Beiträge von tompeter

    Schleudersitz....


    Ich wollte mit meiner MOFA zum Strand. Nach Eckernförde, gute 30 km.

    Kein Problem, dank einiger technischer Modifikationen ging meine Kiste ca. 60km/h, eine schöne Zündapp ZL 25.

    Die ersten 15 km ballerte ich also auf dem Radweg entlang. Bis Gettorf...brrrrrrrrrrrrrr...aus.

    Spritschlauch undicht, na super.

    Also mit dem Helm an den Straßenrand und den Daumen raus.

    Es war ja Sommer, genug Fahrzeuge unterwegs und ich denke, ich wirkte mit meinen Badeshorts und T- Shirt auch wenig bedrohlich.

    Ich ging schon langsam wieder in Richtung Kiel, immer rückwärts neben der Straße und den Daumen brav hochgereckt.

    Dann kam er. Schwarze Lederkombi, schwarzer Helm, ein Tier von einem Mann.

    Auf ihr. Irgendwas verkleidetes, schwarz-matt übergetüncht, Vierzylinder.


    "Na, ist dein Bock im Arsch? Wohin musste?"

    "Kiel, also am Abbieger Projensdorf könnte ich zu Fuß weiter."

    "Okay, ich fahr dich schnell rum"


    Dieser letzte Satz hätte mir zu denken geben müssen. Aber das hatte ich in dem Moment gar nicht wirklich reflektiert.


    Kaum hatte ich Platz genommen, riss der am Kabel. Schnellste bislang erlebte Geschwindigkeit auf einem motorisiertem Zweirad waren für mich die 60km/h auf der Zündapp.

    Er fetzte auf dem Mittelstreifen zwischen den Fahrspuren durch, der unterbrochene Streifen mutierte zu einer durchgezogenen Linie. Ich guckte nur nach unten und klammerte mich an ihm fest. Todesangst....


    Gefühlte 4 Nanosekunden später ließ er mich an der gewünschten Stelle absteigen.

    "Danke", krächzte ich mit trockener Kehle.

    "Was fährste denn für ne Maschine?", fragte er mich.

    "Eine Zündapp ZL 25".

    "Oh Tschuldigung. War das jetzt ein bisschen schnell für dich?"

    "Nö, geht schon", log ich ihn an.


    2 Nächte noch verfolgte mich dieses Erlebnis damals im Schlaf....

    Freitag, Berufsschule, danach von Kiel aus ab nach Hamburg zur Freundin. Draußen, im Januar, lauschige 2 Grad, leichter Regen, also perfekt, um statt meines teilrestaurierten VW 1600TL Automatic von Baujahr1970 die Vespa Cosa 200 zu bemühen, die ich kurz zuvor meinem Onkel abgekauft hatte.


    Also Top-Case geladen, dich angezogen und ab auf die Bahn, wie fast jeden Mittwoch und Freitag. Dann suchte man sich einen LKW, sog sich in den Windschatten und pendelte mit 90km/h der Hansestadt entgegen.

    Dabei gab sich die fette Hummel mit 3-3,5 Litern Gemisch zufrieden, während der VW um die 10 Liter orgelte ( 54 PS Doppelvergaser), außerdem ersparte ich dem gerne diese Schlechtwetterfahrten.


    Ein passender LKW zum Anhängen fand sich schnell....doch dann, kurz vor Neumünster setzte Schneetrieben ein, so heftig, dass ich im Verbund mit einigen Dosentreibern auf dem Rastplatz Zuflucht suchte, um auf den Räumdienst zu warten, der dann recht schnell auch kam.

    Nach dieser Zwangspause ging es weiter mit etwa 40km/h, die mir auf dem Untergrund schon reichlich schnell vorkamen, doch glücklicherweise dauerte der Spuk nur etwa 10 km, dann hatte die Nässe uns wieder und ich folgte einem polnischen LKW in dessen Windschatten.


    Samstag fiel Schnee. Schnell hatte sich auf der Sitzbank eine 15cm hohe Schneeschicht aufgetürmt, egal. Ich wollte ja erst Sonntagabend nach Hause fahren.

