Zitat von Werner
"...weil die menschliche Wasserwaage, medizinisch korrekt: Gleichgewichtsorgan, von Natur aus auf lediglich 20 Grad Schräglage ausgelegt ist."
Ein Zitat aus einem netten Artikel zu dem Thema:
http://www.motorradonline.de/m…mit-motorrad-teil-3/95464
...
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Moin,
das Zitat ist zwar richtig aber da fehlen noch ein paar zusätzliche Aspekte. Die 20° beziehen sich nicht auf Schräglage im Sinne von "der Körper liegt schräger als 20°", dann müssten wir ja die ganze Nacht beim Schlafen Kotzen
. Die 20° beziehen sich auf das was das Auge wahr nimmt und zu einem bewegtem Bild verarbeitet. In der Natur gibt es ja auch Schräglage beim rennen zum Beispiel. Jedoch schafft es wohl kein Tier und der Mensch erst recht nicht, bei durchschnittlichen Bodenbedingungen mehr als 20° Schräglage hin zu bekommen, sodass die Natur wohl hier Ihr Sparprogramm angesetzt hat und alles darüber nicht mehr sauber vom Auge per Umrechnung in eine internen Darstellung umrechnen kann (wozu auch, mehr geht ja auf natürlichen Wege eh nicht).
Beim Motorrad fahren geht nun doch mehr und das Gehirn bekommt damit Probleme. Das Problem kann aber relativ einfach aus der Welt geschafft werden
. Bei jedem Fahrsicherheitstraining lernt mann, dass die Blicktechnik eines der wichtigsten Sachen auf dem Motorrad ist. Dies gilt beim Kurvenfahrten in zweierlei Hinsicht. Weit in die Kurve reinschauen ist das eine und - jetzt kommt's - den Kopf gerade halten !! Wenn der Kopf bei 40° Schräglage um 20° angewinkelt wird, dann kann das Gehirn die Bilder wieder verarbeiten. Natürlich muss jetzt der Faktor "Kopf schief" in die Bearbeitung aufgenommen werden, aber dass ist das kleiner Übel.
Diese Weisheit habe ich aus dem Buch von Bernt Speigel "Die obere Hälfte des Motorrads" und eigenen Erfahrungen.

Auf dem Cover sieht man auch sehr gut, was mit dem "schräg halten" des Kopfes gemeint ist.
Für alle die dies nicht sowieso schon wissen ein kleines Experiment. Nehmt euch ein Youtube Video eines Motorradfahrers der schräg durch die Kurven schießt. Auch hier stellt sich - bei mir zumindest - ein gewisses Unwohlsein beim "normalen" ansehen ein. Wenn ich meinen Kopf vor dem Monitor immer entgegen der gerade gefahrenen Kurve neige, dann sieht es gleich ganz anders aus (auch für Zuschauer im Hintergrund
).
Auf der Straße das gleiche Bild: Vergesse ich, den Kopf entgegen der Kurve schräg zu halten komme ich einfach nicht runter. Halte ich den Kopf richtig, klappt es viel besser. Ich habe erst knapp über 3.000 km auf dem Motorrad weg (zumindest in den letzten 20 Jahren) und muss mich mit viel Training erst wieder an solche Sachen rantasten, sodass diese richtige Kopfhaltung zur Gewohnheit wird.
Jetzt schnell noch meine Rastenerfahrung: Beim Fahrsicherheitstraining diesem Sommer habe ich die Rasten auf beiden Seiten in der Kreisbahn angeschliffen
. Auf der Straße traue ich mir dies nicht, da ich zu viel Angst davor habe, dass die Straße nicht mitspielt, da ich z.B. den Belag nicht einschätzen kann oder Dreck auf der Straße fürchte oder oder oder ...
Hat jemand Lust im Raum Halle mal einen Parkplatz mit Hütchen zu bestücken und zu üben
, ich bin dabei 
In diesem Sinne unfallfreies Üben 
Viele Grüße
Jirka