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Zwischen einem klassischen Motorrad und einem sog. Retro-Motorrad sehe ich einen fundamentalen Unterschied. Ein 30 Jahre altes Motorrad sieht so aus wie es aussieht, weil das Design zeittypisch war. Wenn sich ein solches Design entgegen aller späteren Designsprachen als zeitlos aktuell erwiesen hat, kann man von einem klassischen Motorrad oder gemeinhin einem "Klassiker" sprechen. Dieses Prädikat musste sich das Design erarbeiten. Wesentlich ist, dass es authentisch ist.
Ein Retro-Motorrad spielt dagegen entweder vor, dass es alt ist - Triumph hat die Einspritzanlage der Street Twin als Vergaseratrappe designt -oder spielt mit Zitaten wirklich klassischer Motorräder, z.B. Speichenräder, Kotflügel und Rundscheinwerfer in Chrom, Stereofederbeine usw.
Man kann es natürlich dennoch einfach schön finden, aber etwas albern ist die das Kopieren von Vergangenem schon: jede Zeit braucht ihren Ausdruck. Wenn der Ausdruck unserer zeit "retro" ist, dann sagt das mE viel über die Konzeptlosigkeit unserer Zeit aus. Beispiele gibt es genügend: Shabby-look bei Möbeln, künstlich abgeschlagener Putz und brachliegende Backsteine in Restaurants usw.
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Verstehe ich nicht? Warum sollte ein Retro-Motorrad wie die Street Twin nicht für Reise, Abendrunde und Alltag taugen?
Erzähl mal, was fehlt denn? Ich fahr damit ja schon immer im Alltag, auf der Abendrunde und auf Reise. Egal, ob SR 500, R100 , Mille GT, W 650 oder Thruxton.
Bei meinen Kumpels ist das übrigens genauso.
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Je nach persöilchem Anspruch kann das funktionieren. Ich spreche ja nur von meinen Ansprüchen, nicht denen der Allgemeinheit. Mir fehlt an einer Street Twin zum Beispiel - und nachrüsten ist da ästhetisch eine Katastrophe, weil in der Designsprache nicht vorgesehen: guter Wind- und Wetterschutz durch eine Verkleidung, Handprotektoren, mehr Federweg (verhindern die Stereofederbeine), Gepäckbrücke, großer Tank, guter Soziusplatz usw.