    Sonntag dann tagsüber minus 10 Grad...und als ich nach dem gemeinsamen Tatort-Gucken zur Rückreise rüstete, zeigte das Thermometer minus 18 Grad.


    Immerhin, die Cosa sprang an, die Straßen waren halbwegs befahrbar und die Autobahn dank reichlich zuvor aufgetragenem Salz recht gut fahrbar.

    Aber, schei...., war das kalt, trotz Mehrlagen- Bekleidung und einer riesigen Scheibe.

    Dann überholte mich irgendwann so mit 110km/h ein echter Wahnsinniger auf einer Kawa. Der trug ne Lederkombi, sonst nichts. Kennzeichen H für Hannover.....


    An der Raststätte fuhr ich ab. Ich spürte meine Finger nicht mehr, mein Gesicht war eingefroren, weil ich das Visier während der Fahrt öffnen musste, damit mein Atem sich im Visier nicht sofort zu Eis verwandelte.


    Ich holte mir drinnen einen heißen Kakao und traf...den Kawasaki-Fahrer, der sich bibbernd an einer Tasse Kaffee festhielt.


    "Frisch draußen, oder?", grinste ich ihn verfroren an, " Hat dir Mutti nichts Wärmeres zum Anziehen rausgelegt?"


    "Du bist dann bestimmt der Bekloppte mit der Vespa, oder?", erwiderte er mit klappernden Zähnen.


    Wir mussten beide lachen.

    Er hatte die Kawa in Hannover gekauft und musste noch bis Schleswig fahren. Seine Freundin kam dazu, die im warmen Auto hinter ihm herfuhr.

    Er musste das Bike an diesem WE holen, sonst wäre sie, also die KAWA, am Montag als Inzahlungnahme zum

    Händler gegangen. Und sein Anhänger hatte 5 km nach Fahrtbeginn gen Süden einen Plattfuß. Am Sonntag. Natürlich. Also hatte er sich spontan zur Abholung auf eigener Achse entschlossen....


    Später irgendwann fuhren wir weiter und bald war er nicht mehr zu sehen...er hatte es irgendwie eilig...


    Dann fiel mein Drehzahlmesser aus. Gut , geht ja auch ohne.

    Dann das Licht. Schon irritierend, aber auf der Standspur fuhr ich einfach weiter.

    Dann war es vorbei, Motor tot.

    Angehalten, Startknopf gedrückt, Anlasser schrubbte sich nen Wolf, nur Anspringen wollte sie nicht.

    Nun stand ich da. Bei minus 18 Grad, direkt unter dem Schild "Bordesholm" mit der (in diesem Moment ) verfluchten Vespa.


    Handy? Das war damals noch was Besonderes, nichts für Auszubildende. Immerhin hielt ein Autofahrer und ich hatte Glück.

    Er schien fast stolz zu sein, für mich mit seinem Nokia einen Abschlepper herbeirufen zu können. Eine gute und schlechte Nachricht zugleich.

    Gut, weil irgendwann jemand mich und die Vespa hier abholen würde.

    Schlecht, weil der im Moment gerade in Owschlag einen Unfallwagen auflud und es etwa eine Stunde dauern würde, bis dieser rettende Engel bei mir eintriefe.


    Es folgten die längsten 90 Minuten meines Lebens.

    -18 Grad, ein scharfer Ostwind...ich hielt mich irgendwann mit Schattenboxen warm. Das muss ein ziemlich verstörender Anblick für die vorbeifahrenden Autofahrer gewesen sein..


    Doch irgendwann war ich dann doch zu Hause.


    Nachwehen:


    Tags drauf ging ich in der Nachbarschaft zu einem Schrauber, der mehr Vespa- Erfahrung hatte als ich und schilderte ihm meine Probleme: "... und dann hat halt dieser verschissene elektrische Benzinhahn Feierabend gemacht und ich stand da."


    Sein blödes Grinsen werde ich nie vergessen: "Hattest du keinen Schraubenzieher dabei?"

    "Doch, wieso?"


