Gefährdungsbeurteilungen mache ich beruflich und da komme ich bei der Reparatur von Motorradreifen zu einem einfachen Ergebnis: Die Eintrittswahrscheinlichkeit ist nicht sehr hoch, aber sie ist gegeben. Die möglichen Folgen sind jedoch erheblich. Es besteht Handlungsbedarf würde man da sagen. Reifen neu, Gefahr gebannt.
Mit geflickten Reifen zu fahren ist wie mit einem Jethelm ohne Gesichtsschutz unterwegs zu sein. Das machen viele zum Teil seit Jahren und Jahrzehnten ohne Probleme. Aber ab und an fällt doch mal einer beim Sturz auf das Gesicht, das meist anschließend eine Erneuerung sämtlicher Paßbilder in allen Dokumenten erfordert...
Die Zahl und Schwere von Gesichtsverletzungen rechtfertigt eigentlich längst ein Verbot von Jethelmen.
Die Zahl von Stürzen nach Reifenreparaturen mag im Promillebereich liegen, aber die Stürze können böse ausgehen, besonders weil die Reifen meist unter hoher Belastung, also mit Tempo in der Kurve oder in ähnlichen gefährlichen Situation versagen.
Wir sind alle erwachsen und müssen selbst entscheiden, welches Risiko man eingehen will. Ich würde es selber nicht eingehen und rate auch anderen davon ab. Ich habe täglich mit den unwahrscheinlichen Ereignissen und den daraus resultierenden Unfallfolgen zu tun, mit leichten und schweren, mit dauerhaften Einschränkungen und auch mit Todesfällen.
Die ich nenne sie mal Mutigen frage ich gerne, ob sie z. B. Lotto spielen. Das machen die meisten. Wenn ich dann bitte, mir zu erklären, warum sie bei einer Chance von 1:140.000.000 sagen: "Warum soll es nicht mal mich treffen?", aber bei einer (Unfall-) Chance von 1:1.000 oder nur 1:100 sagen:" Warum sollte es gerade mich treffen?".
Gruß Michael
