Beiträge von Sigi64

    Die EU-weite Registrierungspflicht von Rindern wurde meiner Erinnerung nach eingeführt, um die weitere Ausbreitung der Mad Cow Desease in der 90ern einzudämmen und das Verkaufsverbot von möglicherweise infiziertem Fleisch besser kontrollieren zu können, also aus Verbraucherschutzgründen. ;)


    Den Bürger mit Gesetzen gängeln, das machen Regierungen meistens, auch die nationalen. Ich finde es auch total übertrieben, dass irgendeine Behörde mitreden will, wenn ich mein Mopped umbaue. Oder Geschwindigkeitsbegrenzungen - alles gnadenlose Behördenwillkür! Würde sich ohne viel besser von alleine regeln. Regierungen sind sowieso das grundsätzliche Problem der Welt. Law and Order ja, aber nur wenn's ich sage, wenn's die Regierung sagt is Kacke! :lol:

    Meine Fotos von Bebra 2016.

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    Falls wer sein Gesicht oder Kennzeichen anonymisiert haben möchte, bitte PN an mich.

    Meine Anmerkung war keine Kritik an Dir Matthias, sondern an dieser Publikation.


    Ich mein, im Ernst: sind EU-Regelungen, egal wie bescheuert sie sind, aus Rechts-/AfD-Sicht jetzt gnadenlos anzuwenden oder nicht? :think:
    Die Regierung wendet oberbescheuerte Dublin-Regelung temporär nicht an - Skandal!
    Die Behörden wenden oberbescheuerte Rinder-Registrierungsregelung schon an - Skandal!
    Wat denn nu?
    Muß Recht jetzt Recht bleiben oder nicht?



    P.S.
    Wo ist auf dieser Seite ein Bericht, der sich über die von der EU zu verantwortende "Tötung" von tausenden Menschen auf dem Mittelmeer ähnlich empört wie über die von 40 von 140 Rindern?
    Bissl scheinheilig, oder. :roll:

    Na, das ist doch mal eine herzige Webseite mit beispielhaft taktvollem und untendenzösem Neid- und Empörungs-Journalismus!!! :clap: :handgestures-thumbup:

    Steht m. E. doch da:


    Klarstellung, dass das GG auch nach der Wiedervereinigung weiter gilt.



    Kann-Bestimmung, keine Muß-Bestimmung. Ich sehe nicht, dass da ein Zwang festgelegt wurde, dass GG schnellstmöglich zu ersetzen. Außerdem ist kein Zeitrahmen angegeben. Kann ja noch kommen. Oder eben auch nicht.


    Ist doch nett, dass das GG sagt, dass es automatisch ungültig wird falls eine neue Verfassung beschlossen wird.



    Ob Deutschland für den einen oder anderen eine Verfassung hat oder nicht, nur weil das Ding Grundgesetz heißt, ist für die tägliche Rechtspraxis völlig unerheblich.
    Man darf ja auch der Meinung sein, dass es auf deutschen Landstraßen keine Geschwindigkeitsbegrenzung gibt. Die Fahrerlaubnis wird so oder so im Fall der Fälle weg sein.

    Gerne. Wortklauberei ist auch mein Steckenpferd.


    Die deutsche Verfassung heißt Grundgesetz.
    Das GG wurde durch die Einigungsvertrag etwas angepasst und gilt seitdem als gesamtdeutsche Verfassung. Daß der verfassungsgebende Gesetzgeber das nur leicht modifizierte GG als gesamtdeutsche Verfassung belassen hat, heißt nicht, dass wir uns in einem illegitimen Zustand befinden.



    Der "Beitritt" der 5 "neuen" Länder war eine Möglichkeit des Vollzugs der Wiedervereinigung. Aus dem Wort "Beitritt" abzuleiten, dass die Wiedervereinigung im Sinne des GG nicht stattgefunden hat, halte ich für verwegen.



