Beiträge von Ritzelschleifer

    Ja, das 17"-Vorderrad ist einer der Gründe, aber das gesamte Motorradkonzept ist ein anderes.


    Die klassischen kleinen Reiseenduros der 1990er und 2000er wie Transalp,Tenere und V-Strom waren als Alleskönner angelegt: zuverlässige Motoren mit sanftem Leistungseinsatz und geringem Verbrauch, rel. lange Federwege und komfortable Abstimmung dergleichen, 19"/17"-Fahrwerk mit der Möglichkeit für Stollenreifen, langstreckentaugliche Sitzposition, guter Wind- und Wetterschutz (z.B. auch durch Spritzwasser von hinten), großer Tank, bequeme und auch für einen Sozius geeignete Sitzbank, integrierte Gepäckbrücke und noch einige Dinge mehr. Leider sind diese Art Motorräder vor ca. zehn Jahren mehr oder weniger ausgestorben und durch Motorräder ersetzt worden, welche die damals beliebten Supermotos in vielseitigere Konzepte übersetzt haben, darunter die Versys. Es ging nicht mehr darum die eierlegende Wollmilchsau zu produzieren, sondern lifestyle-Motorräder für die kurze Wochenendtour und rein auf Asphalt orientiert (die 700er Tracer ist im Prinzip das gleiche, mühsam auf Reise und Sozius getrimmt).


    Die NC ist mMn grundsätzlich ein Konzept, welches wieder etwas mehr Alltagstauglichkeit in den Markt bringt, aber wenn man sich mal all die Punkte, die ich oben erwähnt habe anschaut und auf die NC überträgt, dann merkt man, dass da noch viel fehlt. Es hat mich z.B. bei meiner NC immer geärgert, dass der Tank unter dem Rücksitz ist und keine Gepäckbrücke da ist oder das ich bei nur etwas Regen den ganzen Rücken voll mit Dreck hatte. Auch der Soziusplatz ist eine Zumutung. So gut ich DCT, geringen Verbrauch und das Gepäckfach finde, aber warum hat Honda denn nicht an solche Kleinigkeiten gedacht? Umso ärgerlicher, weil das Grundkonzept der NC die perfekte Basis für eine neue Transalp darstellen könnte.


    Na, ein weites Thema. Das waren einige Gedanken, die man vielleicht in einem anderen Thread ausführlicher diskutieren kann.

    Geschmäcker unterscheiden sich. Ich fand die 1000er V-Strom recht gelungen, insbesondere Heck und Endschalldämpfer empfinde ich in ihrer Gestaltung als harmonisch. Daran hat es bei der alten 650er immer gekrankt, sie sah stets etwas wie ein Hängebauchschwein mit dickem Hintern aus. Vorn hat man mit dem 2016er XT-Schnabel versucht das Design zu retten, war aber unglücklich. Die bisherige 650er V-Strom stammt halt aus der Designära der Gladius, da ist mit Retuschen nichts zu retten...


    Ich werde sie mir auf jeden Fall anschauen, wenn sie beim Händler steht. Motor und Gesamtkonzept haben mich auch bei der alten schon überzeugt. Wenn Honda keine ordentliche Reiseneduro a la Transalp hinbekommt, Yamaha sich mit der neuen Tenere Zeit lässt und Kawasaki ohnehin nichts in der Richtung im Stall hat, dann bespielt die neue 650er V-Strom diese Fahrzeugklasse allein.

    Ist eigentlich jemandem aufgefallen, dass Suzuki neben der neuen 1000er auch die V-Strom überarbeitet hat? Bei der 1000er hat sich technisch einiges getan, optisch egtl. nichts. Aber die kleine 650er ist plötzlich richtig hübsch geworden: https://motorrad.suzuki.de/adventure/v-strom-650


    Auf der Suzuki.website habe ich erst gedacht, dass die Fotos der 1000er eingestellt sind. Ich finde sie richtig gut.


    Ich denke, dass die CRF 250 Rally nicht nach Europa kommen wird. Bei der neuen kleinen Tenere tippe ich auf Mitte 2017, einfach in der Saison wie bei der Tracer.

    Das Meiste was gestern präsentiert worden ist, war vorher schon in der Presse.


    Wirklich überrascht bin ich von einem Motorrad, welches ich nicht auf dem Schirm hatte: die Ducati SuperSport. Gefällt mir sehr gut. Obwohl überhaupt nicht mein Typ Motorrad finde ich auch die Yamaha SCR 950 gelungen. Mein bisheriges Negativ-Highlight: die MT 09 ist mit dem Facelift noch häßlicher geworden.


    Mal sehen, was die Tage auf der Intermot noch kommt. Einige Knaller sollte die EICMA in Mailand ja auch noch bereithalten, ist ja schließlich dien deutlich größere und publikumswirksamere Motorradmesse.

    Interessante Erfahrungen.


