Kette spannen wenn ein anderes z.B weicheres Federbein verbaut wurde.

  • #1

    Heute habe ich wieder einmal die Kette gespannt. Eigentlich keine Weltraumtechnik.


    Dann fiel mir allerdings ein das ich einmal berichten wollte worauf man achten muss wenn man

    wie ich ein weicheres, komfortableres Federbein verbaut hat welches auf mein niedriges Körper-

    gewicht abgestimmt ist.


    Bei meinem Sachs Federbein liegt die Federrate bei ca. 100N/mm während die Original-Federn

    härter sind und je nach Modell zwischen 145 und 155N/mm liegen.


    Jetzt steht im Handbuch meiner RC88 das der Kettendurchhang zwischen 25 und 35mm liegen

    soll. Auf der Schwinge ist der Durchhang mit 30mm angegeben.


    Laut Anleitung soll man die NC zum Kettespannen auf den Seitenständer stellen und dann den

    Durchhang messen.


    Und da liegt der Hase im Pfeffer.

    Bei einer weicheren Feder muss die N1-Lage (NC steht unbelastet auf beiden Rädern) hinten höher

    sein, die Schwinge steht also in N1-Lage schräger nach unten und der Sattel ist höher wie normal.

    Würde man das nicht machen würde sie mit der weicheren Feder in der N2-Lage, also mit Fahrer

    zu stark einfedern und hinten zu tief liegen.


    Ich habe als ich die Feder eingebaut habe testweise den Kettendurchhang auf die von Honda minimal

    empfohlenen 25mm eingestellt. Dann hat sich mein Bruder, der schwerer ist wie ich, auf die NC

    gesetzt und diese langsam belastet.


    Wie schon zu ahnen war, KATASTROPHE! :angry-tappingfoot:

    Die Kette war komplett stramm obwohl die NC noch nicht komplett durchgefedert war und das Getriebe-

    ausgangslager noch höher war wie das Radlager.

    Die volle Kettenstreckung wird ja erst erreicht wenn die Mittelpunkte von Kettenrad und Ritzel auf einer

    Horizontalen liegen.


    Durch schrittweises erhöhen des Kettendurchhangs habe ich dann ermittelt das die Kette beim
    Spannen auf dem Seitenständer einen Mindestdurchhang von 35mm benötigt ohne das die Kette beim

    Einfedern zu stramm wird.


    Hätte ich mich einfach auf die Angabe von minimal 25mm bzw. auf die auf der Schwinge angegebenen

    30mm verlassen wäre die Kette bei jedem stärkeren Einfedern zu stramm geworden.

    Das schadet der Kette, dem Ritzel und Kettenrad, dem Getriebeausgangslager sowie dem linken Radlager

    etc.

    GARNICHT GUT. :angry-tappingfoot:


    Wer also ein weicheres Federbein verbaut, wobei die NC dann hinten angehoben werden muss damit

    sie im Fahrbetrieb hinten nicht zu tief liegt sollte auf jeden Fall den Kettendurchhang bei starker Beladung

    bzw. beim starkem Durchfedern im Auge behalten und diesen so stark vergrößern das die Kette egal in

    welchem Belastungs und Fahrzustand nicht zu stramm wird.


    War doch wieder einmal ganz einfach. ;)

  • #2

    Das wäre Zufall. Die größte Kettenlänge wird benötigt, wenn die Mittelpunkte von Ritzel, Schwingenachse und Kettenrad auf derselben Geraden liegen.

    Einmal editiert, zuletzt von Andreas () aus folgendem Grund: Edit: Formatierung

  • #3

    Andreas


    O.k. du hast nicht ganz unrecht, aber ich habe schon so viel geschrieben

    um es verständlich zu machen. Das jetzt noch genauestens zu erklären? :?


    Aber ich habe mir schon gedacht, irgendeinem wird es auffallen. :thumbup:

    Alles gut.


    Ich kann es leider nicht genau erkennen ohne viel abzubauen, aber ich habe

    einmal grob drübergepeilt und würde sagen das das Schwingenlager in etwa

    auf Höhe der Getriebeausgangswelle liegt.

    Die Längung ist ja nicht linear und je näher die Schwinge einer gedachten

    Horizontalen kommt je kleiner wir die Längung pro Winkelgrad.


    Wichtig war mir nur das die Leute sich nicht ihre Lager und Kette ruinieren

    wenn sie ein, wie in meinem Fall weicheres Federbein verbauen.

