Anzugsdrehmoment der Klemmschrauben an den Gabelstandrohren

  • #1

    Hallo XADV-Treiber!

    Mein weißes Alltagadventuremoped ist offenbar unsanft von einem ausparkenden PKW am Vorderrad angeschubst worden. Fazit Gabel verzogen, Gott sei Dank im elastischen Bereich. Reparatur war relativ einfach: Vorderrad an einer Wand seitlich "anlegen" und mit einem kräftigen Zug in die richtige Richtung die Gabel wieder grad ziehen. Lenker steht wieder wie er soll, Federung vorn auch wieder wie es gewohnt ist, na ja ich sag mal Glück gehabt und hoffentlich eine schöne Delle mit Gummiabrieb am flüchtigen Gegner.

    Jetzt aber zu meiner Frage: nach so einer Aktion ist es immer ratsam die Verspannungen komplett aus der Gabel zu bekommen indem die Klemmung der Vorderachse sowie die der unteren Gabelbrücke gelockert werden, ein paar Mal möglichst ohne Bremseinsatz eingefedert wird und dann alles wieder mit den richtigen Drehmomenten geklemmt wird. Bloß welche sind das?

    Hat wer ein Werkstatthandbuch und könnte mir diese Werte mitteilen?


    Danke


    LG aus Wien

    Georg

  • #2

    Hallo Georg,


    auf der Suche nach den gewünschten Drehmomenten wurde ich hier fündig:


    Gabelbrücke oben: . . . . . 22 Nm

    Gabelbrücke unten: . . . . . 39 Nm

    Steuerkopfschaftmutter: 103 Nm

    __________________________________

    An meiner Vorderradgabel habe ich einen elastischen Bereich.

    Dieser Bereich ermöglicht das Einfedern und gedämpfte Ausfedern des Vortderrades.

    Du hast einen zweiten elastischen Bereich.

    Ich ahne ja, was du meinst. Die Gabel hat sich verwunden.

    Obere und untere Gabelbrücke (Brille) haben sich in ihre Lage gegeneinander versetzt.

    Meine Empfehlung:

    Gehe zu einem alten Schrauber und lasse das prüfen und einstellen.

    Ein junger Schrauber wird dir eventl. den Austausch der beiden Gabelbrücken und der Holme empfehlen.

    So hat er es womöglich gelernt.


    Reinhard

  • #3

    Danke Reinhard für deinen Tipp vor allem für die Werte.

    Genau das hab ich gemeint - solange sich die Gabel nur verwunden hat spielt sich das im elastischen aller zusammenspielender Teile ab. Dh Dichtungen, Führungen, Rohre und auch die Gabelbrücken haben jeder für sich einen Bereich in dem sie sich verformen können (und auch dürfen) ohne ihre Funktion zu verlieren - geht das über den Bereich hinaus dann ist es verbogen und da kannst nix mehr grad biegen. Zumindest an der Gabel. In meinem Fall hat's durch eine seitliche Krafteinwirkung auf die Lauffläche des Vorderreifens zu einer geringen Verdrehung der Gabelholme in ihren Klemmungen geführt. Ergebnis war für mich deutlich sichtbar und spürbar - der Lenker ist leicht schief gestanden beim Geradeausfahren, sch...!

    Und jetzt mal meine Erfahrungen mit leicht verwundenen Gabeln (wär ned meine erste gewesen): mit gezielter Krafteinwirkung in die richtige Richtung versuchen die Verspannungen zu minimieren, das ist das was ich gestern gleich gemacht habe. Am Lenker bei seitlich an einem festen Körper anliegenden Vorderrad kurz und kräftig ziehen (nur ja nicht gegen den Lenkanschlag). Da hat's einen kurzen spürbaren Knacks von sich gegeben und - der Lenker war wieder gerade. Vorher und nachher ist das Moped immer gerade gefahren ohne irgendwohin seitlich zu ziehen - also ein deutliches Zeichen, dass nix anderes an der Fahrwerksgeometrie verbogen wurde.

    Dieses elastische Verwinden der Gabel hatte ich bei all meinen Enduros in den 80er und 90er Jahren wo nur eine Bremsscheibe drauf war. Ewiges Ärgernis, dauernd sind uns die Lenker schief gestanden vor allem dann auch noch wenn man das Teil ab und zu mal abgelegt hatte.


    Und hier kam dann der Tipp vom alten Schrauber (welcher leider schon in Pension ist):

    Um noch den letzten Rest der Verspannungen (oder überhaupt alle) zu beseitigen: Achsklemmung lockern, untere Gabelklemmung lockern, ein paar mal ordentlich Durchfedern und alles mit den richtigen Drehmomenten wieder festziehen. Die richtigen Drehmomente gewährleisten nämlich, dass beim nächsten kleinen "Feindkontakt" auch noch alles im leicht korrigierbaren Bereich bleibt. Zuknallen ruiniert nur Schrauben und Gewinde machts aber nicht fester. Deshalb die Frage nach den Werten. Danke dafür.


    LG aus Wien

    Georg

  • #4

    Was die Gabelrohre betrifft +/- 2 zehntel Millimeter Toleranz.

    Die Augen sind dort kein Mess-Sensor.

    Das kann nur mit dem Laser vermessen werden.


    Schon mit 10 Km/h gegen Bordsteinkannte kann sich was verziehen.

    Machen lassen in der Werkstatt oder wie ich fasst alles neu kaufen und selber ran mit Werksatt/Garage und Werkzeug im Hintergrund. Allerdings nur die Augen zum Messen... nach Bauchgefühl :/

    Reicht mir und TÜV hat auch nichts gemerkt letztes mal.

    Nur da ist noch was minimal krumm, obere Gabelbrücke,Gehäuse unten (Schowa), Rahmen verzogen ?

    Tja, :boywink:


    Mein Lenker hat heute noch eine minimale "rechts-Stellung" was sich auf das Fahrverhalten nicht auswirkt.

    Gewechselt habe ich die Gabelrohre , untere Gabelbrücke,rechts unten Gehäuse (Showa) und das Lenkkopflager.


    Fritz

    Wir haben das große Glück , das wir in genau jenem erdgeschichtlichen unfassbar kurzem Zeitraum leben , in dem es uns vergönnt ist , Verbrennungskraftmotoren zu benutzen.
    ( M. Perscheid)

    3 Mal editiert, zuletzt von Fritz ()

  • Hey,

    dir scheint die Diskussion zu gefallen, aber du bist nicht angemeldet.

    Wenn du ein Konto eröffnest merken wir uns deinen Lesefortschritt und bringen dich dorthin zurück. Zudem können wir dich per E-Mail über neue Beiträge informieren. Dadurch verpasst du nichts mehr.


    Jetzt anmelden!