Es ist ja nun wirklich kein Geheimnis, dass sich die Eigenschaften eines Reifens durchaus innerhalb gewisser Grenzen verändern lassen. Weniger Reifendruck erhöht sowohl durch mehr Walkarbeit die Reifentemperatur als auch durch mehr Aufstandsfläche in der Regel die Haftung. So sehr übertreiben, dass der Reifen seine Stabilität verliert darf man es natürlich auch nicht.
Gerade im Winter kann man aber einen Reifen durch etwas weniger Luftdruck durchaus mal in ein Temperaturfenster bekommen, in dem er deutlich besser funktioniert als wenn er kälter bliebe. Wie gut das möglich ist hängt allerdings sehr von der Stabilität der Karkasse und der verwendeten Gummimischung ab. Da wird dann im Winter z.B. ein Tourenreifen deutlich mehr Grip bieten als ein sonst klebriger Sportreifen, der sein richtiges Temperaturfenster nie erreicht.
Und natürlich haben Reifen sehr stark mit dem Gefühl und auch persönlichen Vorlieben zu tun.
Das ist dann auch einer der Gründe, warum Honda nur die gemeinsam mit den Reifenherstellern für diese Dimensionen festgelegten Luftdrücke angibt: Das funktioniert immer halbwegs und birgt keine großen Überraschungen. Damit kann man fahren - nicht besonders gut, nicht besonders schräg, nicht besonders sicher, nicht besonders schnell, nicht besonders komfortabel aber eben irgendwie durchschnittlich, immer und jeder.
Will man es besser oder einfach nur mit anderen Prioritäten kann man da durchaus vorsichtig etwas ändern.
Dafür braucht man aber neben Wissen und Erfahrung auch ein funktionierendes Popometer und das kann Honda alles nicht voraussetzen.