Beiträge von tompeter

    Händler-Schrauberpleite.

    Ich fuhr zwischendurch mal eine zweite Virago XV 535.

    Aber mit der quer durch die Republik in den Uzrlsub zu fahren bei 9 Litern Tankvolumen?

    Nö.

    Also wurde kurz vor drn Urlaub eine NTV 650 gekauft, deren 10 Jahre alten Reifen gewechselt und wegen Zeitmangel ein Termin beim Freundlichen gemacht: Ventile einstellen und Ölwechsel, also kein Hexenwerk.

    Als ich die Ente abholen wollte, stand sie auf der Bühne und hatte Öl aus dem Luftfilterkasten gefördert.

    Der Mechaniker war verwirrt, ich ebenso.

    Auf der Probefahrt sei alles normal gewesen und plötzlich fing sie an zu siffen.

    Okay, Fehler kommen vor und ich meinte, er solle nochmal gucken, wo er sich bei der Ventileinstellung oder auf dem Weg dorthin und zurück verschraubt hätte.

    Bis dahin ärgerlich, aber kein Drama.


    Bis zum Auftritt des Chefs, der mich erst einmal gepflegt anbrüllte, was ich wohl in der Werkstatt zu suchen hätte.

    "Erst einmal guten Tag. So lange mein Motorrad hier weiter aus dem Luftfiltergehäuse Öl fördert, bleibe ich hier stehen."

    Kurz meckerte er den armen Schrauber an, den ich sofort im Schutz nahm ( Fehler passieren halt), dann besprechen er sich mit einem zweiten Meister seines Fachs.

    Was dann folgte, war unglaublich.

    Er steuerte auf mich zu und lamentierte:

    " Mwin Meister meint, durch das Einstellen der Ventile ist wohl der Kompressionsdruck so hoch geworden, dass es einen Kolbenring zerlegt hat. Aber wir gucken da gerne nach und melden uns dann bei Ihnen."


    " ist der Kollege Bäcker- oder Konditormeister?", erwiderte ich und fuhr fort: WENN sich ein Kolbenring verabschiedet, dann geht das Öl als Rauch oder flüssig furch den Abgastrakt, aber niemals nicht in den Luftfilter!"


    "Meinen Sie etwa, dass wir Sie anlügen?", giftete er.


    "Entweder das oder Ihr Meister hat keinen Plan. Können Sie sich aussuchen."


    Er lief rot an und packte dann den Hammer aus:

    "Tja, wir erleben das öfter, das Kunden uns ihre alten Gurken zur Reparatur geben und hoffen, daß dann dabei was kaputt geht, was wie dann umsonst reparieren sollen."


    Ich schnappte nach Luft: " Sie unterstellen MIR das wirklich?"


    Dann wandte ich mich an den armen Mechaniker, der völlig belämmert neben mir stand: " Hol mal mein Motorrad da runter, dein Chef hat sie nicht mehr alle."

    Er tat, wie ihm geheißen und ich schob meine Ente aus der Halle. Der arme Tropf folgte mir, dich mehrfach entschuldigend.

    Ich versuchte ihn zu trösten: " Auf dich bin ich nicht sauer, Fehler passieren, aber ich lasse mich nicht als Betrüger abstempeln.

    Und jetzt kipp noch mal Öl nach, damit ich damit nach Hause komme."


    Der Chef kam noch hinterher und schwafelte immer noch was von Kolbenringen.


    Ich hörte gar nicht mehr hin und brachte meine waidwunde Ente über 40km nach Hause, langsam, mit wenig Drehzahl.

    Sie dankte es mir mit genug Restöl bis zur Ankunft.

    Dort googelte ich am Laptop...ca 2 Minuten.. und hatte die Lösung:

    Die olle Ventildeckeldichtung dichtet mittig auch den Steuerkettenschacht ab, darüber liegt. Wenn die nicht richtig aufliegt, dann schleudert das Öl nach oben, nämlich das Motoröl und schafft es über die Kurbelgehäudeentlüftung bis in den Luftfilter.

    Ein offenbar bei diesem Motor schon mal auftretendes Problem.