    Das wisst Ihr bestimmt alle selbst, aber der Vollständigkeit halber:
    Aus dem GG wurde 1990 die Aufforderung, die Einheit zu vollenden entfernt, um weitere "Beitritte" von Pommern, Schlesien, West- und Ostpreußen von vornherein zu verhindern. ;)

    :text-goodpost: Das sehe ich genauso. So lange die nationalen Regierungen aus innenpolitischen Gründen nahezu alle Aktionen der EU ausbremsen können und der EU nur noch den unattraktiven "Rest" (z.B. Normkrümmung von Bananen) um Entscheiden übriglassen, wird sich an der Akzeptanz der EU nur wenig ändern.
    Es sind aber die nationalen Regierungen (allen voran Deutschland - nicht nur das Vereinigte Königreich), die dieses verheerende Bild erzeugen, nicht die immer dafür gescholtenen Politiker in Brüssel.


    Wenn's nach mir ginge, hätten wir schon längst viel, viel mehr Europa als weniger.
    Das heißt aber auch: nationale Kompetenzen endlich komplett nach Brüssel abgeben: Wirtschaftspolitik, Außenpolitik, Verteidigungspolitik, Sozialpolitik.
    Vor allem auch Schutz der Außengrenzen durch die EU selbst und nicht nur durch die, die zufällig das Pech haben, geographisch an der Außengrenze der EU zu liegen.


    Ich vermute mal, dass ich dafür in einem bestimmten politischen Lager als Nestbeschmutzer und Unpatriot dastünde. ;)



    Wenn Cameron das Referendum nicht nur als reine Ablehnung konstruiert hätte, sondern als implizite Zustimmung zu konstruktiven Veränderungen (z.B. Austritt bis Ende 2020 ja, aber nur wenn bis Ende 2020 die oben genannte Weiterentwicklung und stärkere Integration der EU keine Fortschritte macht), dann hätte es sinnvoll als Ansporn zur Weiterentwicklung beitragen können, im Sinne von "jetzt müssen wir mal alle unseren Arsch bewegen, sonst sind die Briten weg".
    So aber war es nur ein lauwarmes Nein, von dem keiner weiß, was er wirklich davon halten soll.


    Diese Benennung der Alternative zum Nein zur EU, der Alternative zur Dekonstruktion, fehlt mir bei allen europäischen "neuen Wertkonservativen" völlig, besonders bei der, die die "Alternative" hierzulande im Namen trägt.
    Ich muß daher davon ausgehen, dass einfach keine europäische Weiterentwicklung gewollt wird. Also zurück zum deutschen Nationalglück!


    Das ist der Punkt, den ich oben meinte.

    Finde ich gut. Dann kannst Du sicher auch gut nachvollziehen, wenn jemand wie Merkel einsieht, dass die (übrigens von ihr selbst vehement geforderten) Dublin-Regelungen in der Realität Schwachsinn sind.


    Sicher ist die Bevölkerung heute im Schnitt gebildeter als vor 70 Jahren und in der Lage "verantwortlich" über Einzelthemen zu entscheiden. Auch wenn sich eine Mehrheit für eine andere Gesellschaftsform findet, kann ja die Verfassung komplett durch eine neue ersetzt werden und Deutschland somit neu gegründet werden. Die Franzosen machen das ja auch alle paar Jahrzehnte. Wofür Plebiszite aber nicht taugen, ist, die parlamentarische Demokratie komplett zu ersetzen.


    Wenn man sich die Aussagen führender AfD-Vertreter des letzten Jahres ansieht, wird man jedoch den Eindruck nicht los, dass parlamentarische Entscheidungen grundsätzlich abgelehnt werden, sie als Kungelei einer Elite, eines "Polit-Medien-Wirtschafts-Kartells" diffamiert werden und daher Volksentscheide einzig eingeführt werden sollen, um dieses, übrigens demokratisch legitimierte, parlamentarische System durch eine "Parallel-Volksdemokratie" zu entmachten.


    Ähnlich wird gegenüber der EU argumentiert. Konnte man gestern bei Maischberger wieder beobachten als Strache die üblichen rechten Positionen und Wortschöpfungen absonderte. Die EU wäre auf dem Weg zu einem "zentralistischen Bundesstaat", die in Brüssel wären ja nicht mal demokratisch gewählt.


    Was jetzt? Zentralistisch oder Bundesstaat? beides schließt sich ja wohl eindeutig aus.
    Und demokratisch gewählt wird die Kommission durch das europäische Parlament, das wiederum durch das EU-Volk gewählt wurde. Auch in Deutschland wird die Regierung nicht direkt vom Volk gewählt, sondern von den Volksvertretern.