Ich denke, das hat was mit Erwartungen zu tun.
Honda steht nun mal für Technik, die funktioniert. In den sechziger Jahren hat in Europa niemand geglaubt dass ein Motorrad wie die 450er Honda "Black Bomber" oder später die CB 750 dauerhaft funktionieren kann. So hohe Drehzahlen.... Honda hat bewiesen dass es geht. Das blieb in den Köpfen hängen.
Und jetzt? Bei einem Brot-und-Buttermopped Rückrufe über Rückrufe, teils wegen Kinkerlitzchen wie dem Schloß vom Handschuhfach. Da kann man schon mal zweifeln was da eigentlich los ist bei Big Red.
Ich finde, sorry, viele Modelle von Honda inzwischen unnötig "verkopft" - da gibt es immer mehr Antworten auf Fragen die niemand gestellt hat. VFR 800, Crossrunner: warum einen unglaublich aufwändigen V4 mit variabler Ventilsteuerung einbauen mit naja mittelmäßiger Leistung und seltsamer Leistungsentfaltung? Honda sagt: "weil wir es können". Danke schön.
VFR 1200, Crossourer: auch Beispiele für Motorräder die an allen Bedürfnissen vorbei entwickelt wurden. So schwer braucht doch kein Sporttourer zu sein? Statt die CB 1300 (die für mich alle klassischen Honda-Tugenden verkörperte) weiterzuentwickeln wurde die eingestampft. Kein Ersatz oder Nachfolger in Sicht.
Mal sehen was bleibt (oder nachkommt) wenn der Hype um die Africa Twin verebbt. Unsere NCs bleiben weil sie etwas bieten was so niemand anders hat. Und für mich gibt es eben keine neue Honda, sondern eine Z 1000 SX. Altmodisch, simpel, spaßig, und ohne übertriebene Gimmicks.
ps: zum Thema 'fast mängelfrei': unser freundlicher Hondamann hat bei der 700er schon (neben den Rückrufen) einen Tacho und eine Wasserpumpe auf Garantie erneuert, bei <5000km. Kann passieren, aber so richtig gut sind die neuen Hondas nicht mehr.
Zu meiner CB 1100 die ich nach weniger als einem Jahr wegen Rostbefalls wieder abgegeben habe will ich lieber gar nichts schreiben...