    Einmal editiert, zuletzt von ThomasLIP ()

  • #4

    Nein, muss sie nicht!


    Grundsätzlich wird N0 - N1 bei weicherer Feder erstmal größer. Auch N0 - N2 wird natürlich größer.

    Was aber viel wichtiger ist:

    N1 - N2 wird größer, was man mit der weicheren Feder (hoffentlich) auch erreichen wollte.


    Musst du nun die Vorspannung erhöhen, damit N0 - N2 auf den für dein Gewicht korrekten Wert reduziert wird und gleichzeitig(!) wird N0 - N1 geringer als mit der härteren Feder, dann ist deine verwendete Feder zu weich.

    Nur dann steht die Schwinge trotz weicherer Feder ohne Fahrergewicht steiler!

    "Das Widerlegen von Schwachsinn erfordert eine Größenordnung mehr Energie als dessen Produktion."

    (Brandolinis Gesetz, auch Bullshit-Asymmetrie-Prinzip genannt)

  • #5

    -BW-


    Ich will mich nicht mit dir streiten!

    Was du schreibst ist ja nicht falsch.


    Und ja, meine Feder mit ca. 100N/mm ist schon recht weich.

    Ich hatte mir zum testen noch eine mit 120N/mm besorgt die mir aber bei meinem

    Körpergewicht schon wieder etwas zu straff war aber bei der mir auch schon die

    zu stramme Kette auffiel!


    Also habe ich wieder die 100ter verbaut.

    Der Fahrkomfort ist durch das anscheinend sensibler ansprechende Sachs Federbein

    in Kombination mit der 100ter Feder und durch die richtige Einstellung der

    Zugstufe um Welten besser wie mit dem Originalfederbein ohne das ich jetzt ein

    unsicheres Schaukelpferd habe. Po und Rücken danken es mir, gerade wenn ich

    mal auf Schlaglochpisten unterwegs bin.


    Ich habe das Heck bei der 100ter Feder angehoben damit der Lenkkopfwinkel sowie

    der Nachlauf bei N2 nicht größer werden sondern bei Geradeausfahrt ungefähr dem

    entsprechen was Honda für die NC vorgesehen hat.

    Ich gehe davon aus das dir die Auswirkungen eines größeren Lenkkopfwinkel und des

    daraus resultierenden größeren Nachlaufs bekannt sind. Nichts dramatisches, aber

    muss ja nicht sein.


    Aber egal, wer eine weichere Feder verbaut, die NC unterschiedlich stark belädt,

    Solo, mit Sozius und eventuell auch mit Gepäck unterwegs ist, aber die Vorspannung

    nicht jedes mal ändern will bzw. möchte, wird das Heck wohl anheben müssen damit der

    Arsch nicht zu stak durchhängt. Und daraus ergibt sich die angesprochene Problematik

    bei zu geringem Kettendurchhang.


    Unter den Voraussetzungen muss man aus meiner praktischen Erfahrung heraus den

    Kettendurchhang erhöhen. Wenn man wie Honda empfiehlt, den Kettendurchhang auf dem

    Seitenständer überprüft bzw. einstellt reichen die bei der RC88 empfohlenen 25 bzw. 30mm

    einfach nicht aus!

    Es müssen bei einer RC88 bei der man ein Federbein mit ähnlichen Werten verbaut ca.

    35mm Durchhang sein.

    Wer das bei angehobenem Heck in Verbindung mit einer weicheren Feder nicht macht

    wird sich die Kette sowie Lager etc. ruinieren.


    Darauf wollte ich eigentlich nur hinweisen.

  • #6

    Du beschreibst halt den Spezialfall einer zu weichen Feder, bei der die Fahrlage mit zu viel Vorspannung wieder korrekt eingestellt wird. Da steht die Schwinge dann natürlich steiler als vorher.

    Grundsätzlich ist es aber so, dass mit einer weicheren - aber nicht zu weichen - Feder die Schwinge sogar flacher steht und es gar kein Problem mit der Kettenspannung bzw. einer zu straff gespannten Kette gibt.


    Darauf wollte ich eigentlich nur hinweisen.


    PS: Ein ähnliches "Problem" habe ich auch, allerdings durch eine Heckhöherlegung. Lenkkopfwinkel, Nachlauf ... du weißt schon. ;)

    "Das Widerlegen von Schwachsinn erfordert eine Größenordnung mehr Energie als dessen Produktion."

    (Brandolinis Gesetz, auch Bullshit-Asymmetrie-Prinzip genannt)

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