Das ABS mußte nicht regeln, der Reifen hat ja perfekt gehaftet.
Wer wie ich aus Versehen einen Stoppie macht, kann schlecht beurteilen, wann und wie hoch das Moped das Hinterrad hebt. Einmal habe ich ebenfalls in einer Notsituation einen Stoppie mit meiner damaligen Kawasaki GPZ 1100 Horizont gemacht. Die hatte mit Koffern vollgetankt so um die 280 kg und meine hatte kein ABS (obwohl es das Modell auch mit ABS gab). Ich stand an einer Ampel neben einem Pärchen auf einer 200er PX, also einer alten klassischen Blech-Vespa. Die waren schon vorher sehr flott unterwegs und fuhren als es grün wurde so schnell es mit 12 PS geht los. Sehr weit kamen die beiden nicht - die Hinterachse brach. Da die Vespa einseitig aufgehängte Rädern hat, flogen sie elegant auf die Nase - genau vor mein Moped. Ich wollte weder das leicht bekleidete Pärchen überfahren, noch in die Vespa knallen. Also Anker geworfen. Es war richtig warm, die Reifen und der Asphalt griffen wie zwei Zahnräder ineinander. Vorne ging's runter, hinten hoch. Das brutale Reifenquietschen stammte vom Auto hinter mir. Der Fahrer hat mir hinterher berichtet, daß er schätzt, daß mein Hinterrad locker einen Meter in der Luft war. Es muß wohl so ähnlich wie in dem Video ausgesehen haben.
Das gilt generell: Ein Stoppie geht nur mit einem nahezu perfekt greifenden Reifen. Da darf kein großer Schlupf sein. Es gibt ABS-Systeme, die dann den Bremsdruck mindern, aber das machen nicht alle. Das System der NC hat da jedenfalls nicht drauf reagiert. Die Gabel ist eingetaucht, daß da nicht mehr viel fehlte und sie wäre auf Block gegangen. Wie gesagt, vom Gefühl her dürfte das Hinterrad abgehoben haben.
Mein Glück war, daß ich früh genug die Bremse losgelassen habe (gilt übrigens für beide Geschichten), das hat mir die unsanfte Landung auf dem Asphalt erspart.
Gruß Michael