    "Der lässt sich an einer Schraube zwangsöffnen. Hättest weiterfahren können, zwar ohne Licht, aber..."


    Arrrrghhhhh....!!!!!!

    NTV650, Modell "Firebird"


    Wir wollten zur künftigen Schwiegermutter. Mit dem Motorrad. Kiel-Bad Berleburg. Meine Frau, um ihre Mutter zu sehen, ich eher vorrangig, um dort ein bisschen Motorrad zu fahren.


    Also wurden Packtaschen gekauft, die sich an der Sitzbank angurten ließen, der Tankrucksack aufgeschnallt. Reisefertig.


    Die Taschen teilten wir paritätisch auf, was sich später für einen von uns noch rächen sollte...


    Es war in schöner warmer Vormittag, an dem wir starteten. Schöne 27 Grad warm, trotzdem fuhren wir in eher warmer Ausrüstung los, da man im Sauerland ja nie wissen konnte...


    Die NTV lief super. Trotz Taschen, Tankrucksack und 2 Personen kratzte der Tacho ab und an an der 200er Marke ( sie war die deutlich schnellste NTV der fünf, die ich besessen habe).


    Irgendwann musste ich auf Reserve schalten, kein Problem, Garbsen war nicht weit. Also weiter linke Spur.


    Irgendwann hupte ein Autofahrer, den wir überholten. Ich dachte noch: "Idiot, hier ist keine 'Beschränkung", dann spielten andere Überholte mit der Lichthupe. Ich nahm es achselzuckend hin. Die Tankstelle kam in Sichtweite, ich wechselte auf den Verzögerungsstreifen...und die Ente verstummte. Mit letzter Kraft rollten wir an die Zapfsäule.

    Meine Frau stieg ab und meinte: " Du , die Felge hinten ist ganz schwarz."

    Tatsächlich, statt Persil-Weiß durchgehend dunkelgrau. Kettenfett war ja nicht möglich, vielleicht ne schleifende Hinterradbremse?, Ölaustritt am Kardan?

    Mit blockiertem Bremskolben wär sie kaum knappe 200 km/h gefahren, der Kardan war nicht von BMW. Dann sah ich es....


    Einer der Riemen der Packtaschen war gerissen ( die Dinger waren wohl nicht hochgeschwindigkeitsfest ^^ ) und die vordere untere Ecke der rechten Packtasche hatte etwa 10 cm zum Auspuffstummel der Ente. Also eigentlich mehr, denn in der Packtasche klafft ein großes Loch.


    Daher die Lichthupen und Hupen der Dosentreiber. Die Tasche selbst und einige der in ihr lagernden Gegenstände hatten auf der Autobahn gebrannt. Offensichtlich zogen wir zuvor eine Rauchwolke hinter uns her ,die ich in den vibrierenden Spiegeln nicht wahrgenommen hatte.


    War natürlich die ( auch viel schwerere :saint: ) Taschenseite meiner Frau...

    Vorsichtig öffneten wir den Verschluss. Gut es waren nur einige Teile verkohlt, aber...die Deo- Dose machte mir etwas Angst. Der Boden beulte sich deutlich nach außen..

    Wir hatten richtig Glück gehabt. Wäre das Mistding geplatzt, dann würde ich diese Zeilen hier und heute vielleicht nicht mehr schreiben können.


    "Und jetzt?", fragte meine Frau.

    "Zwangspause", erwiderte ich, " Ich tanke jetzt, dann schiebe ich die Ente in den Schatten und in ner Stunde hole ich die Deo-Dose da raus."


    Gesagt, getan.


    Anschließend fixierte ich die Tasche mit einem Hosengürtel auf der ursprünglichen Höhe und wir radwanderten mit höchstens 120/km/h weiter ins Mittelgebirge.


    Dort verbrachten wir einige schöne Tage. Doch irgendwann geht es halt zurück. Wir reduzierten unser Gepäck auf die einzig verbliebene Tasche, stopften den Rest mit in den Tankrucksack, der sich jetzt wie die Eiger Nordwand vor mir auftürmte.

