Beiträge von -BW-

    Klingt schon mal gut, ist aber erst die 3. von 4 Lernphasen:

    1. unbewusst inkompetent
    2. bewusst inkompetent
    3. bewusst kompetent
    4. unbewusst kompetent

    Die 3. Phase erreicht man durch Übung und Wiederholungen, sie ist allerdings noch anstrengend weil sie große Konzentration und viele mentale Ressourcen (ver)braucht und deshalb auch fehleranfällig ist.

    Erst in der 4. Phase hat man die Fertigkeit so weit automatisiert und verinnerlicht, dass man intuitiv und instinktiv richtig handelt, ohne zwischendurch nachdenken oder analysieren zu müssen. Wenn die Kernaufgabe automatisiert ausgeführt wird, man die Kurve nicht mehr zuerst im Kopf fährt, wird Aufmerksamkeit für andere Dinge frei, z.B. für die frühzeitige Erkennung des Busses, der dir demnächst in der Serpentine entgegenkommen wird, das Schlagloch am Scheitelpunkt etc.

    Noch eine Ergänzung:


    Der so früh einsetzende Drehzahbegrenzer verhindert eine bessere Beschleunigung, da die Anschlüsse, zumindest der unteren Gänge, lange nicht so gut passen, wie sie eigentlich könnten. Das heißt, dass die Drehzahl nach dem Hochschalten auf ein niedrigeres Niveau als nötig abfällt.


    Dazu könnte man jetzt sagen, dass ja auch da genug Drehmoment vorhanden ist, es geht aber darum, was vor und nach dem Schaltvorgang nach(!) dem Getriebe an Drehmoment bzw. am Rad an Zugkraft zur Verfügung steht. Optimalerweise könnte man so hoch drehen, dass im längeren, höheren Gang dann gleich viel Drehmoment an der Kette anliegt wie beim kürzeren, unteren Gang.

    Oder anders ausgedrückt: Man hat nach dem Schaltvorgang bei niedrigerer Drehzahl einfach weniger Leistung als bei etwas höherer Drehzahl da wäre.


    Was die neueren Modelle da nur über Software können und die älteren, unter anderem meins, nicht, macht dann wirklich nur Zehntelsekunden aus. Viel relevanter fände ich es, den Schaltpunkt besser erfühlen zu können.

    Aber das ist dann schon wieder nicht mehr stumpf physikalisch-mathematisch. ;)

    Das hat gar nicht so viel mit dem niedrigen Drehzahlband eurer NC zu tun.

    Bei den 700ern und ersten 750ern setzt der Drehzahlbegrenzer, im Gegensatz zu vielen anderen Motorrädern, schon sehr früh nach dem Leistungsmaximum ein. Das bedeutet, dass man quasi keine Chance hat, den beginnenden Leistungsrückgang zu spüren, um noch rechtzeitig zu schalten. So freut man sich beim Hochdrehen über den zunehmenden Schub und rasselt lächelnd in den Begrenzer.

    Das wirkt wenig intuitiv und kann besonders ohne DCT gerade die Fahrer nerven, die noch nicht lange oder nur gelegentlich NC fahren. Man gewöhnt sich aber daran.

    Bei den späteren 750ern hat Honda darauf reagiert und die Drehzahl für den Begrenzer hochgesetzt.

    Doch, das gilt für jeden Motor!
    Begründung: Auch wenn dir bei niedrigeren Drehzahlen nur 10% des Drehmoments fehlen, muss das Drehmoment noch immer mit der niedrigeren Drehzahl multipliziert werden, und da kommt dann eben deutlich weniger Leistung heraus, die aber nun mal für die Beschleunigung ausschlaggebend ist. Siehe deine Formel. Der Denkfehler liegt auf deiner Seite, shit happens.

    Für optimale Beschleunigung schaltet man, wenn nach dem Drehzahlsprung nach unten mindestens gleich viel Drehmoment nach(!) dem Getriebe anliegt. Wenn die Gangsprünge zu groß sind, was oft bei den unteren Gängen der Fall ist, natürlich kurz vor dem Erreichen des Begrenzers.

    Das ergibt dann Schaltvorgänge, die sich, je höher man schaltet, immer mehr der Nenndrehzahl mit der höchsten Leistung annähern. Einfach mal selbst ausrechnen: Primär- und einzelne Gangübersetzungen stehen in der Anleitung zum Fahrzeug, Drehmoment, Drehzahl und Leistung kann man zur Not aus einem Diagramm ablesen.


    Nein, denn dieser vermeintliche Vorteil wird, wie oben bereits geschrieben, durch die lange Gesamtübersetzung der NCs normalisiert. Hochdrehende Motoren können wegen ihres größeren Drehzahbandes deutlich kürzer übersetzt werden und dann liegt nach(!) dem Getriebe (Drehmomentwandler) halt ähnlich viel Drehmoment an. Da das Drehmoment durch das Getriebe gewandelt wird bringt es also wenig, das Drehmoment des Motors zu vergleichen, besser wäre es, ein Zugkraftdiagramm für das Hinterrad in den unterschiedlichen Gängen zu erstellen. Mach das mal, du wirst dich wundern!


    Nein, vergleichen sollte man Motoren mit annähernd gleicher Leistung.

    Einer leistungsstärkeren, höher drehenden und ambitioniert ausgedrehten 750er wäre eine NC unterlegen, egal, wie und wann man die NC schaltet.


    Lorenz

    Richtig! Die Kombination aus Drehmoment und Drehzahl ist die Leistung.


    Die Formel zu kennen und korrekt aufzuschreiben ist aber nur die halbe Miete ...