Es ist schon interessant zu lesen, wie schnell gefordert wird geltende Gesetze, sei es Strafrecht oder Asylrecht, nach eigenem Gusto über den Haufen zu werfen, wenn es der eigenen Wut gegen irgendwelche Ängste auslösende Bevölkerungsgruppen geht. Wie Sigi richtig schreibt: Alles alter Hut, passiert hier durch Einheimische in nicht minderer Ausprägung, nur dass es die breite Öffentlichkeit nicht so aufregt. Die Presse kann ja die Volksmeinung mit den kürzlichen Vorfällen viel besser bedienen und dies wird dankbar in den Kreisen (liest man ja auch hier) angenommen.
Nicht falsch verstehen, Unrecht gehört entsprechend bestraft, egal, von wem es begangen wird. Mich ärgert allerdings auch das Gefühl der Ohnmacht, dass in unserem Land anscheinend Gruppierungen es fertig bringen sich einen rechtsfreien Raum zu schaffen. Hier bei mir hat man einen solchen allerdings gerade aufgelöst: Vereinsheim der Hells Angels (kriminelle Hintergründe sind ja sicher bekannt).
Nur, wo kommen wir denn hin, wenn man jeden Vorfall - egal wie schlimm er ist - zum Anlass nimmt, das Gesetz dahingehend zu beugen um möglichst schnell das Problem zu lösen. Dann sind wir nicht mehr weit von Anarchie also einem rechtsfreien Raum entfernt. Dann wird es hier wirklich schlimm.
Leider wurde in NRW (wohl nicht nur da) die Polizei kaputtgespart, so dass Kapazität fehlt. Dazu noch eine falsche Entscheidung eines Polizeihäuptlings bezüglich Einsatzanforderung und schon kam es zu den Vorfällen. Auch auf die Gefahr hin, dass mir das Argument des Polizeistaats entgegnet wird sollte man sich doch überlegen, ob da die innere Sicherheit betreffend nicht am falschen Ende gespart wird. Eine Armlänge Abstand kostet zwar nix, bringt aber auch nix.