Beiträge von Windkante

    Zunächst einmal tut es mir wirklich für alle leid, die mit ihrer neuen NC nicht zurechtkommen und deswegen sehr schnell wieder wechseln wollen und werden. Ist sicher eine große Enttäuschung und ein flotter Umstieg macht den meisten wohl keinen Spaß. Persönlich würde ich der Sache immer nochmal etwas Zeit geben. Aber da ist eben jeder anders, was ja auch völlig legitim ist.


    Habe heute nach der Arbeit extra einen weiten Schlenker in den Donnersbergkreis gemacht. Dort gibt es schöne Strecken, aber auch einige Passagen mit ganz üblen Straßenschäden aller Art. Bin bewusst diese abgefahren und kann die schlechten Erfahrungen erneut nicht bestätigen. Das Fahrwerk ist solide, eher straff und sehr einfach beherrschbar, da es sich insgesamt neutral verhält. Schwungvolles, ermüdungsarmes Fahren ohne kritisches Fahrverhalten auch bei schlechten Straßenverhältnissen ist kein Problem. Wiege mit kompletter Montur etwa 85 bis 90 kg.


    Bessere Fahrwerke rollen natürlich feiner ab sind insgesamt noch präziser und federn harte Schläge noch eleganter ab. Aber für meine Ansprüche macht das die NC mit ihren eher simplen Komponenten wirklich gut.


    Hatte noch bei keinem Motorrad das Gefühl, dass mir die Kontrolle über den Lenker oder dessen Bedienelemente fehlt, auch nicht auf Kopfsteinpflaster. Den Impuls diesen festhalten zu müssen kenne ich auch nicht. Der Lenker liegt immer möglichst locker in den Händen - auch bei schlechten Straßen. Vielleicht ist irgendetwas defekt an den betreffenden Maschinen?


    Am Ende hängt wohl auch viel davon ab, wie man selbst tickt, welche Vorlieben man hat oder was man zuvor oder zusätzlich fährt. Meine letzte Maschine hatte vorne und hinten Öhlins. War eine schöne Sache, hat Spaß gemacht, aber für meine "Künste" war es überdimensioniert und nicht von Nöten. Andere schätzen weichere Abstimmungen oder längere Federwege. Manche sind zuvor RC90, AT oder ähnliches gefahren und finden deren Ausrichtung für sich persönlich einfach stimmiger. Wenn man das dann vermisst, dann ist die RH09 scheinbar einfach nicht das passende Zweirad. Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

    Bat-Bike Das tut mir leid, dass dich das Fahrwerk so enttäuscht. Kann deine Kritik aus eigener Erfahrung überhaupt nicht teilen. So unterschiedlich können Erfahrungen sein. Egal bei welchem Motorrad, hat der Reifen bei mir nicht selten einen deutlichen Unterschied im Fahrverhalten bewirkt. Welches Modell fährst du? Welchen Luftdruck? Klar kann man auch die Gabel optimieren, aber ich würde erst einmal am Anfang der Kette beginnen, also an Dingen, die bereits vorhanden sind. Alles andere dann on Top, wenn nötig oder gewünscht.


    Den Begriff Adventure kann man - wie in einem meiner vorherigen Romane hier zu lesen - immer diskutieren. Wer sich die Maschine anschaut, der gibt nicht mehr viel auf die Marketingtexte, auch wenn diese sogar die Straßennutzung hervorheben. Wenn das Motorrad dann aber für einen selbst so schlecht fahrbar ist, dann passt es wohl nicht zu den eigenen Anforderungen. Deswegen ist eine Probefahrt auf aussagekräftigem Gebiet ja so sinnvoll. Hoffe, dass sich für dich noch eine praktikable Lösung ergibt und viele andere diese Probleme nicht haben werden.


    Zum Thema Doppelscheibe und USD-Gabel: brauche ich persönlich beides nicht. Für mich passt das Fahrwerk und die Bremse eben so. Wer es unbedingt möchte, kann gerne zu einem Modell mit diesen Komponenten greifen. Aber auch hier gehen Wünsche und Meinungen wie so oft auseinander. Das ist ja auch völlig legitim. Man kann es leider nie jedem recht machen.


