Mel
Lautsprecherbau und Raumakustik sind alles andere als trivial. Meine FOCAL-ONYX waren
was das Gehäuse anbelangt zwar ein Eigenbau, aber nach exakten Bauvorlagen von Focal.
Ich meine die fertigen Gehäuse, ohne Chassis und Weiche, hätten damals in der preiswerteren
lackierten Version schon 1800 DM gekostet.
Da habe ich dann selbst Hand angelegt, eine Menge Geld gespart und sie nach meinen eigenen
Vorstellungen gestaltet (abgeschrägte Front, Sockelvorbau, ungebeiztes Mahagonifurnier etc.)
Lediglich die Fräsungen für die Chassis, damit diese bündig mit dem Gehäuse sind, habe ich
damals bei Klangbau in Bielefeld fräsen lassen.
War ne Menge Arbeit aber hat einen riesen Spaß gemacht.
Auch wenn es heute im Internet Programme für die Gehäuse und Weichenberechnung gibt und
man für jedes Chassis die zwingend benötigten "Thiele - Small Parameter" besitzt, bleibt es
schwierig einen vorhersehbar gut klingenden Lautsprecher mit dementsprechender Weiche zu
bauen.
Hier klafft immer wieder ein großer Spalt zwischen Theorie und Praxis.
Wenn man Spaß am Lautsprecherbau hat, sich aber nicht so gut auskennt, sollte man sich
möglichst an Bauvorschläge halten die z.B. in der Zeitschrift "Hobby-HIFI" oder ähnlichen vor-
gestellt werden.
Ja und Raumakustik? Ich habe über die Jahrzehnte immer wieder sündhaft teure Anlagen in Netz
etc. gesehen die auf Grund ihrer Aufstellung und des Raums in dem sie standen nicht ansatz-
weise ihr klangliches Potenzial unter Beweis stellen konnten.
Da werden hochwertige Lautsprecher einfach in Ecken gequetscht! Große Fensterflächen ohne
Vorhänge, Laminatfußböden, Lederpolstermöbel etc., also alles was Schall reflektiert und zu
aberwitzigen Laufzeiten führt, erstickt guten Klang im Keim. Das wird so nichts, schade ums
Geld.
Aber die Leute sind trotzdem meist stolz auf ihre "Highend Produkte" und schwärmen von deren
klanglichen Qualitäten, schade, Perlen vor die Säue.
Bei deiner Heimkinoanlage sieht es noch anders aus, ich vermute da hast du hauptsächlich den
Kampf gegen Raummoden und Phasenauslöschungen die zu Pegelerhöhungen bzw. Absenkungen
im Bassbereich führen, aufgenommen.
Das ist auch nicht ohne, aber halbwegs lösbar und die moderne Elektronik hilft einem heutzutage
dabei. Und da es sich gerade bei Filmen ja mehr um Effekte handelt und nicht um die saubere
Abbildung eines "Klangkörpers" kann man das schon so hinbiegen das man damit leben kann.
Wie ich schon schrieb, der HiFi-Keller meines damaligen Kumpels war nicht ohne, gerade was die
Moden anbelangte. Aber mit etwas Berechnung und Probiererei habe wir die Bässe in den Griff
bekommen.
Ich denke das wird schon.
Gruß, Thomas 