Kettenwechsel (entgegen der Lehre)

  • #81

    @ alle

    Geschlagen worden mit der Brechstange "Verbrenner Fossil" ab 2024 ... von einem Kinderbuchautor ... Nee,


    Zurück zum Thema ,

    selber machen in aller Ehre und lernt auch dabei. Nur braucht es Zeit , den Ort dafür und Werkzeug ...

    Da gibt es hier in Berlin ,

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    Für Leute mit schmalem Taler auch machbar.

    Da lasse ich machen .

    Wir haben das große Glück , das wir in genau jenem erdgeschichtlichen unfassbar kurzem Zeitraum leben , in dem es uns vergönnt ist , Verbrennungskraftmotoren zu benutzen.
    ( M. Perscheid)

    5 Mal editiert, zuletzt von Fritz ()

  • #82

    Damit ihr nicht meint hier passiert nichts mehr ein kurzer Zwischenbericht.


    Heute habe ich das feuchte Wetter genutzt und die 48.000-er Inspektion selber gemacht. Dabei habe ich auch den Kettendurchhang überprüft, dieser liegt derzeit zwischen 30 und 35 mm. D. h. seit dem letzten nachstellen des Kettendurchhanges vor 7.617 km hat sich dieser um 5 mm erhöht. Wenn er sich weiter erhöht dann wird wieder nachgestellt.


    Die gesamt Laufleistung der neuen Kette liegt damit bei 20.569 km und die Längung ist immer noch recht gleichmäßig. Das vordere Kettenritzel zeigt deutliche Verformung der Zähne, leider habe ich kein Foto davon gemacht. Aus diesem Grunde werde ich wahrscheinlich beim nächsten Reifenwechsel einen neuen Kettensatz montieren. Bis dahin hoffe ich mit den jetzigen Reifen noch um die 4.000 km fahren zu können.

    Gruß Winni

  • #83

    Das passt gerade zum Thema:


    Ich habe heute nach einer Laufleistung von 20.500km (10tkm sind von mir) den Kettensatz gewechselt. Es ist eine DID 520 VX3 Kette geworden, endlos. Eigentlich nur aus dem Grund, da mein Kettenwerkzeug beim letzten Einsatz fast die Grätsche gemacht hat beim vernieten und auch weil ich mir die Schwingenlager ansehen und die Radlager checken wollte. Soweit war alles okay, den Stoßdämpfer hab ich gleich mit raus gemacht und einer Reinigung unterzogen.

    Die Schwinge ging gut raus zu bauen, bei der Gelegenheit gleich die Lager neu gefettet. Ich wusste garnicht dass auf der rechten Seite noch ein Kugellager zusätzlich in der Schwinge sitzt. Jetzt ist alles wieder frisch, hoffe es hält wieder lange durch. Beim rückwärts schieben hatte die Kette schon ordentlich geklackert, Verschleiß war aber auf den ersten Blick nur geringfügig...

  • #84

    Hallo aus Lemgo,


    danke für deinen Zwischenbericht.


    Ich denke das meine und deine Vermutung, das man nicht jedesmal den kompletten Satz

    tauschen muß, schon jetzt bestätigt ist.

    Ich bin bei meiner Vorausschau von ca. 20 tKm ausgegangen die du jetzt schon erreicht hast.

    Da du Allwetterfahrer bist, auch noch unter erschwerten Bedingungen!

    Das das Ritzel das erste Opfer wird war zu erwarten.

    Ich würde mich freuen wenn du bei Gelegenheit oder beim nächsten Reifenwechsel bzw.

    Kettensatzwechsel noch ein Foto davon machst und uns noch einmal kurz berichtest.


    Es freut mich das du am Ball geblieben bist. :thumbup: :)


    Gruß aus Lemgo, Thomas

  • #85

    Hallo Thomas,


    wenn ich den Kettensatz runter schmeiße mache ich Fotos.


    Die Reifen haben noch zwischen 2,5 und 3,0 mm Profil so dass ich damit noch eine Weile fahren kann. Und wenn die abgefahren sind wechsle ich den Kettensatz.


    So ist der Plan.

    Gruß Winni

  • #86

    Gestern war mir der Kettendurchhang doch etwas zu groß und ich habe ihn bei km-Stand 50.064 korrigiert, er beträgt nun zwischen 25 und 30 mm. Die Kette ist immer noch gleichmäßig gelängt, lässt sich kaum vom hinteren Kettenrad abheben und hat keine steifen Kettenglieder. Das Clip-Schloss ist, wie von mir auch erwartet, in einwandfreiem Zustand.


    Seit dem letzten nachstellen des Kettendurchhanges hat die Kette 9.677 km gelaufen, insgesamt liegt die Laufleistung nun bei 22.629 km.


    Da die Reifen noch zwischen 2,0 und 2,5 mm Profiltiefe aufweisen wird die Kette noch ein paar mehr Kilometer draufbleiben.