    Was sich Honda modellpolitisch dabei denkt, kann verschiedene Gründe haben. Wenn die Gabeln und Bremsanlagen eh im Regal liegen und sich das somit rechnet, warum nicht. Womöglich sind dem oft jungen 500er-Klientel diese Komponenten allein beim Auftritt schon wichtiger, als den vermutlich etwas älteren NC-Fahrern. Natürlich nur subjektive Spekulation. Gerade auch andere Länder haben gerne auch mal ganz unterschiedliche Sichtweisen, die mit dem deutschen Markt nicht so viele Schnittmengen haben. Unterm Strich verkauft Honda beide Modellreihen weltweit sehr gut, also wird das für den Hersteller so oder so schon passen. Für die Kunden wohl auch.

    Natürlich darfst du das Motorrad kritisieren (habe auch Punkte, die mir nicht gefallen)! 😉 Genauso wie man meine Aussagen - aber eben auch deine - kritisieren kann und darf. Sowas gehört zu einer guten Diskussion dazu. Freue mich, wenn andere angeregt mitdiskutieren. Einer Meinung muss man natürlich nicht sein. Nur weil man sich deiner nicht anschließt, heißt es eben nicht, dass man nicht kritikfähig wäre - egal ob man selbst oder das Motorrad Gegenstand der Diskussion ist.


    Zum Thema: Mir gefällt das Fahrwerk nach nun knapp 6.000 km und einigen schlechten Straßen durchaus. Bin tatsächlich verwundert, dass dies als eher mau bezeichnet wird. Dann sage ich das, genauso wie du es untauglich finden darfst.


    Wieviele Kilometer hast du die RH09 denn nun auf die Probe gestellt? Mich interessiert deine Einschätzung wirklich, da du Erfahrung auf schlechtem Untergrund bei flotter Fahrweise zu haben scheinst (keine Ironie!).


    Ja, "Motorrad für jede Fahrt" steht auch dort als Überschrift. Im folgenden Text wird es dann mit den Worten "Dieses Motorrad ist genauso perfekt für den Weg zur Arbeit wie für einen Wochenendausflug geeignet" umrissen. Oder: "Großstadtabenteuer und offene Straßen". Ja, es wird auch gesagt, dass sie "alles kann", aber eben stets im Kontext einer Straßenmaschine. Schotter und Waldweg ist da auch kein Problem. Mir zumindest ist es bei moderaten Geschwindigkeiten bereits gelungen. Gelang mir aber auch schon mit meiner Ducati SuperSport.


    Sie unter falschen Gesichtspunkten zu beleuchten ist nunmal falsch. Die eigene Fehlinterpretation dem Hersteler vorzuwerfen ebenso. Das darf man dann eben auch kritisieren. Sie wird nunmal nicht als Enduro - so deine Argumentation - oder explizit für schlechte Bedingungen angepriesen. Daher stelle ich mir die Frage, ob man die Interpretationen von anderen Diskussionsteilnehmern nicht ansprechen oder in Frage stellen darf.


    Du kannst es natürlich doof finden, dass sie auf schlechten Straßen nicht leistungsfähig genug für dich ist. Ihre Ausrichtung als Straßenbike kann man bedauern, klar. Aber es so darzustellen, als würde man etwas unter falschem Etikett erhalten ist nicht in Ordnung und darf ebenso in Frage gestellt werden. Genauso kann man auch mal akzeptieren, dass jemand mit seinem Produkt zufrieden ist, weil es seinen Ansprüchen genügt.


    Nachtrag: auf Geländetauglichkeit bin ich eingegangen, da du angeführt hast, dass Honda die NC als Enduro anpreisen würde. Enduros sind in meinen Augen fürs Gelände ausgelegt. Bitte korrigiere mich, wenn ich da falsch liege.

    Fährst du eine RH09 oder hast du sie zumindest schon mal getestet?


    Als "Enduro" - hier machen Details bzgl. der Wortgebung einen großen Unterschied - wird sie nicht beworben. Das wäre in der Tat vermessen. Sie wird in der (zu) breit gefächerten Klasse "Adventure" gelistet. Optik, Sitzposition, Ergonomie, 17"-Vorderrad, etc. entspricht auch einer sogenannten Reise(!)enduro der "17-Zoll-Klasse". Da kann man vortrefflich streiten, ob das Wort Enduro bei den Vertretern dieser Gattung überhaupt angebracht ist. Mit einer VFR1200X, V-Strom, Versys, etc. möchte man wohl eher nicht ins grobere Gelände.


