Ingenieur bei einem renommierten Motorradhersteller. schreibt und erklärt folgendes.
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Sorry, aber der schreibt eine Menge halbgares Zeug!
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Grundsätzlich braucht ein 4-Takt Motor keinen Rückstau in der Abgasanlage.
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Das stimmt nur wenn der Motor ohne(!) Rücksicht auf die Drehmomentkurve einfach nur laufen soll.
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Leistungsmäßig ist es sogar am Besten, einen konischen Krümmer zu haben, jedoch sind diese noch viel lauter und selbst im Rennsport kaum eingesetzt, weil diese den Lärm ungemein verstärken.
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Die werden sogar im Serienbau eingesetzt und sind nicht pauschal lauter. Richtig ist, dass sie bei optimaler Konstruktion Leistung bringen können. Durch eine entstehende Sogwirkung schwingt die Abgassäule im richtigen Moment kräftiger von Auslassventil weg, saugt quasi den Brennraum leer und durch die Ventilüberschneidung auch schneller wieder mit Frischgas voll. Der Brennraum wird besser mit brennbarem Gemisch gefüllt, was den Verbrennungsdruck und damit Drehmoment und Leistung steigert.
Die richtigen Druckverhältnisse in der Abgasanlage sind also sehr wohl entscheidend!
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Nun wird oft von Auspuff-, Luftfilter- und vor allem ECU-Herstellern gesagt, man sollte unbedingt das Mapping ändern, wenn irgendwas am Luftfilter, Abgasstrang oder beidem geändert wird. Dabei geht es darum, dass durch die Veränderungen Luft leichter in den Motor strömt, was das Gemisch magerer werden lassen könnte. In der Praxis ist dieser Effekt jedoch weitaus weniger gravierend wie er dargestellt wird. Der Motor ist an sich schon auf ein sehr breites Luftmassenspektrum abgestimmt, da er sowohl auf Meereshöhe, als auch auf dem 2500m hohen Bergpass vergleichbare Leistung liefert, bzw. subjektiv nur dem Kenner auffällt, dass der Motor anders anspricht. Nichts anderes geschieht, wenn man die angesprochenen Veränderungen vornimmt.
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Das ist zum Großteil viel zu pauschal dargestellt und stimmt in einigen Bereichen auch gar nicht.
Zum einen muss man kein "Kenner" sein, um zu merken, dass Vergasermodelle in der Höhenlage wirklich sehr schlecht laufen weil nicht mehr die benötigte Masse Luft angesaugt werden kann um das Benzin optimal zu verbrennen. Und auch bei Einspritzern mit Lambda-Regelung merkt man einen starken Leistungsverlust. Der Motor spricht nicht nur etwas anders an.
Zum anderen gab es bei Vergasermodellen anders abgestimmte Länderversionen für Länder, in denen die Motorräder in größerer Höhe bewegt werden. Zusammengefasst lassen sich Motoren eben nicht "auf ein sehr breites Luftmassenspektrum" abstimmen und liefern dann "vergleichbare Leistung"!
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Der Sauerstoffgehalt in der angesaugten Luft ändert sich.
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Nö, mit sich ändernden Druckverhältnissen ändert sich das Volumen, somit werden nur alle Moleküle seltener. Der Sauerstoffgehalt von rund 21% bleibt gleich.
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Durch den geringeren Abgasstau verfügt der Motor über mehr Leistung, um Luft anzusaugen, bzw. durch einen Luftfilter mit geringerem Widerstand, wird dem Motor das Ansaugen erleichtert.
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Sehr unglücklich ausgedrückt und wieder viel zu pauschal.
Wie bereits oben geschrieben muss die Abgassäule in die richtige Schwingung gebracht werden, einfach nur weniger "Abgasstau" kann auch zu schlechterer Füllung des Zylinders führen. Und auch auf der Einlassseite schwingt eine Gasssäule, weswegen pauschale Aussagen auch da nicht angebracht sind.
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Nun ist ein weiterer Faktor im Spiel, nämlich, dass es sich um einen Saugmotor handelt, das heißt, der Druck der angesaugten Luft im Zylinder kann maximal dem Umgebungsdruck entsprechen.
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Wenn der Motor aus ist und das Einlassventil offen steht mag das stimmen. In Betrieb sind aber sehr wohl höhere Drücke im Zylinder möglich als der Umgebungsdruck. Da schwingt ja eine Gassäule und die ist elastisch, wenn die in Bewegung ist muss man nur zum richtigen Zeitpunkt das Einlassventil öffnen und schließen.
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Und somit führen die genannten Veränderungen nur dazu, dass der Luftdruck im Motor näher an den Umgebungsdruck kommt.
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Nö, siehe oben.
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Und da wir wissen, dass der Motor nicht empfindlich auf den Umgebungsdruck reagiert, wird er auch nicht empfindlich auf die Veränderungen reagieren, ...
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Falsche Annahme, siehe oben.
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... geschweige denn werden diese Schaden anrichten, da er mit viel höheren Druckschwankungen zurecht kommt.
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Halb richtig. Die geringen Druckschwankungen der Luft, ob in der Höhenlage oder durch Änderungen auf Einlass- oder Auslassseite, sind es wirklich nicht, die Schaden anrichten. Es sind aber die u.U. zum Negativen veränderten Strömungsverhältnisse, die in der Folge z.B. zu hohen Temperaturen, als Folge von veränderter Verbrennung in Kombination mit schlechter abgeleiteten, heißen Abgasen die Auslassventile belasten. Und die gehen dann eben gerne mit der Zeit oder manchmal auch schlagartig kaputt.
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Wenn nun durch ein neues Mapping ein paar PS mehr gemessen werden, dann liegt das nicht allein daran, dass dieses die Veränderungen (Abgas, Luftfilter) ausgleicht, sondern viel mehr daran, dass der Motor etwas fetter abgestimmt wird, was allein schon zu etwas mehr Leistung führt.
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Nö, das liegt grundsätzlich daran, dass durch die Pflicht zur Einhaltung der Abgas- und Geräuschwerte ab Werk "Abstimmungsmängel" bezüglich der Leistungsentfaltung "eingebaut" werden müssen, die man durch ein anderes Mapping wieder beseitigen kann. Es ist eben nur ein Kompromiss zwischen Emissionswerten und Leistung bzw. schön fahrbarer Abstimmung. Wenn die Hersteller dürften, wie sie wollten, dann wäre es ein Leichtes die Motoren besser abzustimmen.
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Somit lautet das Fazit: 1. Mapping bringt ein paar mehr PS, merken wird man davon nicht viel
2. Veränderungen (Abgasstrang/Luftfilter) sind in diesem Ausmaß weder gefährlich, noch kosten sie viel Leistung, was die Kosten eines neuen Mappings rechtfertigen würden.
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Fazit 1 stimmt nur in Bezug auf die Leistung, die bessere Fahrbarkeit durch schönere Leistungsentfaltung ist aber viel spürbarer und auch mehr wert.
Fazit 2 ist eher Unsinn weil sinnvolle(!) Änderungen keine Leistung kosten sondern bringen und nur in Verbindung mit einem geänderten Mapping voll zur Geltung kommen und man nur dann sicher sein kann, dass sie nicht ungesund für den Motor sind.
Mein Fazit:
Nichts Genaues weiß man nicht und pauschale Aussagen sind nicht möglich.
Deshalb sollte man nach größeren Änderungen immer eine professionelle Abstimmung folgen lassen oder zumindest die aktuelle Abstimmung überprüfen.