    Wir starteten gegen 10 Uhr, es war da schon wundervoll schwül-warm und schwere Gewitter vorhergesagt. Also nichts wie weg.


    So ab Paderborn war es so warm, dass uns selbst bei 150km/h mit offenem Visier der Schweiß aus dem Helm tropfte. Erwähnte ich schon, dass in unseren Motorradklamotten dass gute Winterfutter montiert war? Oder vergaß ich bisher zu erwähnen, dass diese Jacken damals über keinerlei Belüftungsmöglichkeiten verfügten. Wir schmorten im eigenen Saft. Auch aus Furcht. Furcht vor der Gewitterfront, die uns verfolgte und im Rückspiegel als schwarz graue Wand Eindruck machte.


    Also zog ich vorsorglich die Regenhaube über den Tankrucksack. Ging etwa 50km gut, dann verabschiedete sich das Ding mitten während der Fahrt......


    Also hetzten wir weiter...bis Hamburg. Der Standard- Stau vor dem Elbtunnel....im Rückspiegel wurde es Nacht...und dann kamen die Fotografen: prasselnder Regen setzte ein, die Blitze schlugen unweit der Autobahn ein.

    Weg von hier. Volkspark bogen wir ab, stellten uns unter die Brücke und warteten, bis das Gewitter abzog. Der Regen blieb, in einer erheblichen Vehemenz begleitete er uns dann auf den letzten Kilometern.


    Bis dahin fand ich das Ganze noch amüsant. Wenigstens ne spannende Tour. Meine Frau war auch unerwartet entspannt, bis... sie zu Hause den Tankrucksack entleerte.

    Sie hatte so ein Täschchen für Schmink- Utensilien, schwarz, mit ein paar Rosenmotiven. Diese waren allerdings nicht wasserfest, ebenso wenig wie der 'Rucksack, der sich ja seiner Regenhaube entledigt hatte.

    Folge: das obere Drittel ihrer dort gelagerten Bekleidung war durchgefärbt.


    Glück und Pech lagen nah beieinander:


    Sie hatte Pech. Ein Teil ihrer Klamotten war ruiniert durch Feuer und Wasser.


    Und Glück, denn sie durfte ( schlechtes Gewissen) auf meine Kosten shoppen, um die Verluste auszugleichen....

    Seminar in Hamburg. Gut, es sollte ein wenig regnen, aber am Abend zwischen dem ersten und zweiten Seminartag könnte mal ja schon noch ne Runde durch die Großstadt fahren.


    Also die Shadow 750 aufgerödelt und gemütlich ab in Richtung HH. Natürlich mit einem ordentlichen Zeitfenster, auf einem Chopper will man ja reisen und nicht rasen.


    Erst über die B404 und dann sozusagen von hinten an die Hansestadt herangepirscht. Runter von der Autobahn und schon in der Kurve ein etwas schwammiges Gefühl trotz des nahezu brandneuen Hinterreifens.

    An der nächsten Ampel losgefahren,,,äh gerumpelt.

    Hinterreifen platt. Ein Weiterfahren mit Speichenfelgen verbot sich von selbst...

    Also an den Straßenrand, mitten in einem Industriegebiet. Klar, dass der über meinen Versicherer angerufene Abschleppdienst ca. 2 Stunden benötigen würde, um meine Shadow aufzuladen.

    Auch klar, dass aus dem leichten Nieselregen ein amtlicher Dauerregen wurde.

    Und ebenso klar, dass nur noch 3 Stunden bis zum "come together" vergehen sollten.

    Versuchte als prophylaktisch den mir unbekannten Seminarleiter zu erreichen. Der ging natürlich nicht ans Telefon.

    Gerne hätte ich mich irgendwo untergestellt. Aber da war nix.


    So hockte ich dann tatsächlich knappe 2 Stunden neben meinem Motorrad. Mittlerweile war es 17:00 Uhr, als endlich der Abschlepper aufladen konnte.

    "Ich brauche eine Werkstatt, die mir möglichst schnell nen Reifen besorgt und aufzieht", gab ich meinem Gegenüber zu verstehen.

