Letzte Hilfe – Plädoyer für ein Sterben in Würde?

  • #11

    Moin!


    Ich bin auch ein großer Befürworter, wenn es um das "Sterben wollen" geht. Ich habe mit ansehen müssen, wie schnell es gehen kann... Eben noch am Waschtisch gestanden und zack... Schwerer Schlaganfall! Ja und leider keine Patientenverfügung am Start. 2 Jahre Schwerstpflege mit allem, was man nicht mal seinem ärgsten Feind wünscht...
    Seit dem Vorfall habe ich vorgesorgt. Ich möchte nicht bei vollem Bewusstsein mein Dasein fristen und mein "Leben" in fremden Händen wissen. So wie es bei o.g. Schilderung der Fall war...


    In memoriam - mein Vater


    Erlösende Grüße
    Boris

  • #12

    Ich pers. bin - als gottgläubiger Mensch - gegen eine aktive Sterbehilfe.
    "Du sollst nicht töten" schließt für mich jede aktive Handlung (auch Selbstmord) ein.
    Passive Sterbehilfe bzw. passives Sterben, also das Absetzen von Medikamenten, Maschinen, Zwangsernährung o.ä. ist legitim, denke ich. Ist aber wirklich ein schwieriges Thema...

  • #13

    Schwierig, Marcus, da haste recht. Ich finde aber, wenn jemand sterben will, weil er nur noch dahinvegetiert, sich nicht mehr richtig äussern kann, komplett auf fremde Hilfe angewiesen ist, Schmerzen hat, sich nicht mehr bewegen kann, usw. usw. usw.... sollte man ihn/sie gehen lassen, wenn er/sie es will. Eben genanntes plus diverse Diagnosen waren bei meinem Vater der Fall. Er hat aus Verzweifelung versucht sich mit einem Kissen zu ersticken. Hat aber nicht geklappt. Und da frage ich dich: Wenn man einem Tier eine Spritze geben kann, warum nicht auch einem Menschen? Weil Tiere per Gesetz eine Sache sind? Weil sonst ein Steuerzahler fehlt?
    Mir ist bewusst, dass es recht privat ist, was ich hier gerade schreibe, aber ich will damit auch ein bisschen Augen öffnen. Ich habe meinen Vater über zwei Jahre sterben sehen. Jeden Tag ein bisschen mehr. Mit den ganzen Diagnosen hätte man locker eine Buchstabensuppe vollbekommen... Bis letztlich ein Arzt im Krankenhaus ein Erbarmen mit ihm hatte und mit der Morphium-Dosis ausgerutscht ist... Ja, es war aktive Sterbehilfe und ja, wir waren dem Arzt dankbar, dass er ihn erlöst hat.


    Lieber ein Ende mit Schrecken-Grüße von
    Boris

  • #14

    also ich sag euch eins: Ich habe miterlebt wie sich meine Oma Stück für Stück selbst vergessen hat und ich habe ehrlich eine Scheiß Angst, dass es mir eines Tages auch so ergehen wird

    Begonnen am 3.3.2016 mit 532 Km ; 2212 ; 3653 28.06.16 ; 4193 1.7.2016 Auffahrunfall (mir hinten drauf) bei 5792KM am 21.7.16 Schwinge war verbogen, Tacho gabs unteranderem neu, aktueller Stand am 22.12.2016 10280

  • #15

    Meine Mutter hatte mit 76 Jahren einen Schlaganfall. Der Arzt meinte sie würde nur ein halbes Jahr überleben.
    Wir haben sie 11 Jahre gepflegt.
    Zuerst wurde es besser dann war es nur die Hölle für Sie und für uns.
    Ich wünsche das keinem.
    Leider liegt Schlaganfall bei uns in der Familie und ich hab höllische Angst davor auch so zu enden.
    Bisher hab ich noch keine Vereinbarung schriftlich festgehalten, wird Zeit.
    Gruß
    Hermann der leider auch schon 67 Ist.



    Gesendet von iPad mit Tapatalk

  • #16

    Wie ihr hier sehen könnt, hatte ich das Thema vor über sechs Jahren schon mal angesprochen (so komme ich unter anderem auf meine mehr als 5000 Beiträge...;)).

    Letztens dachte ich noch: Wenn die neue Regierung das aktuelle Drogengesetzt wirklich kippt, tut sich vielleicht auch hier mal was.

    Unter der Regentschaft der CDU wäre das natürlich schwer vorstellbar gewesen.

    Aber jetzt sind quasi die Karten neu gemischt.

    Wäre es nicht wünschenswert, dass man nicht erst nach Holland oder in die Schweiz muss, wenn man sich aus welchen Gründen auch immer dafür entschieden hat, "die Reißleine zu ziehen"?

    Wie denkt ihr darüber?


    Es grüßt

    sin_moto

  • #18

    Woher nimmt der Staat sich eigentlich das Recht drüber zu entscheiden ob ein Mensch wenn es ihm gesundheitlich schleckt aus eigenem Willen zu gehen.

    Irgendwann machen sie noch ein Gesetzt das Selbstmord mit Lebenslänglich bestraft wird.

    In den USA wahrscheinlich mit der Todesstrafe.


    Das Wesen freiheitlicher Politik bestehe darin mit der Unvollständigkeit zu leben!


  • #19

    Der Liebe Staat und die Regierung....

    Gesetze werden ja bekanntlich im Bundestag verabschiedet...


    Da unsere Politiker stark verflechtet sind mit den Unternehmen und Lobbyisten eine starkes Mitspracherecht haben, kann ich aus rein wirtschaftlichen Interesse verstehen, wenn Menschen so lange wie möglich künstlich am Leben erhalten werden.

    So wird ein wichtiger Wirtschaftsteil finanziert.

    Und wir wissen ja alle, dass Krankenhäuser oft AGs sind also ein Umsatzorientiertes Wirtschaftsunternehmen.

    Der Mensch als Ware.

    Erst soll der Mensch steuern zahlen, dann darf der Mensch sich einige Zeit im Ruhestand es sich gut gehen lassen.

    Und dann möge der Körper Mensch noch viele Jahre im Wachkoma verbringen und viel Geld einbringen...

    Wenn man so nicht enden möchte, sollte man eindeutig seinen Willen notoriel beglaubigen lassen und vor allem dafür sorgen, daß der letzte Wille beim Notar, beim Gericht und bei einen sehr guten Bekannten verweilt bis der Tag X Eintritt...


    Und hey, wenn man nicht mehr weiter weiß und dem Elend ein Ende setzen will...

    Es gibt viele Möglichkeiten die schnell und effektiv sind. Im Zweifel Luft in die Arterien spritzen...

  • #20

    Das war auch schon so als die meisten Krankenhäuser noch in öffentlicher Hand waren.

    Ganz so verbissen würde ich das nicht sehen.

    Würde es ehr unter Unwissenheit und Trägheit ablegen außerdem mischen die Kirchen da auch ordentlich mit.


    Die Ärzte haben natürlich Angst zur Rechenschaft gezogen zu werden weil die Gesetze nicht eindeutig bzw. sehr kompliziert sind und sie sind ihrem Eid verpflichtet jeden Menschen bis zum natürlichen Tot zu behandeln.


    Das Wesen freiheitlicher Politik bestehe darin mit der Unvollständigkeit zu leben!


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