Beiträge von Sigi64

    Da ich schon seit Jahrzehnten mal nach Zentralasien wollte, habe ich das Angenehme mit dem Angenehmen verbunden und mir diesen Lebentraum als Motorradreise erfüllt. 1500 km Kirgistan / Tien Shan Gebirge auf einer Enduro in 6 Tagen, davon 1200 auf Schotter oder Lehm. Das Land und die Menschen dort sind ein Traum, so dass ein paar Bilder nur ansatzweise einen Einblick geben können.
    Trotz schlechter Fitness hat meine Hardware das Gerüttel ganz gut überstanden und an den letzten beiden Tagen kam auf den Pässen sogar sowas wie ein Kurvenflow auf Schotter auf.
    Verkehrsregeln existieren wohl, interessieren aber niemanden. Wer z. B. links abbiegen will, blinkt und sich nicht darum kümmert, ob er nicht trotzdem überholt wird, wird ziemlich sicher umgemäht werden. Mein Motorrad hatte deshalb sicherheitshalber gar keine Blinker und kein Rück- und Bremslicht. :lol:
    Schlechte deutsche Feldwege sind um Klassen besser als die durchschnittliche Fernstrasse oder Ortsdurchfahrt in Kirgistan.


    Achja: so wie bei uns Brennnesseln an jeder Ecke wachsen, ist es dort mit Marihuana, das in den Tälern neben wildem Lavendel wirklich überall am Straßenrand rumsteht.


    Gebucht habe ich den Trip bei MuzToo aus der Schweiz (Naryn-Tour). Sehr empfehlenswert! Die Jungs kennen sich aus und sind sehr bemüht, haben die Tour mit stetig steigendem Schwierigkeitsgrad geplant. Ein Begleitwagen fährt mit Werkzeug, Wasser, Benzin und dem Gepäck hinterher, so dass man ohne Ballast seinen Spaß haben kann - auch mal einfach querfeldein geradeaus rauf auf die Berge à la Hillclimbing soweit es die XT schafft. Etwas Leidensfähigkeit ist aber schon gefragt, da man in der Pampa keinerlei gewohnte westliche Bequemlichkeiten hat. Kein Strom, kein Internet, kein Mobilfunk, oft kein Klo oder ein 300 Meter von der Jurte entferntes Plumpsklo, mit getrockneten Kuhfladen geheizte, durchräucherte Jurten für's Nachtlager (auf 3400 Meter hatte es in der Nacht nur 5 Grad, in der Ferghana-Ebene 37 Grad)
    Für Weltreisende ist MuzToo sowieso seit Jahren ein Begriff und deren Werkstatt in Osch Anlaufstelle zur Wartung oder Reparatur von Fernreise-Moppeds in Zentralasien.

    Wer im Irak 1998 geboren wurde und dorz aufgewachsen ist, ist jetzt 18 und hat sein gesamtes bewußtes Leben ausschließlich einen vom Westen verursachten Krieg erlebt.
    Für mich wäre in so einer Lage sonnenklar, was mein Lebensziel ist. ;)

    Nach München nimmt nun auch die breitere Öffentlichkeit endlich wahr, das der psychische Zustand der Täter, die für rationale Argumente nicht mehr erreichbar sind, das eigentliche Problem ist und nicht deren Herkunft.

    Ich fahre seit 1982, auch in Großstädten, anfänglich hauptsächlich München. Ich kann keine Veränderung der Verkehrssitten feststellen, partiell eher im Gegenteil, heute wird z.B. viel regelkonformer geparkt. Vielleicht wirken die ganzen potenten SUVs heute etwas bedrohlicher. Aber bereits damals war man der Depp, wenn man sich an das Geschwindigkeitslimit gehalten hat und wurde angehupt oder z.B. auf dem Mittleren Ring in München im 60er Limit von der Polizei ohne Blaulicht mit 90 überholt (heute ist in der Landshuter Straße ein fester Blitzer bei 50km/h Limit installiert, alle fahren 50...und 30 Meter danach wieder 80).


    Ich habe mich dann eben schnell angepasst und fahre seitdem mit der Masse unauffällig dauerhaft zu schnell (Limit plus MwSt), überhole wenn frei ist - egal ob's erlaubt ist, links oder rechts, gebe nach fest installierten Blitzern wieder Gas und warne andere vor Radarfallen, etc. Ich befinde mich gefühlt in guter Gesellschaft mit dem Großteil der anderen Fahrer und habe im Schnitt der letzten 20 Jahre pro Jahr 3 Tickets unter 30 EUR.


    Natürlich gibt es ein paar Todsünden, die man tunlichst unterlassen sollte, wie nicht absolut jederzeit anhaltefähig an kleinen Kindern vorbeizufahren oder auf der Autobahn rechts zu überholen. Nicht blinken gehört m. E. auch dazu :x .


    Andererseits:
    Wenn flächendeckend kontrolliert würde und alles etwas regelkonformer ablaufen würde, hätte ich auch kein Problem damit.
    Aber freiwillig damit anfangen so lange es noch so billig ist? :think:

    Bevor alles zusammenbricht, fahre ich demnächst erstmal noch 'ne Woche in Urlaub.
    Falls ich irgendwelchen Äxten oder Macheten begegne: Hasta la Vista Freunde, war echt nett hier! :handgestures-thumbup:


    Eigentlich wär das ja was für den Witzethread aber passt aktuell hier viel besser her.
    Der Haitzinger bringt's mal wieder auf den Punkt ;) :