    "Die Fahrt zum nächstgelegenen Reifenhändler ist versichert, darüber kostet das extra", erwiderte mein Chauffeur mit ernster Miene.

    So landeten wir in der Süderstraße, nicht nur bekannt für den Reste- Posten- Louis- Shop, sondern auch für die Asphaltschwalben, die den Fahrstreifen beidseitig teils im Verborgenen, teils sehr plakativ besetzten. Aber für derlei Angebote war ich in dem Moment nicht empfänglich, ich dachte da an ganz andere Dienstleistungen mit erheblich rustikaleren Gummis.


    Dann kam endlich der Reifenhändler in Sicht. Alles dunkel...nicht nur die Gegend, auch in den heiligen Hallen.

    Meinem grobschlächtigen Fahrer war das egal, er zerrte meinen waidwunde Shadow vom Hänger.


    Verzweifelt klopfte ich gegen das Tor einer der Hallen, welches sich zu meinem Erstaunen kurze Zeit später öffnete.

    Einer der Monteure machte offensichtlich offizielle oder in offizielle Überstunden. Egal, ich war nicht das Finanzamt.


    "Von und baut das keiner aus", ernüchterte mich der Geselle nach Schilderung meiner Situation. Immerhin schob der meine Motorrad in die Halle und meinte nach Übergabe eines Visitenkärtchens, ich solle mich morgen früh mal wegen des Reifens melden.


    In diesem Moment durchbrach der startende Diesel des Abschleppwagens die Stille und fuhr davon.

    Super. 2 km mit schwerem Rucksack und der Navigation des Handys zum Hotel, nass wie ein Tropf und ein wenig hoffnungslos...


    Kam natürlich zu spät zum Treffen, wofür mich unser Gastgeber ein wenig unwirsch tadelte. Als ich ihm entgegnete, er könnte ruhig mal an sein Handy gehen ( ich hatte bestimmt 10 Mal versucht ihn anzurufen), entspannte er sich wieder.


    Am nächsten Morgen telefonierte ich mit dem Reifenservice, bat, eine neue Pelle zu bestellen, würde das Rad notfalls in meiner Mittagspause ausbauen, aber ich würde halt gerne am übernächsten Tag wieder heimreisen, und das nicht ohne mein Motorrad.


    Mehr konnte ich nicht anbieten...


    Dann, am nächsten Nachmittag...fast wie Weihnachten.

    "Der Reifen ist da, wir ziehen den heute noch auf. Einer unserer Jungs fährt selbst Motorrad, der macht auch den Aus- und Einbau."


    Bei Abholung die nächste Überraschung. Auf der Rechnung stand nur der Reifen inkl. Wuchten und-Montage.


    "Ihr habt den Ein- und Ausbau vergessen", bemerkte ich.


    "Nö", erwiderte mein Gegenüber, " Wir dürfen das eigentlich nicht machen, daher steht das auch nicht auf der Rechnung."


    Ich habe dann dem Schrauber, der sich mit meiner Shadow abgemüht hatte, erst einmal nen Fuffi zugesteckt mit der Bemerkung, diesen nicht gleich auf der anderen Straßenseite wieder auszugeben. 8)


    Echt ein starker Service!!!!


    So nahm das dann alles doch noch ein gutes Ende, auch wenn der defekte Reifen keine 500km alt war....

    Endlich.


    Meine erste und nagelneue NTV 650 ( 60 PS) war endlich eingefahren.

    Auf den ersten 1.000km war meine Frau sogar mal auf dem Soziussitz eingeschlafen.

    Das sollte heute nicht passieren.

    Endlich konnte und wollte ich ihr beweisen, wie gut so ein 60 PS- Motorrad geht, nachdem wir vorher auf recht zahmen 27 Ponys unterwegs gewesen waren.


    Also Helme auf und los, warmfahren durch die City und dann an die Pole-Position der letzten Kreuzung vor der Autobahn.

    Nach einer letzten Aufforderung, sich doch gut festzuhalten, wartete ich gespannt auf grünes Licht....


    Ab ging die Post, flugs durch die Gänge gesteppt und Fahrt aufgenommen.