    Gruß Winni

  • #87

    ES IST VOLLBRACHT!!! Ich habe den Kettensatz aufs Altenteil geschickt.


    Die erste, originale Kette hat 27.435 km gelaufen. Die zweite Kette, eine DID520VX3, hat es auf 26.655 km gebracht. Da Kettenritzel und Kettenrad nicht gewechselt worden sind haben diese eine Laufleistung von 54.090 km erreicht.


    Der zweiten Kette haben die gut eingelaufenen Kettenräder anscheinend nicht geschadet, die erreichte Laufleistung ist für mich vollkommen in Ordnung. Die Kette habe ich insgesamt um 7/6 Umdrehungen der Einstellmutter am Kettenspanner gespannt. Bis zum Schluss war die Kette gleichmäßig gelängt, ließ sich kaum vom hinteren Kettenrad abheben und hatte keine steifen Glieder. Wahrscheinlich hätte sie noch etliche weitere Kilometer gehalten. Das Clipschloss war in einem einwandfreien Zustand.


    Das Kettenritzel zeigt deutlichen Verschleiß und präsentiert die berühmten "Haifischzähne". Bei einer Laufleistung von 54.090 km war das aber auch zu erwarten. Vermutlich war dies die Ursache für ein summendes Geräusch ab 100 km/h, ich werde die Info nachreichen.


    Das Kettenrad zeigt normalen, im üblichen Rahmen liegenden Verschleiß. Fotos habe ich deshalb keine gemacht.


    Fazit:

    Das Experiment, eine neue Kette auf Kettenräder mit einer bereits höheren Laufleistung zu montieren, ist erfolgreich beendet. Der Verschleiß der neuen Kette lag im normalen Rahmen. Das Clipschloss hat sich bewährt. Schwachpunkt war das Kettenritzel mit deutlicher Bildung von "Haifischzähnen".


    Die neue Kette hat mich inkl. Versand 66,80 € gekostet und war eine preiswerte Möglichkeit weitere Kilometer zu fahren.


    Noch eine letzte Anmerkung. Die Kette wurde mit einem Scottoiler E-System geölt, nach Regenfahrt wurde mit Getriebeöl eine neue Grundölung sichergestellt. Die Kettenpflege beschränkte sich auf abreiben mit einem öligen Lappen, vielleicht zwei- bis dreimal durchgeführt.

    Gruß Winni

  • #88

    Wie ich bereits geschrieben habe hat bei mir ein Alu-Kettenrad bei über 100 PS und Scottoiler insgesamt über 60.000 km ohne Haifischzähne, deutlichen Verschleiß und nur mit leichten Eindruckspuren der Rollen in Zugrichtung überstanden.

    Ich finde daher die Laufleistung deines Kettenrads absolut nicht ungewöhnlich und auch den Verschleiß am Ritzel vollkommen normal.
    Die Laufleistungen der beiden Ketten sind für die Nutzung eines automatischen Ölers eher unterdurchschnittlich.
    Ich denke, dass du das teuerste Teil eines Kettenkits - die Kette - viel zu früh und mit noch tollerierbarer ungleichmäßiger Längung austauschst.

    So macht sich dein recht teurer Kettenöler nur durch mehr Komfort aber nicht durch höhere Laufleistungen der Kettenkits bezahlt.

    Die Laufleistung von rund 54 TKm kann man bei automatischer Schmierung nach meiner Erfahrung leicht mit einem einzigen Kettenkit erreichen und sogar überschreiten.

    "Das Widerlegen von Schwachsinn erfordert eine Größenordnung mehr Energie als dessen Produktion."

    (Brandolinis Gesetz, auch Bullshit-Asymmetrie-Prinzip genannt)

  • #89

    Hallo Winni,

    reiner Zufall das ich gerade heute mal wieder hier ins Forum geschaut habe.


    Ich kann mich nur nochmals bedanken das du so konsequent am Ball geblieben bist und uns mit allen Fakten

    und guten Bildern versorgt hast. Nur so kann sich der Leser ein umfassendes Bild machen so das für diesen

    keine Fragen offen bleiben. Als Schulnote vergebe ich ne glatte 1. :thumbup: :!:


    Mein Fazit lautet in diesem Fall ganz klar:

    Man kann ohne Abstriche 2 Kettensätze pro Ritzel-Kettenradsatz fahren bevor der komplette Satz aus Ritzel,

    Kette sowie Kettenrad gewechselt werden muß.

    Ich hatte es erwartet und du hast es eindrucksvoll bewiesen.


    Wenn ich auf die abstrusen Vermutungen und Begründungen am Anfang dieses threads zurückschaue freue

    ich mich darüber das du den Zweiflern etwas zum Nachdenken hinterlassen hast.