    Also Licht ins Carport geschafft, Tank und Ventildeckel abgebaut und...BINGO!!

    Alles dieses Mal ordentlich zusammengebaut, den alten K@N Filter meiner ersten NTV reanimiert, Öl aufgefüllt, Probefahrt bestanden.


    Nur meine Wut, die war noch da.

    Punkt 9 Uhr am nächsten Tag, einem Samstag, machte ich dem Händler meine Aufwartung, zitierte ihn vor die Tür, startete die ( betriebswarme) NTV und gab dem Motor alles.

    Dabei brüllte ich ihn an: Kolbenringe, aha.

    Wunderheilung oder was???? Es war nur eine falsch montierte Dichtung, warum weiß Google das aber ihr Meister nicht????"


    Ich machte den Motor aus und machte ein paar Schritte auf ihn zu: "Aber mir Betrug unterstellen wollen? Sie sollten Ihren Umgang mit Kunden mal gründlich überdenken!"


    Er schwieg, aber nur einen Moment lang. Dann fragte er allen Ernstes:

    " Was ist jetzt mit der Rechnung?"


    "Wofür? Dafür, dass Sie mich anlügen und ich mein Motorrad selbst reparieren durfte? Wagen Sie es nicht mir eine Rechnung zu schicken, dann gibt es Post vom Anwalt. Und das wird keine Grußkarte werden. Bei Ihnen würde ich nicht mal mehr den Luftdruck kontrollieren lassen. Nicht wegen des Fehlers Ihres Angestellten, sondern wegen der Dinge, die Sie oder Ihr Meister dann zu finden glauben." :cursing:


    Damit ließ ich ihn stehen und fuhr nach Hause.


    PS:


    Mit der alten NTV hatte ich noch 10.000 schöne Kilometer, bevor Sie einer Deauville 650 Platz machen musste...

    Bei dem Händler war ich nie wieder, aber eine Rechnung habe ich auch nie erhalten.. ;)

    Meine erste NTV 650 war eine Woche alt und ich hatte die wundervolle Idee, meine damalige Freundin und jetzige Frau für das Motorradfahren zu begeistern.

    Also ab mit ihr auf den Übungsplatz. Dort an der Schranke zur Zufahrt musste man anhalten, absteigen, zu einem Büro laufen, eine Wertmarke kaufen, zurück laufen, die Schranke mit der Marke füttern, damit diese dich endlich erhob und die Zufahrt ermöglichte. Was ein Aufwand..


    Ich zog es vor, diesen Vorgang zeittechnisch optimieren zu wollen...


    Als der PKW vor uns durchfuhr gab ich Gas um so mit durch zu huschen.

    Dann fiel die Schranke...Viel schneller als erwartet...Also schnell auf den Tank gelegt und klonk...schlug diese Schranke gegen den Helm meiner Frau, die nach meinem blitzartigen Abtauchen nur noch rot-weiss sah.

    Immerhin, sie konnte sich auf dem Motorrad halten, aber der Helm hatte seine ersten Kampfspuren.

    Der Platzwart schimpfte wie ein Rohrspatz, ließ uns dann aber dann doch auf den Platz.

    Eine halbe Stunde später fiel meine Frau nach einer Schreckbremsung vorne in Schräglage mit dem Motorrad um:

    Sie zum Glück unversehrt, dem Motorrad fehlte dann Spiegel links und Fußrasten...Karma?

    Wahrscheinlich.

    Sie hat sich dann doch für immer( und trotz der Schrankenerfahrung) für den Platz hinter mir entschieden und bewundert noch heute all jene, die diese zweirädrigen Fahrzeuge überhaupt fahren können...


    Ist übrigens ein komisches Gefühl ohne Fußraste zu schalten und bei der Fahrt die ganze Zeit das Bein hochziehen zu müssen, irgendwie verdammt unbequem...

    Teil 2


    Nach dem Frühstück ging es nun weiter:

    Mit dem Spiegel und Taschenlampexden OP-Bereich beleuchtet und versucht, mit Karosseriedichtmasse und Draht die Reste des Steckers zu bergen.

    Nach gefühlten Ewigkeiten war es dann vollbracht.