    Komisch, ab 160km/h kam plötzlich eine ungeheure Unruhe in das Fahrwerk, die NTV zappelte wie verrückt.

    Im Rückspiegel sah ich dann den Grund und bremste sofort herunter, um auf dem Standstreifen anzuhalten.


    Der Helm wars, der meiner Frau, vielmehr eigentlich der meines Vaters. Und ihr ein wenig zu groß.

    Störte vorher nicht beim Fahren mit 27 PS ( lassen wir Unfallschutz- Fragen jetzt mal außen vor, wir waren jung und mutig), nun aber hatte der Wind den Helm von unten einfach hochgehebelt, meine Frau trug den Kinnschutz als Sichtschutz, was der Aerodynamik mehr als abträglich war und für heftiges Kopfschütteln meiner Mitfahrerin sorgte.


    Eine Stunde später schenkte ich ihr einen schönen roten SCHUBERTH- Helm und noch am gleichen Tag starteten wir einen zweiten Test.

    Dieses Mal dann ohne Shimmy- Effekte ^^ .

    Mich führt bei Bedarf ein ( mittlerweile 10 Jahre altes) ELEBEST-Navi durch die Republik.

    Das Aktuelle kostet jetzt um die 150 Euro.

    Vorteil ggü. Beeline: ich sehe , wo ich hinfahren, Restkilometer, Zeit bis Ankunft, Tankstellen, kann nach Sonderzielen suchen...

    Vorteil ggü. den üblichen Mitorradnavis ist der deutlich günstigere Preis.


    Echter Nachteil : keine aktuellen Stauwarnungen.

    Da fällt es mir wieder ein....


    Vespa PK 80 S, sogarxumbringen wollte sie mich...


    Ich übernahm sie irgendwann als Zweitmoped, da mei Vater nach einer Handverletzung nicht mehr schalten konnte. Sie fristete ihr Dasein draußen, unter einer Plane, die sie nicht vollständig bedeckte, und wurde oft monatelang nicht bewegt...

    Bis zu jenem Tag, wo ich eben noch schnell einen Salat zu kaufen von meiner Regierung beauftragt wurde.

    Die Vespa hatte ja ein Topcase, es war sommerlich warm und der Weg zum Minimal überschaubar.


    Also rauf auf die Vespa mit Sommer-Sicherheitsbekleidung, bestehend aus Flip-Flops, kurzer Shorts, Jet-Helm und T-Shirt.


    Bis zum Parkplatz alles gut, bis dann ein Rentner im F1-Modus Audis der Parklücke schoss und mich zu einer Notbremsung Zwang.

    Dabei blockierte die Vorderradbremse und löste'sich auch nicht, als ich den Hebel losließ. Der Nocken wurde vom Rost festgehalten...

    Ich flog also vornüber, stützte mit Händen und Knien meinen Aufprall auf erm Boden ab und blutete aus den Kontaktstellen wie ein frisch abestochenes Opferlamm.

    Der Rentner fuhr fluchtartig davon...


    Aber ich hatte einen Auftrag zu erfüllen: Salat kaufen, also rein in den Markt, der Kassierin einen blutigen 10DM-Schein in die Hand gedrückt, raus zur Vespa und den Bremsnocken mit Gewalt zurückgedrückt ( ich musste ja schließlich wieder nach Hause).


    Da hatte ich endlich den Sinn in der Betriebsanleitung verstanden, man solle das Fahrzeug nach längerem Nichtgebrauch gründlich inspizieren...

    Wer seine Vespa liebt, der schiebt ..


    Ein toller, kalter aber trockener Wintertag.

    Die Vespa PK 80 E meines Vaters lockte zu einem kleinen Ausflug. Also packten meine Freundin und ich uns dick ein und fuhren los, um am Nord-Ostsee-Kanal ein Stück spazieren zu gehen.

    Noch ahnten wir nicht, wie lang der Spaziergang werden würde.....


    Kurz vor dem eigentlichen Ziel nahm die Vespa kein Gas an ...und verstummte dann völlig.


