Wie funktioniert die einstellbare Motorbremse bei modernen Motorrädern?

  • #1

    Eine Frage aus technischer Neugier:


    Früher hatten Motorräder keine Einstellmöglichkeiten.


    Die natürliche Motorbremse gab, je nach Drehzahl, eine bestimmte Bremskraft ab, die gegen den Antrieb arbeitet. Schalte ich zu stark runter, ist die Motorbremskraft größer als die Kraft, die das Hinterrad - Kette - Ritzel - Getriebe entgegensetzen können und das Hinterrad blockiert. Soweit komme ich mit.


    Bei modernen Motorrädern haben wir die Anti Hopping Kupplungen, die ein Blockieren des Hinterrades verhindern sowie die Möglichkeit, die Stärke der Motorbremse grundsätzlich nach Belieben einzustellen, wie es bei der NC möglich ist.


    Wenn das System komplett eingekoppelt ist (Motor - Kupplung - Kette usw. bis zum Hinterrad) kommen je nach Einstellung aber nicht 100% der Motorbremsleistung am Hinterrad an. Da die Kraft der Motorbremse je nach Drehzahl immer gleich ist (100%), muss die gewünschte Differenz (wenn ich z.B. 50% auswähle) irgendwo verpuffen. Doch wie genau wird das technisch realisiert?

  • #2

    Die Drosselklappen der Einspritzanlage, bei den NCs Einzahl, kann bei Dive by Wire ganz im Weg oder beliebig weit offen stehen. So hat es der Motor unterschiedlich schwer Luft anzusaugen und man kann das Motorbremsmoment exakt dosieren, wenn man möchte sogar drehzahlabhängig.

    "Das Widerlegen von Schwachsinn erfordert eine Größenordnung mehr Energie als dessen Produktion."

    (Brandolinis Gesetz, auch Bullshit-Asymmetrie-Prinzip genannt)

  • #3

    Ich kann jetzt nur meine Vermutung äußern: Per verschiedener Drosselklappen und bypass Einstellungen, welche den Druck regulieren.

    Dazu ggf. verschiedenen Cut Offs der Einspritzung, zb. einen Zylinder ganz abschalten, den anderen nicht ...


    Darüber ließe sich sicherlich vieles realisieren.

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  • #4


    Vielen Dank für die Erklärung!


    Das ist ja spannend, was mit Drive by Wire alles möglich ist. Mir war völlig unklar, wie das technisch umgesetzt wird.

  • #5

    Die ECU steuert Drosselklappe und Einspritzung. Du nur noch die Position des „so viel Gas hätte ich gerne“ Griffs in %%.

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  • #6

    Ich hab "Dive by Wire" geschrieben. :D


    Da geht noch viel mehr, automatisches Zwischengas beim Runterschalten z.B oder zusammen mit den Radsensoren fürs ABS Anti Hopping, Traktionskontrolle, ...

    "Das Widerlegen von Schwachsinn erfordert eine Größenordnung mehr Energie als dessen Produktion."

    (Brandolinis Gesetz, auch Bullshit-Asymmetrie-Prinzip genannt)

  • #7

    Was die Elektronik heute leistet und möglich macht, ist schon faszinierend. Vor allem wenn man bedenkt, dass Steuergeräte und die Technik ja alles in Sekundenbruchteilen umsetzen müssen.


    Zwischengas meine ich gibt die NC mit DCT beim Runterschalten auch, oder? Teilweise ist da aus dem Auspuff auch ein leichtes "Rötzeln" zu hören das entfernt und mit etwas Fantasie nach Fehlzündungen klingt.

  • #9

    Das macht vor allen Dingen die Africa Twin. Und demnach Wahrscheinlich auch die NT 1100. Wenn die in die ersten Gänge zurück gehen wäre sonst die Gefahr des Stempelns gegeben. Hab die AT ja in diversen Ausführungen gefahren und mit dem Drive by Wire wurde das Herunterschalten angenehmer.

    Allerdings empfand ich die Drive by Wire Modelle immer als nervig, wenn ich 30 fahren musste/wollte. Schieben, ziehen, schieben, ziehen. Das ging mit der ersten AT1000 deutlich besser.

    Da gab es dann halt auch mehr Spiel im Gasgriff.

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