Was ist sinnvoll? Gute Frage.
Also, meine Erfahrung ist das Reifen auch mit nur noch 1,6mm Profil sich absolut
sicher fahren lassen. (mit einer Ausnahme, siehe unten)
Es gibt bei Youtube Videos wo Könner Reifen testen welche am Ende gerade an den
Flanken schon bis unter 1mm Tiefe abgefahren sind. Und diese Könner fahren die Reifen
selbst dann noch mit rastenschleifenden Schräglagen die für Otto-Normalfahrer kaum
erreichbar sind.
Hierbei ist zu sehen das der Hinterreifen teilweise driftet und leichter Gummiabrieb,
gerade beim Beschleunigen aus der Kurve heraus zu sehen ist.
Das Ganze bezieht sich auf trockene Verhältnisse und Asphalttemperaturen bis ca. 15°
und Motorräder mit wesentlich mehr Leistung als die NC.
Ist der Asphalt recht kalt, wohlmöglich teilweise noch feucht und kommen Schmutz,
Split, Blätter oder gar Öl ins Spiel lässt die Haftung, egal ob 1,6mm oder 5mm Profil
prinzipbedingt bei beiden gleichmäßig nach.
Der eigentliche Unterschied zwischen 1,6mm und z.B. 5mm zeigt sich eigentlich nur bei
regennasser Straße wobei das Wasser regelrecht auf der Straße stehen muss.
Das vom Auto her bekannte Aquaplaning habe ich noch nicht erlebt. Hierbei muss man
beachten das gerade die Aufstandsfläche eines Motorradvorderreifens nur ein
Bruchteil von dem eines Autoreifens beträgt. Die Kontaktfläche zur Straße ist
wesentlich kleiner wie beim Auto aber dadurch ist der Flächendruck der Aufstandsfläche
beim Motorrad wesentlich größer. Wer bei diesen Verhältnissen seine Geschwindigkeit
anpasst ist auf der sicheren Seite. Wem das Unbehagen bereitet sollte sich einen Reifen
mit hohem negativ-Profilanteil aufziehen und sich an Reifentest's orientieren wo der
"Grip bei Nässe" beurteilt wird.
Einfach gesagt, solange die Straße trocken ist, ist es ziemlich egal ob wir mit 1,6
oder 5 mm Profil unterwegs sind. Da spielt das Grip Niveau verschiedener Reifen eine
größere Rolle. Otto-Normalfahrer wird die Haftungsgrenzen wohl kaum erfahren.
Die Reifen sind bei normalen Verhältnissen sicherer als so mancher glauben mag.
Da ich gerne alles selber mache und meine Reifen selbst umziehe und wuchte fahre ich
sogar die bei vielen verteufelte Mischbereifung (z.B. vorne Pirelli, hinten Bridgestone)
Momentan fahre ich einen Satz Pirelli Angel GT. Aber die Erfahrung zeigt und es deutet
sich schon an das der Vorderreifen an den Flanken dieses Jahr wohl aufgeben wird.
Und ich als hobbymäßiger Sparfuchs habe mir einen gebrauchten Conti-Roadattack3 hin-
gelegt den ich dann aufziehen werde. Dann fahre ich wieder Mischbereifung aus Pirelli
hinten und vorne Conti und erwarte aus der Erfahrung heraus keinerlei Probleme.
Übrigens, für hinten habe ich auch schon einen neuen aber 4 Jahre alten
Metzeler Roadtec Z8. Solange Reifen kühl, trocken und ohne UV-Strahlung gelagert werden
altern sie so gut wie garnicht. Vor ein paar Jahren durften Reifen die laut DOT-Nr.
nicht älter als 5 Jahre waren noch als Neureifen verkauft werden! Es gibt Tests mit "älteren"
(5 Jahre) alten Reifen wo quasi kein Unterschied zum Neureifen auf der Teststrecke
festgestellt werden konnte.
Ja, ich weiß, beim Thema Reifen reagieren viele sehr sensibel, da spielt das Bauchgefühl
eine große Rolle. Das ist o.k. und ich akzeptiere das. Der eine so der andere so.
(Ich beziehe mich hier auf meine über die Jahrzehnte gemachten "persönlichen" Erfahrungen.)
Aber eins ist mir aufgefallen. Da sehe ich an z.B. Motorradtreffs quasi neue Reifen die
aber einen großen "Angststreifen" aufweisen.
Da frage ich mich was passiert wenn derjenige etwas zu schnell in eine Kurve fährt, die Straße
eventuell feucht ist, noch ein Hindernis auftaucht und derjenige nachdrücken muss und auf
den nicht angefahrenen Teil des Reifens kommt? 
Diesen Leuten kann ich nur sagen, fahrt eure Flanken an! Dazu braucht man nicht schnell
zu sein, einfach in engen Kurven das Mopped ordentlich drücken oder auf einem Parkplatz
ein paar enge Kreise fahren und ordentlich drücken.
Wenn die Reifenflanken nicht angeraut sind und wohlmöglich auch noch Formwachs oder
ähnliches auf den Flanken ist nützt einem der tollste Reifen nichts.
"Reifen und Öl, die unendliche Geschichte."
Gruß, Thomas