    Dabei lief auch Benzin aus. Also abgestiegen und Ursachenforschung....

    "So eine Sch...", entfuhr es mir.

    Die Spritleitung der Vespa vom Tank zum Vergaser ist aus transparentem Kunststoff gefertigt. Durch die Kombi aus Alter und Kälte war dieser nun zweiteilg...einfach durchgebrochen...mitten im Nichts, dem gefühlten Ende der Welt..


    Also schieben, gute 10km weit....Ich wollte meine Feeundin noch in einen Linienbus verfrachten, aber sie meinte nur, dass wir das jetzt zusammen durchstehen müssen ( schon mit ein Grund sie später zu heiraten).

    So eine PK 80 ist nicht sonderlich schwer...solange es ebenerdig vorangeht.


    Aber bei Steigungen ( unter anderem der Levensauer Hochbrücke) ersetzt sie durchaus im Schiebebetrieb das kostenpflichtige Fitness-Studio...

    Hocherfreut waren wir auch über den nach der ersten Hälfte der Strecke einsetzenden Schneeregen, der dann in Schnee überging, was das Schieben nicht wirklich erleichterte...

    Man kam sich vor wie auf einer nicht enden wollenden Expedition.

    Dazu kam, dass mein weiblicher Beistand ein Paar meiner Bundeswehrstiefel trug, die ihr ein wenig zu groß waren und sie sich die Hacken wund und blutig lief...


    Als wir nach Einbruch der Dunkelheit endlich zu Hause eintrafen, waren wir einfach nur fertig...


    Den Schlauch ersetzte ich tags drauf durch einen richtigen Gewebeschlauch...und Ersatz fuhr stets im Helmfach mit...

    Die Badezimmersanierung lag in den letzten Zügen, ich brauchte nur ein paar Kleinteile aus dem Baumarkt. Da dieser Samstag bereits um 07:00 Uhr öffnet, schwang ich mich auf meine Sportster 1200 und rollte lässig mit offenem Visier in Richtung Kiel über die Autobahn.


    Kurz vor der Abfahrt überholte ich recht zügig einen LKW als...ich plötzlich ohne Helm auf dem Motorrad saß.

    Beim Blick in den Rückspiegel sah ich ihn über die Autobahn rollen, ein Golf erwischte ihn mit dem Vorderrad, woraufhin derHelm an der Leitplanke einschlug.

    Also ab auf den Standstreifen und den Helm geborgen, oder vielmehr gesagt dessen Fragmente: Visier weg, auf der linken Seite fehlte fast der halbe Helm im Kopfbereich, dazu schwarzer Abrieb vom Golf-Reifen. Racing-Edition sozusagen..

    Aber, er ließ sich noch aufsetzen und sogar schließen. Schließlich kostet fahren ohne Helm ein Verwarngeld ;)

    Genau das hatte ich zuvor vergessen,also den Riemen zu schließen und durch den Windsog und das offene Visier war mir der Helm ruckartig vom Kopf gezogen worden.


    So fuhr ich erst zum Baumarkt, dann zu Tante Louise. Irgendwie machte der Spontankauf eines Helmes plötzlich Sinn..

    Auf dem Weg erntete ich an den Ampeln manch verwunderte Blicke. Meine Kopfbedeckung entsprach nicht mehr wirklich irgendwelchen ECE-Normen.


    Zwischendurch rief ich meine Frau an mit einem dezenten Hinweis auf meine verspätete Rückkehr ( Louis machte erst um 09:00 Uhr auf.


    Also später den neuen Helm schnell gefunden, ab zur Kasse und gefragt, ob ich den Alten gleich da lassen könne.


    Die Dame nickte und ich hob meine Fragment-Sammlung auf den Tresen mit den Worten: "Hatte einen kleinen Unfall auf dem Weg hierher".

    Sie war sichtlich erschrocken, also fügte ich schnell hinzu:


    "Also nur der Helm, ich nicht.... :)".


    Moral von der Geschicht:


    Immer schön den Verschluss kontrollieren und auch schließen. Deshalb heißt er ja so 8o.