    Also den Stecker-Schlüssel angesetzt, aus zwei Knarrengelenken einen besseren Hebel gebastelt, weil die Kerze offensichtlich mit Gewalt angezogen oder noch nie nicht gewechselt worden war.


    Gut...irgenwann lag das Mistding neben der Maschine....und ich durfte erst einmal 20km zu Tante Louise fahren, wo der neue Stecker zum Glück vorrätig war.


    Sie wurde aus " mal eben vor dem Frühstück " eine vormittagfüllende Beschäftigung. :cursing:

    Mal schnell die Kerzen wechseln....


    Meine letzte Deauville 650 sollte frische Kerzen bekommen, mehr nicht.

    Der Rest einer großen Inspektion nach Kauf mit Ölen, Filtern, Bremsscheiben und Belägen war längst erledigt, die Lieferung der Kerzen zog sich halt hin.

    Also dachte ich, Samstag, in einer Stunde will die Ehefrau frühstücken, das schaffst du locker, mal eben 4xKerzchen, auch wenn die vorne links recht bescheiden zu erreichen ist.

    Also fängst du am besten mit der gleich an.

    Werkzeugsatz der Deauville gesichtet....war klar, was fehlte, nämlich der originale Aufsatz zum Bergen der Kerze.

    Egal, irgendwo....

    Ja, ich fand schließlich ein Exemplar, allerdings'erst nach ca. 15 Minuten, da dieser hinter ein Regal gerutscht war.


    Noch 45 Minuten, ich war entspannt...noch.


    Ich quetschte meine Hand in den schmalen Spalt zwischen Rahmen, Tank und Kühler und zog am Kabel, weil ich den Stecker gar nicht greifen konnte.


    Natürlich blieb der Stecker bombenfest sitzen, nur das Kabel löste sich aus dem Stecker.

    Glückwunsch!


    Keine Zange passte in den Schacht, um den elendigen Stecker zu lösen, also versuchte ich schließlich, dieses verdammte Stück Kunststoff mit einem Schraubenzieher und etwas Hebelei zu lösen.

    Jo, klappte super, also zu etwa 10%.


    Das war in etwa der Anteil den ich nach einem lauten Knacken mit Hilfe von Karosseriedichtmasse und Draht aus dem Schacht bekam. Fehlten nur noch 90%, die nach wie vor auf ewig mit der Kerze zu einer Einheit verschmolzen schienen.

    Noch25 Minuten...


    Irgenwann ist man soweit, handwerkliche Überlegungen gegen rohe Gewalt einzutauschen.

    Fühlte mich an diesem Punkt angelangt, griff zu einem kleinen Schraubenzieher und einem Hammer und meißelte die Plaste in tausend Stücke.

    Noch 2 Minuten...

    Taschenlampe, Taschenspiegel meiner Frau besorgt....

    " Wir wollen jetzt frühstücken", vernahm ich die liebreizende Stimme meiner Frau.

    Sie spricht gerne mal im Plural, um im Falle einer gegenteiligen Meinung dennoch in Besitz der klaren Mehrheitsverhältnisse zu sein.


    "Du blutest ja", fügte sie emotionslos hinzu ( vor dem Frühstück läuft sie auf Notstrom).

    Natürlich. Als das Zündkabel sich ruckartig aus dem Joch des Steckers befreite und meine Hand zurückschnellte, wurde diese jäh vom scharfkantigen Kühlergehäuse gestoppt....


    Teil 2 folgt....

    Kiel-Rüdesheim und zurück.

    Dienstlich. Es war Sommer, was also lag näher als... genau...das Motorrad zu nehmen.

    Mein Arbeitskollege stemmte sich auf seiner VN 900 gegen den Wind, ich saß äußerst kommod auf meiner Deuville 650, die bei Tacho 120 entspannt die Kilometer abspulte...bis sie irgendwann einfach ausging.

    Natürlich auf der linken Spur, neben einer LKW-Kolonne. Also dann Blinker rechts und zwischen zweien dieser Ungetüme auf den Standstreifen. Mein Kollege hielt hinter mir und wir rätselten.