    Adventure heißt aber nicht zwangsläufig, dass man besonders geländetauglich unterwegs ist. Es heißt eher, dass man damit "Abenteuer" erleben, also weite Strecken mit aufrechter Sitzosition, etwas Windschutz und bei Bedarf mit Gepäck hinter sich bringen kann. Abenteuer müssen nicht zwingend auf schlechtem Geläuf stattfinden. Wenn dann doch mal eine Schotterstraße kommt, geht man damit nicht gleich in die Knie, auch wenn man klar langsamer machen sollte, als mit einer CRF300, AT, etc. Die NC oder die anderen Vertreter mit ähnlichem Aufbau möchte man scheinbar nicht Tourer nennen, denn Adventure klingt für viele scheinbar attraktiver, weniger angestaubt und nicht nach Rentner-Image. Eben mehr nach Draufgänger.


    Denke Allrounder trifft es sehr gut und wird vielen auch fürs eigene Ego gefallen. Man lese mal den Marketingtext auf honda.de, dort wird auch dieser Begriff verwendet. Der NC wird ein breites Einsatzgebiet attestiert, ohne groß auf Gelände einzugehen oder gar das Wort Enduro zu verwenden. Zumindest ist mir das nicht ins Auge gefallen. Nur weil man Adventure liest und man damit Gelände oder Enduro verbindet, muss das noch lange nicht damit impliziert sein.


    Da es das Segment Allrounder ja nicht gibt, ist die breite Spannweite im Adventure-Segment eben für manche irreführend. Noch mehr der Name Reise'enduro'. Daher würde ich als Hersteller ganz klar folgend einordnen: Enduros (CRF300), Reiseenduros (Africa Twin, etc.) und Allrounder (NC, Tracer, etc.). Trotzdem ist bei der NC die Sparte Adventure nicht gänzlich falsch, sie bewegt sich dort eben nur im untersten Bereich der Skala. So meine Interpretation, die man gerne auch als völlig daneben ansehen darf. Für mich ist dies aber durchaus schlüssig.


    Am Ende ist es eh nur Marketinggeschwafel, dazu gehört auch die Einordnung in ein Segment. Man verkauft eben mit einem spannend klingenden Image besser. Wichtig ist nur, dass der Kunde nichts falsches erwartet. Selbst die RC90 mit ihren größeren Federwegen ist sicher nicht für groberes Gelände ausgelegt. Trotzdem kann man mit ihr Abenteuer erleben. Wer aber Gelände wünscht, kauft falsch. Der sollte eine Enduro kaufen. Leichter, deutlich mehr Federweg, 21" vorne, etc. Sorry für die lange Abhandlung.

    Ja, ich habe das Zitat "in Stress" bewusst mal überspitzt gekontert. Wenn man Stress hat, passieren schneller Fehler. Man behält nicht die komplette Kontrolle, man reagiert eher falsch, man ist nicht zuverlässig bei der Sache. Das sehe ich bei der NC einfach nicht. Ist aber auch meine subjektive Einschätzung und das darf natürlich jeder anders sehen. Ebenso meine Wortwahl darf man gerne als übertrieben ansehen - ich finde die Formulierung "in Stress" ja ebenso übertrieben. Die NC ist nicht fehlerfrei, gerade beim Fahrwerk natürlich auf der simplen Seite. Es ist mein 9. und insgesamt komfortabelstes Motorrad. Daher finde ich eine so durchschnittliche Bewertung nicht argumentierbar und es rückt diesen guten Allrounder in ein völlig falsche Licht. Ist auch immer die Frage, wie man Komfort definiert. Aber ich wiederhole mich - alles subjektiv. Der Tester, dem ich am meisten Vertraue bin ich selbst. Nicht mehr, nicht weniger möchte ich sagen. 😉👍

    Deswegen kauft sich jeder am besten das Motorrad, welches zu seinen Ansprüchen passt. Das Fahrwerk der NC ist absolut solide und ganz sicher nicht gefährlich. Die richtig schnellen Leute greifen zu einem anderen Moped. Das heißt nicht, dass man nicht auch mit der 21er ausreichend flott um die Kurven wedeln kann. Die Ausrichtung im Vergleich zur RC90 zielt eben umso mehr auf die entspannte Runde auf der Straße. Für groberes Terrain gibt es deutlich besseres, auch im Vergleich zur RC90.