    Ich fahre wohnortbedingt nahezu ausschließlich Passstraßen - im Schwarzwald etwas weniger lang, dafür oftmals sehr steil und eng; in den Alpen ist das volle Programm dabei - und habe dein beschriebenes Problem mit meiner 2015er 750 X DCT damals nicht bemerkt. Ich war nur im S-Modus unterwegs und war selbst bei den ganz engen Kurven, d.h. ca. 20km/h, immer im 2.Gang, der 1.Gang wurde nie geschaltet.


    Wenn ich es mit einem Motorrad mit konventioneller Schaltung vergleiche muss ich zugegeben, dass ich noch nie mit schleifender Kupplung um eine Kurve gefahren bin. Sollte sich da fahrtechnisch ein Fehler bei mir eingeschlichen haben? Ich schalte vor der Kurve in den gewünschten Gang, fahre stabilisierend mit etwas Gas bis zum Scheitelpunkt und ziehe dann auf (in diesen Momenten vermisse ich das DCT bei meinem jetzigen konventionellen Getriebe). Die Kupplung brauche ich dafür nicht.


    Das das DCT mit dem von dir beschriebenen zurollen auf eine Kreuzung und unvermitteltem Gas geben Probleme haben kann, kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Das hat sich oftmals nicht sehr gut angefühlt und angehört.

    Es ist natürlich ein schönes Gefühl ein komplett neues Motorrad zu haben und dies ab km 0 einfahren zu können - ich rechne aber nach zwei "halben" Fehlkäufen mittlerweile kühl durch, ob sich ein Neukauf lohnt oder nicht.


    Etwas Sonderausstattung rechne ich immer noch drauf, so dass zum Neupreis noch 200Euro für einen Hauptständer, 100Euro für Handprotektoren und ggf. 100Euro für eine höhere Scheibe kommen. Zudem sind nach 1000km schon die ersten 200Euro für die Inspektion fällig.


    Eine junge Gebrauchte - im Idealfall schon mit erstem Reifenwechsel, d.h. so ca. 7000km - ist da eigentlich ideal: der erste große Wertverfall ist schon weg, die nächsten großen Inspektionen noch eine Weile hin und oftmals hat der Erstbesitzer schon das ein oder andere sinnvolle Zubehörteil verbaut. Wenn sie dann noch etwas Garantie übrig hat, ist es umso besser. Diese Motorräder sind recht rar gesät, etwas Geduld lohnt aber.


    Eine Gebrauchte, die bei ca. 20000km liegt, würde ich dagegen eher hintanstellen, weil dann der 24000er Service mit Ventilspiel dran ist. Zudem kommt in diesem Bereich dann auch der erste Kettenwechsel sowie Bremsbeläge. Interessant wird es erst wieder, wenn diese großen Brocken erledigt sind. Grundsätzlich würde ich aber eher auf Kilometer, als auf Alter schauen und vor allem: welchen Eindruck macht der Erstbesitzer? Meine jetzige CB 500 X wurde gehegt und gepflegt - ich denke der Besitzer konnte nachts nicht schlafen, wenn ein Wasserfleck auf dem Tank war - 3cm Angststreifen auf jeder Seite - also nicht gerast - und der Besitzer war schlicht und einfach nett und sympathisch.


    Stand heute würde ich daher immer nach einer jungen Gebrauchten suchen, außer durch einen Modellwechsel ist just das Traummotorrad sehr günstig zu erstehen (aber in diesen Momenten purzeln auch die Gebrauchtpreise...).

    Das Wichtigste ist: fahren, fahren, fahren. Unter allen Bedingungen und möglichst viel Kurven.


    Für mich war das Schwierigste mir bewusst zu machen, dass das Motorrad ab ca. 25Grad Schräglage nicht einfach umkippt oder wegrutscht. Das hat relativ lange gedauert. Ich habe mich da Stück für Stück auf bekannten Strecken heran getastet. Im Nachhinein habe ich meine größten Sprung gemacht, als ich mit sehr leichten und wendigen Motorrädern gefahren bin (die NC scheint mir für einen Anfänger schon zu stoisch und stabil zu sein) und meine Blickführung in Kurven so ausgerichtet habe, wie es sein soll - d.h. nicht 3m vor´s Vorderrad, sondern weit voraus schauen. Nämlich dahin, wo man auch hinfahren möchte. Dabei muss man aktiv in der Kurve auch den Hals bewegen und nicht nur aus den Augenwinkeln schauen. Es hat relativ lange gedauert das zu lernen - meinen Durchbruch (ein wirklicher "aha"-Effekt) habe ich auf den unzähligen Kurven des col de Turrini gehabt. Seitdem flutscht es richtig gut.


    Es hilft auch sich bewusst zu machen, dass moderne Fahrwerke und Reifen viel mehr können, als der Fahrer. Es ist beinahe unmöglich die Reifen im Trockenen zu überfordern, eher schleift lange vorher die Raste. Im Nassen zu fahren ist dann aber nochmal eine andere Hausnummer: diese Blockade zu verschieben ist bei mir ein Lernprozess, der bis heute anhält.

    Ich fahre ganzjährig, heute war es knapp über Null Grad und trocken. Grundsätzlich gilt aber bei mir: nur gut 12km einfacher Weg, nur eine Ampel, hohe Scheibe und Heizgriffe und alles ist gut.