    Sprit hatten wir ja erst 30km vorher gebunkert..

    Okay, Startversuch, due Deau sprang an und auf dem Seitenstreufen fuhren wir langsam zu nächsten Ausfahrt.

    Langsam deshalb, weil die Honda immer wieder ruckelte.

    Mit Mühe erreichten wir einen Parkplatz, lösten den Seitendeckel und durften einen nahezu leeren Benzinfilter bewundern.

    Also doch die Benzinpumpe?


    Werkzeug raus, Leitungen an der Pumpe vorbei( die 650 läuft auch ohne notfalls mit Geschwindigkeiten um die 100km/h bis zu einem viertelvollen Tank problemlos.

    Wir gaben uns nach getaner Arbeit mit ölige Fingern einen High Five und fuhren wieder los.

    Allerdings nur 6 km weit, bis der Motor wieder ausging.

    Okay, die Pumpe war es nicht, der Spritfilter wieder leer.....Also öffnete ich den Tankdeckel.

    Dieser hob sich mit einem tiefen Seufzer und Zischgeräusch...

    Die Tankenlüftung war schuld.

    Glücklicherweise habe ich aus Verlustangst auf längeren Fahrten immer den Ersatzschlüssel dabei. In diesem Fall meine Rettung, denn das Schloss der Deauvillexgab den Schlüssel im geöffneten Zustand nicht her.

    So konnte ich den Ersatzschlüssel im geöffneten Tankdeckel stecken lassen und trotzdem den anderen als Zündschlüssel benutzen.

    In Rüdesheim angekommen, integrierte ich dann auch wieder die Pumpe in den Kreislauf. Erstes Abenteuer bestanden.


    Auf der Rückfahrt wollten wir autobahnlos durchs Sauerland fahren. Kaum hatten wir die erste Steigunh erklommen, regnete es auf der Leeseite der Anhöhe wie aus Eimern. Gerne hätten wir die Regenkombis übergezogen, aber bevor wir einen sicheren Platz zum Abstelken der Motorräder finden konnten, waren wir durch bis auf die Knochen.


    Dank an die Dame der Aral-Tanke in Bad Berleburg, die uns spät abends Unterschlupf gewährte, damit wir die Regensachen UNTER den Textilsachen anziehen konnten....


    Immerhin hörte es dann doch noch auf zu regnen...allerdings erst deutlich hinter Hannover. Trotzdem, die Tour hat Spaß gemacht und nich heute heißt es manchmal: "Weißt du noch, Rüdesheim?"

    Dann müssen wir beide grinsen. :)


    PS:

    Mit Krischi endet das immer so:

    DIenst-Tour nach Berlin mit VN 900 und Meteor 350. Auf dem Hinweg bestes Wetter, Rückweg dann mit Sturm und Regen, allerdings wenigstens pannenfrei :thumbup:.

    Auf von Kiel nach Berlin, meinen Freund besuchen, vorher noch das Motorrad ( Honda CB500) von Inspektion und Wechsel des Hinterreifens abgeholt und ab ging die'Post.

    Auf der guten alten Platten-Autobahn, damals so 1994.


    Linken Hahn auf Anschlag, so ein WE ist schließlich kurz.

    Irgendwann fielen mir Geräusche auf...So ein Klingeln, dann Klappern...fuhr aber unbedarft weiter, dachte an Kennzeichenschrauben oder Schutzblech...So landete ich bei der AGIP-Tankstelle kurz vor Berlin, wo mein Freund mich abholte.


    Irgendwann überholte ich ihn auf der Autobahn, er zog an mir vorbei und lotste mich auf die Standspur...


    "Du, dein Hinterrad steht total schief".


    Jo, ohne Kettenspanner links und verlorenen Schrauben rechts hatte sich das Rad halbseitig vorgearbeitet, die Kette hatte mehr Durchhang als der Bauch eines Mastschweins und zwischen Reifen und Schwinge passten noch 2 Blatt Papier.


    Gaaaaanz langsam fuhren wir bis Berlin und reparierten provisorisch mit irgendwelchen Baumarkt-Artikeln am Samstag die Achsbefestigung. Danke, freundlicher Honda-Mechaniker..


