Motorradfahren und seine positiven Nebenwirkungen

  • #1

    Wenn jemand zu euch sagt das Motorradfahren doch eine passive Angelegenheit

    sei und es ihm persönlich nichts bringen würde sollte sich der bzw. diejenige eventuell

    einmal das verlinkte Video zu Gemüte führen.


    Ich fand es ganz interessant und hat meinen Horizont erweitert.

    (Zu Risiken und Nebenwirkungen........)


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  • #2

    Na, man kann sich die Dinge auch schön reden.


    Den "flow" gestehe ich ja gerne noch zu. Aber wenn ich mir viele Motorradfahrer so anschaue - ich selbst in vielen Phasen auch: Da wird nichts ständig "ausbalanciert" oder aktiv mit Füßen und Ellbogen korrigiert. Oft sitzt man nur wie der Affe auf der Couch und lässt sich durch die Gegend fahren - und aktive Aufmerksamkeit zeigen auch nicht alle, eher "zoned out".


    Aber mal ernsthafter:

    Basis des Videos ist eine m.E. sehr problematische Studie, finanziert 2021 durch Harley-Davidson, zudem meines Wissens nicht repliziert.

    Die Studie bestand aus letztlich nur 42 qualifizierten Teilnehmern im Bewusstsein des Studienziels, ein Teil der Ergebnisse wurde nur durch nicht validierte Interviews erhoben, andere Ergebnisse erst Monate nach der Untersuchung (und das bei "experienced drivers"); die phyischen Tests bestanden in teils realitätsfernen Szenarien, wo man sich der speziellen Testsituation bewusst war, die Strecke besonders attraktiv gewählt war und wo die Fahrt nur ca. 20 Minuten dauerte; zudem gab sensorische Stimuli während der Fahrt.

    Außerdem schreibt 4ridersmag: "The aim was to scientifically demonstrate that riding a motorcycle on the road goes far beyond simple leisure or the pursuit of thrills; it is a real active therapy for the body and mind." Dieser Satz disqualifiziert die Studie von vornherein, vor allen Dingen bei diesem Drittmittelgeber.


    (PS: ich referenziere auch nur selektiv, das wird dem Charakter der "Studie" wohl gerecht ;) )


    Studie

    Bericht, 4ridersmag

    Harley-Davidson

    Viele Grüße,

    Michael

  • #3

    Auf jeden Fall ist Motorradfahren der Gesundheit zuträglich:

    Es bleibt kein Geld für Koks übrig.

    "Das Widerlegen von Schwachsinn erfordert eine Größenordnung mehr Energie als dessen Produktion."

    (Brandolinis Gesetz, auch Bullshit-Asymmetrie-Prinzip genannt)

  • #4

    O.K.

    Eine gesponsorte Studie wie diese, bei der das Ergebnis schon vordefiniert wurde,
    lässt natürlich Zweifel an deren Seriosität aufkommen. :?

    -------------------

    "Ziel war es, wissenschaftlich nachzuweisen, dass Motorradfahren auf der Straße weit

    mehr ist als bloße Freizeitbeschäftigung oder die Suche nach Nervenkitzel; es ist eine

    echte aktive Therapie für Körper und Geist"
    -------------------


    Aber ich denke die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte.

    Sicher ist, das wie bei anderen Aktivitäten auch, verschiedenste Hirnregionen stimuliert

    werden. Das dadurch unser Gehirn nicht so schnell "altert" ist schon längst bewiesen.


    Ich z.B. bin unter anderem hier im Forum aktiv um trotz meines Rentnerdaseins nicht

    komplett zu verblöden. Wenn ich manche Leute in meinem Alter reden höre und dabei

    feststelle wie geistig unflexibel sie sind.... ;(


    Für mich und wohl auch die meisten anderen hier ist das Motorradfahren positiv belegt.

    Und wer etwas tut an dem er Spaß hat und dies als Nebenwirkung auch noch positive Aus-

    wirkungen auf unseren "Denkapparat" und unsere motorischen Fähigkeiten hat...

    Das kann so falsch nicht sein. :)


    Mir ging es eigentlich nicht um die Studie an sich. Es ging mir hauptsächlich darum das

    man notorischen Motorradhassern, die es als nutzloses Spielzeug für Erwachsene ansehen

    und es konsequent ablehnen, diesen engstirnigen Mitmenschen positive Aspekte des

    Motorradfahrens aufzuzeigen.


    Das die Studie und deren Ergebnisse überzogen positiv dargestellt werden ist dabei schon

    fast nebensächlich.