    Die Kernsätze deines "Experiments" zitiere ich hier noch einmal:

    "Der zweiten Kette haben die gut eingelaufenen Kettenräder anscheinend nicht geschadet, die erreichte Laufleistung

    ist für mich vollkommen in Ordnung. Die Kette habe ich insgesamt um 7/6 Umdrehungen der Einstellmutter am

    Kettenspanner gespannt. Bis zum Schluss war die Kette gleichmäßig gelängt, ließ sich kaum vom hinteren

    Kettenrad abheben und hatte keine steifen Glieder. Wahrscheinlich hätte sie noch etliche weitere Kilometer gehalten.

    Das Clipschloss war in einem einwandfreien Zustand".


    Das es leichte Haifischzähne am Ritzel geben wird hatte ich ja schon geschrieben. Das summende Geräusch ab

    100 km/h rührt aus meiner Erfahrung tatsächlich daher ist aber rein kosmetischer Natur und stellt keine Gefahr dar!

    Das Geräusch kenne ich schon aus Mopedzeiten (Zündapp KS50), Schüler, kein Geld für neuen Kettensatz, fahren

    so lange es geht.


    Dank auch für das aussagekräftige Foto vom Kettenschloss. Was wurde da für eine Panik gemacht wie gefährlich

    doch so ein Schloss sei. Nun, das Foto sollte diejenigen eines besseren belehren. Die Federspange zeigt

    minimalsten Verschleiss und die Spangennuten des Kettenschlossglieds, wo die Spange einrastet, sind in tadellosem

    Zustand. Die Spange ist nicht aufgebogen, hat also noch die volle Federkraft!


    Ich sage, lieber ein gutes Kettenschloss als ein schlecht genietetes Kettenglied.


    Zum Schluss nochmals danke für deinen umfassenden Bericht. Wünsche dir weiterhin viel Spaß mit deiner, deinen

    NC750?


    Genau, hatte ich fast vergessen, das wollte ich dich doch fragen: Wenn ich es richtig verstanden habe bist du Besitzer

    von 2 NC750, eine S und eine X, liege ich da richtig?


    Gruß aus Lemgo, Thomas

  • #90

    Hallo BW,


    es sei unbestritten das man je nach Motorrad, Kettenauslegung, Fahrstil, Saisonfahrer bzw. nicht Allwetterfahrer

    und mit Hilfe eines Kettenölers wesentlich höhere Laufleistungen der Kette bzw. des kompletten Satzes erziehlen kann.


    Was ich bis jetzt mitbekommen habe wird bei den meisten NC750 und baugleichen Modellen bei ca. 25-30 tKm

    die Kette bzw. der komplette Satz gewechselt wobei diese ihre Kette mehr oder weniger gut pflegen und bei weitem

    nicht jeder einen Kettenöler verbaut hat.

    Soll heissen das eine direkte Vergleichbarkeit schwierig ist.


    Winni ist ein Allwetter-Vielfahrer, da wird der Antriebssatz maximal gefordert und unterliegt einem stark

    erhöhten Verschleiss. Regen, mineralhaltiges, schmutziges Wasser sowie Salzwasser im Winter erhöhen den

    Verschleiss. Hinzu kommt das bei niedrigen Temperaturen die Schmierstoffe wie Öl bzw. Fett zäher werden und

    diese Mineralien und Salz besser halten was den Verschleiss wiederum fördert. Selbst der Synthesekautschuk

    der Dichtringe an den Kettengliedern verliert bei niedrigen Temperaturen an Elastizität, das erhöht ihren Verschleiss

    und begünstigt Undichtigkeiten durch die irgendwann Wasser, Mineralien und Salz an die Rollenachsen gelangen

    kann. Sind diese ersteinmal eingedrungen und bildet sich an den Dichtflächen zwischen Rolle bzw. Lasche Rost

    erhöht sich der Verschleiss nochmals.


    Schau dir einmal Winni's Fotos von der Kette an. Obwohl er einen Kettenöler hat und die Kette mit einem

    ölgetränkten Lappen reinigte und nach Regenfahrten die Kette eine "Extraölung" erhielt sind die meisten Laschen

    angerostet. So sieht nur die Kette eines Allwetterfahrers aus.


    Was ich damit sagen will,

    es ist schwer den Kettensatzverschleiss eines Schönwetter-Saisonfahrers mit dem Kettensatzverschleiss eines

    Allwetter-Vielfahrers zu vergleichen. Die Randbedingungen sind grundverschieden.


    Hier ging es auch primär darum das es absolut ohne Probleme möglich ist 2 Ketten pro Ritzel-Kettenradsatz zu

    fahren. Die Randbedingungen die bei Winni vorliegen bedingen allerdings einen höheren Verschleiss sodas

    auch mit Kettenöler und zwischenzeitlicher Kettenreinigung ca. 55 tKm absolut in Ordnung sind.


    Gruß aus Lemgo, Thomas

    Einmal editiert, zuletzt von ThomasLIP ()

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