    Bin dort am Montag hingefahren und hab die darauf angesprochen.


    Keine Entschuldigung, nix.

    Nur der lapidare Kommentar:

    "Das kann mal passieren".


    Seither schraubt da niemand mehr herum außer mir selbst.

    wit kamen aus DKK zurück.

    Ich fuhr vorne, mein Freund mit etwas Abstand hinter mit.


    Ich rumpelte mitten auf der Landstraße mit dem Hinterrad über irgendeinen Gegenstand, den ich vorher nicht gesehen hatte.

    Mein Freund betätigte mehrfach die Lichthupe und hielt an.

    Ich drehte um und fuhr zurück, während der schon irgendwas von der Straße sammelte:


    "Was ist los?", fragte ich ihn.


    "Du bist über ein Handy gefahren".


    Es war meins.

    Aus dem Kartenfach vom Tankrucksack direkt unter das Hinterrad und von diesem zermalmt.


    Wir suchten die Einzelteile zusammen ( das zerbrochene Gehäuse, die Tastatur-Einheit, das Kunststoff-Display.

    Probehalber fügte ich alles fest in der Hand zusammen und rief ihn an.


    Es funktionierte.

    Auch noch weitere 4 Wochen, mit einer Umhüllung aus einer kompletten Tesa-Rolle.

    Ich sag nur SIEMENS, DAS WAR NOCH QUALITÄT!


    Konnte allerdings nur noch meine Frau und eben diesen Freund anrufen, weil ich nur deren Nummern kannte, gab dann also doch ein neues Handy...

    Teil 2


    Köln ist Käse.

    Wollte, wenn man schon mal auf der Ecke ist, am Dom vorbei, was auch klappte. Der Weg zur richtigen Autobahn dauerte ewig und irgendwann wurde ich müde, als ich endlich die richtige Bahn unter den Rädern hatte. Außerdem schmerzten die Träger des Treckking.- Rucksacks, der mein gesamten Gepäck beherbergte, mittlerweile ein wenig. Und Tanken musste ich auch mal wieder, hatte schon die Reserve gezündet.

    Also auf den Rastplatz, Bank gesucht, den Rucksack als Kopfkissen und Augen zu.


    Ein Stündchen später wieder los, wegen der Regenwolken schnell noch die atmungspassive Regenkombi über die Lederkombi gezurrt und los.


    Wie befreiend, nach ein wenig Schlaf und ohne Trägerdruck an der Schulter....Scheiße, Rucksack liegengelassen...

    Also nächste Ausfahrt raus, umgedreht, zum Rastplatz und hurra, er war noch da...

    Hm, im Tank konnte jetzt nicht mehr als ein kleines Pfützchen sein, auf meiner Strecke zur nächsten Ausfahrt war keine Tankstelle, aber auf der anderen Seite....also wieder die Ausfahrt genommen, gedreht, mit 80 im Windschatten eines LKW in Richtung Tankstelle...ja, ich konnte sie sehen, die Shell dort oben auf der Anhöhe, und ja, mit ordentlich schütteln kam ich noch ein paar Meter, dann war Schluss mit Verbrennungstakten.


    Was nun?

    Motorrad stehen lassen auf der Standspur, damit ein Langfinger sie mit in den Osten oder Westen entführen könnte?

    Nein.

    Also schieben, bergauf, in immer kürzeren Etappen, schwitzend, keuchend, in meiner luftdichten Versiegelung aus Leder-+Regenkombi.

    Gefühlte Stunden später bockte ich die Honda zitternd vor Anstrengung auf, tankte voll, ging in die Tankstelle, griff eine große Flasche Cola aus dem Regal, schwankte wieder raus, ließ mich auf der Rasenfläche davor nieder und leerte die Flasche.

    Zumindest halb, bis mich ( völlig zu Recht) einer der Kassierer anpöbelte, ich sollte eventuell erst einmal bezahlen.


    Ich drückte dem einfach 25 DM in die Hand und murmelte "Stimmt so".

    "Und wann fährst du das Motorrad da weg?", herrschte er mich an.

