Einen schönen guten Morgen an alle,
und zunächst ganz herzlichen Dank für die vielen Posts, die guten Wünsche und die vielen Tipps von Euch allen.
Es ist schon überwältigend, welche Anteilnahme mein Eintrag ausgelöst hat. Und selbstverständlich gibt es auch viele, z.T. sehr kontroverse Meinungen zur Vorgehensweise nach so einem Unfall.
Ich will Euch kurz den derzeitigen Stand schildern.
Nochmals schnell zum Unfallhergang:
Ich bin der Meinung, dass der Unfallgegner auf Grund seiner Behinderung (ich tippe wegen mehrerer Anzeichen und fachlicher Erfahrung auf MS) deutlich in der Reaktion verzögert war. Er hätte ganz klar den Zusammenstoß verhindern können. Es bestand kurz vor dem Aufprall Blickkontakt und die Zeit hätte schon wegen der geringen Geschwindigkeit locker zum Bremsen ausgereicht.
Und damit klar ist: Natürlich sind Behinderte nicht per se untauglich zum Autofahren und oft genug sehr auf das Auto angewiesen. Das bleibt unbestritten für mich.
In diesem expliziten Fall jedoch hat nach meiner Meinung die Behinderung des Unfallverursachers zum Unfall beigetragen oder diesen sogar verursacht. Deshalb habe ich auch mit der Versicherung des Unfallgegners nochmal Verbindung aufgenommen und genau diese Vermutung ohne jede Emotion geschildert. Dort war man sehr dankbar für meinen Hinweis und wird eine Überprüfung veranlassen.
Auch sonst war der Kontakt von Seiten der Versicherung (Signal Iduna) außerordentlich freundlich und kompetent. Mir wurde sofort ein Leihfahrzeug (leider nur Auto) angeboten oder eben eine Nutzungsausfallentschädigung (für die ich mich nun entschieden habe). Mir wurde außerdem mitgeteilt, dass der Fall hier ganz klar wäre (selbstverständlich kann ich auch im Nachhinein noch einen Anwalt einschalten, wenn sich dies als erforderlich herausstellt). Man will von Seiten der Versicherung und bei einem Schaden von unter 3.000,-€ (davon gehe sowohl ich, als auch die Werkstatt aus) auch auf ein Gutachten verzichten. Antrag auf Entschädigung für die Wertminderung ist von mir gestellt.
Gesundheitlich mache ich mir keine Sorgen. Da ich vom Fach bin, kann ich die "Verletzungen" und das Risiko von Spätfolgen sehr gut einschätzen. Es waren zwei kleine Hautabschürfungen und eine Prellung am li Hüftgelenk, die heute schon kaum mehr zu spüren ist. Lt. Versicherung gibt es hierfür eine kleine finanzielle Entschädigung. Das genügt mir.
Ich werde auf keinen Fall "herausholen was herauszuholen ist". Auch wenn dies vielleicht nicht dem sogenannten Zeitgeist entspricht.
Wenn meine NC wieder makellos vor mir steht und möglichst keine Gefahr mehr von meinem Unfallgegner für die Allgemeinheit ausgeht (ich werde dies bei der Versicherung nochmals in einiger Zeit versuchen abzufragen), bin ich äußerst zufrieden.
Ich wünsche Euch allen nun ein schönes und vor allem unfallfreies Wochenende
und bedanke mich nochmals für die große Resonanz.
Und nur noch am Rande: Gewalt lehne ich in jedweder Form schon aus innerster Überzeugung absolut ab. Dies gilt auch für verbale Äußerungen!
Der Nelso