weiß, politische Themen werden nicht gerne gesehen ... selbst in einer Plauderecke nicht. Da ich aber keine Parteien ansprechen will oder konkrete politische Themen, hoffe ich trotzdem auf einen Meinungsaustausch mit jenen, die sich gern inhaltlich äußern möchten.


    Alle genervten können sich das Weiterlesen sparen ;)



    Zum Thema:
    Ich muss gestehen, ich war überrascht wie groß die Resonanz in meinem Wahllokal gewesen ist. Ich hatte befürchtet, nach all den Diskussionen der letzten Wochen, dass ich verwaiste Wahlkabinen und ausgestorbene Straßen vorfinden würde. Aber nein, war ganz schön was los. Ich hoffe, dass wir am Ende eine hohe Wahlbeteiligung haben werden!


    Was mich dazu bringt mir eine Wahlpflicht zu wünschen.


    Wer protestieren will, soll ganz einfach den Wahlzettel ungültig machen. Dann weiß man wenigstens nach Auswertung aller Stimmen wie groß der Anteil, die ihre Unzufriedenheit kundtun wollen, tatsächlich ist. Wer soll eine Stimme hören, wenn sie nicht abgegeben wird? Auf welche Art auch immer ... gültig oder ungültig.


    Darüber hinaus sollte es aber eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein zur Wahl zu gehen. Überall auf der Welt treten Menschen für dieses Recht ein. Landen in Gefängnissen und/oder Folterkellern oder lassen ihr Leben auf dem Weg freie Wahlen zu erreichen. Nicht zu vergessen wie steinig der Weg zu freien Wahlen in Deutschland und vielen anderen Ländern gewesen ist.


    Und hier stellt man sich hin und argumentiert "bestenfalls" noch damit, dass die Politik ja ohnehin nicht meine Interessen vertreten würde. Klar, am Ende ist jede nicht gegebene Stimme nur Wind in den Segeln all jener, die die Interessen einiger weniger vertreten. Mit anderen Worten, dieser Schuss muss zwangsweise nach hinten losgehen.


    Das eine Wahlpflicht funktionieren kann, zeigen jene Länder, in denen das sehr erfolgreich praktiziert wird.


    Also welches ist das größere Übel? Wahlpflicht oder Wahlverweigerer?


    Gruß
    Halla

  • #3

    Warum sollte sich damit jemand belästigt fühlen? Jeder sollte eine/seine Meinung haben. Die müssen ja nicht alle teilen.
    Wahlpflicht bringt nichts, wie willst du alle bestrafen welche nicht gehen? Die Frage ist doch warum viele nicht wählen gehen.
    1. Wer von z.B. von H4 lebt, den können doch alle Änderungen im Staat am A... vorbeigehen, für sie bleibt alles wie es ist.
    2. Wer festellt das alle Parteien nicht seine Interessen vertreten und er somit nur die Falschen wählen kann, was soll der tun?
    Wer natürlich viel zu verlieren hat, der wählt die seiner Meinung nach die Richtigen und geht auch hin.
    Gruß Pedex

  • #4

    ... mit anderen Worten:
    jedes Recht sollte gleichzeitig eine Pflicht dieses Recht wahrzunehmen implizieren?
    Und wenn es nicht wahrgenommen wird?
    Sollte die [Wahl-] Freiheit auch grundsätzlich aufgehoben werden? :think:

    Nette Grüße Ralf


    ... nur wer sich ausreichend hängen läßt, kann in Ruhe reifen! :)

  • #5


    Ganz einfach, zur Wahl gehen und den Wahlzettel Ungültig machen.
    Wenn die 30% Nichtwähler das konsequent machen würden, dann wäre es für die großen Parteien eben nicht mehr möglich irgendeine absolute Mehrheit zu bekommen.
    Erst dann werden sich die etablierten Parteien evtl. umstellen und Politik für das Volk machen.


    Deswegen fände ich eine Änderung des Wahlrechts in eine Wahlpflicht gar nicht so verkehrt.

    Gruß Micha :auto-sportbike: NC 700S Schwarz EZ 04/2013


  • #6

    Nun, die Frage ist ja, ist eine Regierung, die mit einer Wahlbeteiligung von vielleicht 50% gewählt wurde, überhaupt legitimiert zu regieren?


    Die anderen 50% haben schlicht keine Stimme und ihr "Protest" verläuft im Sande. Die einzigen die sich freuen sind die Lobbyisten. Da beißt sich also die Katze selbst in den Schwanz.


    Gäbe es auswertbare Stimmen, die keine Parteien wählen, aber zum Ausdruck bringen, dass sich der Wähler nicht in den jeweiligen Parteien und/oder deren Politik wiederfindet, wüssten die Parteien, dass sie es sind die sich bewegen, etwas ändern müssen.


    Nicht gegebene Stimmen könnten bspw. auch schlicht als Desinteresse oder Zufriedenheit gewertet werden. Es kann nur gerätselt werden, was die Nichtwähler überhaupt bewegt.


    Was die Umsetzung angeht, so kann man sich an Ländern wie Australien u.a. orientieren. Da klappt es merkwürdigerweise und die "Wahlfreiheit" wird dadurch nicht tangiert.


    Gruß
    Halla

  • #7


    Beispiel Australien: Wer dort nicht wählen geht, zahlt 15 Dollar Strafe. Das sei noch dazu gesagt.
    Ich könnte mit einer Wahlpflicht gut leben.

    "Wir essen jetzt, Opa."
    Kommata retten Leben...

  • #9

    Es gibt übrigens auch Menschen –ich nicht!- die aus religiösen Gründen nicht wählen gehen mögen.
    Ich finde, eine Demokratie sollte auch verkraften, wenn jemand nicht mitbestimmen, sich also aus allem raushalten möchte.
    Für mich ist eine Wahlpflicht ein Eingriff in meine persönliche Freiheit und damit eine Verletzung des Persönlichkeitsrechtes.
    Nicht mal in der DDR, die ja bekanntermaßen eine Diktatur gewesen ist, gab es eine Wahlpflicht.
    An dem Tag, an dem eine derartige Pflicht zum Gesetz erklärt wird, werde ich konsequent jeglicher Wahl fernbleiben und die damit verbundenen Konsequenzen auf mich nehmen, selbst wenn es letztendlich mit einer Gefängnisstrafe verbunden sein sollte.


    Es grüßt
    sin_moto
    (noch-Wähler..;-))

    smileys-0008.gif   auto-0405.gif   smileys-0008.gif

  • #10

    Hallo Halla,


    ich stimme Dir im Prinzip zu. Nur sehe ich in einer Wahlpflicht keinen Sinn. Freie Wahl bedeutet, dass man eben auch das Recht hat, frei entscheiden zu dürfen ob man wählt, oder nicht.


    Ich respektiere jeden, der nicht zur Wahl geht. Dafür missachte ich aber im Gegenzug jede politische Äußerung eines Nichtwählers. Denn wenn man seiner Pflicht nicht nachgekommen ist zu wählen, hat man nicht das Recht sich über die Politik zu beschweren. So einfach ist das. ;)


    Beste Grüße

    Nicht der Fahrer findet sein Motorrad, sondern das Motorrad seinen Fahrer.

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