Ich hatte keine Zeit zum Fluchen, ich war mit dem Fallen beschäftigt. 
Das hätte böse (also mit viel Schmerzen) enden können. Ich kam ja nicht richtig mit dem Fuß auf den Boden, daher konnte ich meinen Fall auch nicht abbremsen. Ich bin mit deutlich mehr Schwung als meine arme X auf den Boden gefallen.
Und das ist bei mir kritisch: Wie stabil oder labil meine linke Seite ist weiß kein Mensch. Die letzten Röntgenbilder wurden Ende 2014, also etwa anderthalb Jahre nach meinem Unfall im April 2013 gemacht und da war das Schlüsselbeinpuzzle noch extrem instabil. Durch das größte Loch im Knochen hätte ich meinen Finger stecken können. Was da jetzt an Löchern noch da ist weiß kein Mensch. So gesehen war ich froh, eher auf die rechte Seite geknallt zu sein. Was dank der Protektoren nicht weiter schlimm war.
Ich hatte aber noch mein Bein unter der Honda. Wäre ich ohne Koffer gefahren, hätte das meinem Fuß und meinem Bein sicher nicht gut getan. Und meiner Stimmung auch nicht, denn dann hätten die üblichen Sturzteile wie Auspuff u. ä. auch gelitten. Aber vor allem mein Fuß und Bein hätten sich bedankt. Auch wenn das nicht ihr Hauptzweck ist, aber Seitenkoffer erfüllen tatsächlich auch die Funktion eines Sturzbügels!
Eigentlich dachte ich auch, ich hätte in meinem Leben genug Stürze gehabt. Ein halbes Dutzend mal hab ich mich in den 200.000 bis 250.000 km auf die Nase gelegt. Meist ähnlich dämlich und mit vergleichsweise mildem Verlauf wie heute. Nur einmal, vor fast 30 Jahren habe ich eine 550er Suzuki ganz gut zerlegt, weil ich mich mit Landstraßentempo überschlagen habe. Oder eher die Suzi, die mehrere volle Drehungen schaffte und arg gelitten hat. Schrott. Ich selber landete auf einem frisch gepflügten Acker, wo ich auch ein paar Rollen machte. Weicher hätte das Himmelbett nicht sein können, in das ich geflogen bin.
Jugendsünde. Klassischer Fahrfehler. Ich war weit schneller unterwegs als ich die Straße einsehen konnte.
Gruß Michael