    Einmal editiert, zuletzt von ThomasLIP ()

  • #5

    Motorradfahren entspannt, macht den Kopf frei, erleichtert innerstädtisches Parken ( manchmal), gibt einem ein gewisses Freiheitsgefühl im Gegensatz zum Autofahren und macht einfach glücklich.

    Dazu brauche auch keine Studie, dazu brauche ich nur ne Runde zu fahren ;)

    Ein Leben ohne Motorrad ist möglich, aber sinnlos... :)

  • #6

    Hallo,

    diesen Passus kann ich so voll und ganz unterschreiben !

    Ich hatte nach einem Apoplex (trotz hervorragender Reha) leichte Defizite in der Feinmotorik und der Konzentration.

    Seit dem ich wieder Motorrad fahre, hat sich das deutlich verbessert.

    Für mich ist Motorradfahren tatsächlich „therapeutisch wertvoll“…!


    Gruß Kalle

  • #7

    Die positive empfundenen Effekte des Motorradfahrens will ich auch gar nicht in Zweifel ziehen. Risiko-Nutzen-Bewertung ist bei jedem Fahrer und Nichtfahrer individuell unterschiedlich. Ich kann für mich auch Gewinn und Freude daraus ziehen.


    Wogegen ich mich wehre, ist der Schindluder, den man mit der Wissenschaft treibt. Nicht nur in der Erstellung der Studie, sondern auch in der journalistischen Aufarbeitung. Einen größeren Bärendienst kann man sachlichem, faktenorientierten Denken in der heutigen sowieso schon wissenschaftsskeptischen Zeit kaum erweisen.

    Viele Grüße,

    Michael

  • #8

    Opa-Kalle


    Dann bist auch du ein lebendes Beispiel dafür das Motorradfahren eine
    therapeutische Wirkung hat. :thumbup:

    Ich habe vor kurzem eine Bericht gesehen da kamen mir fast die "Tränen" ;(

    Immer mehr Jugendliche die nur noch ihr Smartphone bedienen und vor dem

    Computer sitzen haben starke motorische Defizite. Das zeigt sich vor allem im

    Schulsport. Einfach nur traurig!

    Aber es zeigt was dabei herauskommt wenn Hirnregionen unzureichend stimuliert

    werden. Deshalb "Moppedfahren" ;)

    ---------------


    Einen Bekannter von mir hat es vor Jahren absolut unerwartet und unvorhersehbar

    auch erwischt. Leichte halbseitige Lähmung und das Broca-Zentrum war betroffen.

    Er hat sich durchgebissen und fährt auch wieder Motorrad. Seine Aussage war ebenfalls

    das das Motorradfahren eine wirksame Therapie ist.

  • #9

    Mein Gott.


    Die bestätigen mit dieser Studie nur das was wir alle sowieso schon wussten.


    Das Motorradfahren ein Hobby ist.

    Jeder Mensch bettreibt sein Hobby um dabei dem "Alltag zu entfliehen" und einfach um zu entspannen.


    Das gelingt uns allen beim Motorrad fahren, anderen beim Ski fahren, wieder anderen beim Schwimmen, der nächste macht Triathlon, usw. usw. usw.


    Das Harley natürlich eine "verkaufsfördernde" Studie wollte....


    Tja, wer wills Ihnen verdenken nachdem die Verkaufszahlen von Harley beständig auf Talfahrt gehen.

    Existieren kann man überall, aber Leben.... Leben kann man nur in Bayern

  • #10

    Aha, Entspannt, soso. Gestern fuhr ich mit einem Arbeitskollegen eine runde, wir beiden über komm-system verbunden, Openmesh, sowas wie CB-Funk. Wir befuhren eine gut ausgebaute Landstraße, wenig Verkehr. Es knackte kurz, dann hörten wir beiden anderen stimmen, blieben selber stumm und lauschten den tollen ergüssen. Zwischendurch Ohrenbetäubender Motorenlärm, heißere Vierzylinder über den Funk. Dann tauchten im Rückspiegel drei Motorräder auf, hielten kaum Abstand zu uns, eine Bremsung und Knotenbildung.

    Jedenfalls war uns dann auch klar dass die das im Äther sind. Statt uns und die zwei PKW vor uns einfach zu überholen blieben die hinter und, kommentierten uns, rissen das Gas auf, Bremsten wieder stark und verbreiteten STRESS!

    Dann überholten sie. Aber nicht auf der freien Gegenfahrspur, sondern neben uns ,50cm seitl. Abstand zu uns, Gas voll und Lautstark auf, kein Blinker Ehrenwort.

    Wie jetzt, Motorradfahren entspannt?

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