Ich muss zugeben das ich da schon recht früh geprägt wurde und man mir
nachsagte das ich recht musikalisch sei und ein dementsprechendes Gehör habe.
Bis zum Stimmbruch "zwangen" mich gleich zwei Musiklehrer im Schulchor zu singen.
Mein Vater war recht stolz auf seine damalige HiFi-Anlage und immer wenn meine
Eltern nicht da waren habe ich die Anlage angeschmissen und "meine Musik" gehört.
Dabei wurde mir klar, da geht klanglich bestimmt noch mehr.
Von meinem ersten Lehrgeld wurde dann auch bald die erste Anlage gekauft und ein paar
Jahre später haben ich und zwei Freunde von mir uns oft in HiFi-Studios herumgetrieben
und wußten bald wie sich eine gute Anlage anhören sollte bzw. konnte.
Über die Jahre wurde da so einiges an Geld versenkt und 1985 habe ich noch ein weiteres
Hobby angefangen: Synthesizer, Drummachines, Sequenzersoftware etc.
Ich hatte ein komplett eingerichtetes Homerecording-Studio und habe selbst Stücke
arrangiert. War ne tolle Zeit, aber davon ist bis auf ein Masterkeyboard und Software nichts
mehr übrig da man das heutzutage alles per PC machen kann.
Wie du siehst bin ich da wohl nicht ganz der Otto-Normalkonsument. Das alles hat allerdings
über die Jahre mein Gehör geschult sodas ich klanglich recht gut die Spreu vom Weizen
trennen kann.
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NACHTRAG:
Ich habe deinen Nachtrag erst jetzt gelesen.
Kurz zur den damals gehypten Bose.
Genau das was du gesagt hast. Ein aufgeblähter weicher, unpräziser Bass der vieles vom
Musikgeschehen verdeckt.
Anfangs habe ich aber auch diese unnatürlich aufgeblähten, aber als warm empfundenen
Bässe geliebt.
Wie aber schon gesagt, durch die Studioerfahrung wurde mir erst klar wo der Unterschied
zwischen diesen und einem knochentrockenen und präzisen Bass liegt der nichts vom
sonstigen Musikgeschehen durch Nachschwingen etc. verdeckt.
Und nein, ich bin kein kompromissloser linear Hörer, das halte ich für Spinnerrei.
Fast jeder Lautsprecher und viele Verstärker haben einen gewissen Eigenklang und
oftmals einen "geschönten Bass".
Allein schon wo die Lautsprecher in einem Zimmer stehen, ob wandnah oder in den Ecken
oder ob sie mehr oder weniger auf den Hörplatz ausgerichtet sind und wie deren Abstrahl-
charakteristik ist, hört man am Hörplatz sowieso nie linear und wenn man Pech hat kommt dazu
noch ein wummernder überzogener Dröhnbass.
Hinzu kommen noch sogenannte Gruppenlaufzeiten und Phasendrehungen der Lautsprecher.
Und selbst wie stark die Einrichtung den Klang bedämpft bzw. den Nachhall verkürzt kann darüber
entscheiden ob ein Anlage überhaupt ihr Potential ausschöpfen kann oder ob sie nur nervt.
Garnicht so einfach das alles unter einen Hut zu bekommen.