    "Wenn ich wieder die Kraft dazu habe, habe das Mistding hierher geschoben. Sprit war alle."

    "Da hoch?" fragte er und zeigte in Richtung Tal.

    Ich nickte nur.

    "Alle Achtung"


    Ich rappelte mich hoch und schob die CB von ihrem Platz an Säule 4.


    PS: die Jungs von der Autobahnpolizei, die während meiner Schiebeaktion 2 Mal grinsend an mir vorbeifuhren, habe ich später wegen unterlassener Hilfeleistung angezeigt. War einfach sauer.


    Danach habe ich ca. alle 150km getankt ( sicher ist sicher) und bin die letzten 400km im strömenden Dauerregen nach Hause gefahren, nass bis auf die Knochen, aber das war mittlerweile egal. Unterm Helm habe ich die ganze Zeit gesungen, fand es fast schon wieder witzig.



    Übrigens:

    Mein Freund, der ja beim Bundesgrenzschutz war und es heute noch ist, hat an der Grenze nachgefragt und erfahren, dass ich schon wieder in Deutschland war.


    Er hat dann nochmal übernachtet und ist am nächsten Tag weiter in Richtung Heimat. Nun zumindest mit trockenen Füßen....


    Und ich tanke seit dieser Zeit spätestens bei 100 Restkilometern....

    Teil 1....



    Mit dem Sprit und der CB 400N, das war auch in einer anderen Geschichte so eine Sache...


    Mein Freund und ich wollten mit den Motorrädern nach Südfrankreich. Der Plan war folgender:


    Start gegen Abend in Schl.-Holstein, durchfahren bis hinter Paris, dort ein paar Stunden Schlaf und dann weiter nach Seignosse le Penon.


    Gut, mein Freund war bis dahin trotz meiner mehrfachen Bitte noch keine längeren Strecken gefahren, um seine Etappen- Schmerzgrenze auszutesten, immerhin hatte er sich sündhaft teure und angeblich wasserdichte Motorradstiefel gekauft, während ich mit meinen Bundeswehschuhen + übergezogenen Müllsäcken etwas rustikaler daherkam, als wir gegen 18 Uhr starteten. Natürlich kamen wir auch hinter Hamburg in den ersten heftigen Regenschauer, was sich dann auf unserem weiteren Weg mehrfach wiederholte.

    Wiederholen taten sich auch die Wehklagen meines Freundes über Knieschmerzen, den durchgesessenen Hintern...und dann NASSE Füße.


    Seine sauteuren Stiefel waren beide undicht, so mochte er nicht weiterfahren, wollte die am nächsten Tag bei Tante Luise in Köln tauschen und so war unser Tagesziel statt " hinter Paris" nun " ein Autobahn-Motel bei Remscheid".


    Tags drauf wurden die Schuhe getauscht und es konnte weitergehen.

    Also hätte weitergehen können. Wir hatten abgemacht, dass wenn einer tanken musste, dieser als Zeichen länger hinter einem LKW blieb.

    Da bleib ich irgendwann auch, während mein Kollege fröhlich auf der linken Spur vorbeizischte und dann am Horizont verschwand.


    Mein kühner Gedanke, er könnte an der nächsten Tankstelle auf mich warten, erwies sich als Trugschluss.

    Also fuhr ich weiter und begann zu grübeln: "Was wäre. wenn er nun umgedreht und zurückgefahren wäre zur letzten Tankstelle?"

    Ich nahm also die Abfahrt und fuhr zurück.

    NIX Kumpel.


    Leider waren die Autobahnspuren dort mit Grünzeug getrennt, so dass ich ihn auch nicht auf der Gegenfahrbahn hätte sehen können.


    Und in dieser noch sehr analogen Zeit konnte ich auch keinen Kontakt zu ihm aufnehmen, für Rauchzeichen fehlte mir schlichtweg das verfügbare Holz.


    Nach einer guten Stunde beschloss ich dann, mich auf den Heimweg zu machen. Mein Freund kannte ja nicht einmal das konkrete Ziel...


    Also wieder auf die Bahn, erst Richtung Süden, dann umgedreht und zurück nach Deutschland...