Kiel-Rüdesheim und zurück.
Dienstlich. Es war Sommer, was also lag näher als... genau...das Motorrad zu nehmen.
Mein Arbeitskollege stemmte sich auf seiner VN 900 gegen den Wind, ich saß äußerst kommod auf meiner Deuville 650, die bei Tacho 120 entspannt die Kilometer abspulte...bis sie irgendwann einfach ausging.
Natürlich auf der linken Spur, neben einer LKW-Kolonne. Also dann Blinker rechts und zwischen zweien dieser Ungetüme auf den Standstreifen. Mein Kollege hielt hinter mir und wir rätselten.
Sprit hatten wir ja erst 30km vorher gebunkert..
Okay, Startversuch, due Deau sprang an und auf dem Seitenstreufen fuhren wir langsam zu nächsten Ausfahrt.
Langsam deshalb, weil die Honda immer wieder ruckelte.
Mit Mühe erreichten wir einen Parkplatz, lösten den Seitendeckel und durften einen nahezu leeren Benzinfilter bewundern.
Also doch die Benzinpumpe?
Werkzeug raus, Leitungen an der Pumpe vorbei( die 650 läuft auch ohne notfalls mit Geschwindigkeiten um die 100km/h bis zu einem viertelvollen Tank problemlos.
Wir gaben uns nach getaner Arbeit mit ölige Fingern einen High Five und fuhren wieder los.
Allerdings nur 6 km weit, bis der Motor wieder ausging.
Okay, die Pumpe war es nicht, der Spritfilter wieder leer.....Also öffnete ich den Tankdeckel.
Dieser hob sich mit einem tiefen Seufzer und Zischgeräusch...
Die Tankenlüftung war schuld.
Glücklicherweise habe ich aus Verlustangst auf längeren Fahrten immer den Ersatzschlüssel dabei. In diesem Fall meine Rettung, denn das Schloss der Deauvillexgab den Schlüssel im geöffneten Zustand nicht her.
So konnte ich den Ersatzschlüssel im geöffneten Tankdeckel stecken lassen und trotzdem den anderen als Zündschlüssel benutzen.
In Rüdesheim angekommen, integrierte ich dann auch wieder die Pumpe in den Kreislauf. Erstes Abenteuer bestanden.
Auf der Rückfahrt wollten wir autobahnlos durchs Sauerland fahren. Kaum hatten wir die erste Steigunh erklommen, regnete es auf der Leeseite der Anhöhe wie aus Eimern. Gerne hätten wir die Regenkombis übergezogen, aber bevor wir einen sicheren Platz zum Abstelken der Motorräder finden konnten, waren wir durch bis auf die Knochen.
Dank an die Dame der Aral-Tanke in Bad Berleburg, die uns spät abends Unterschlupf gewährte, damit wir die Regensachen UNTER den Textilsachen anziehen konnten....
Immerhin hörte es dann doch noch auf zu regnen...allerdings erst deutlich hinter Hannover. Trotzdem, die Tour hat Spaß gemacht und nich heute heißt es manchmal: "Weißt du noch, Rüdesheim?"
Dann müssen wir beide grinsen. ![]()
PS:
Mit Krischi endet das immer so:
DIenst-Tour nach Berlin mit VN 900 und Meteor 350. Auf dem Hinweg bestes Wetter, Rückweg dann mit Sturm und Regen, allerdings wenigstens pannenfrei
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