Gesagt, getan, hier ist der Bericht der Zeitschrift „Motorradfahrer“ vom April unter dem sinnigen Titel:
Street auf Speed
Der Baby-Hooligan rückt dem großen Vorbild Speed Triple mit mehr Hubraum mächtig auf den Pelz.
Mir ist der Erstkontakt mit der Street Triple vor zehn Jahren noch sehr präsent.
Triumphs Baby-Hooligan fuhr wie ein Fahrrad mit 106 PS in den Oberschenkeln.
50.000 Besitzer bediente Triumph in zehn Jahren Bauzeit.
Deshalb präsentiert Triumph fortan drei Street-Modelle (S-106 PS, R-118 PS und RS-123 PS) mit unterschiedlicher Ausrichtung, Ausstattung und Preisen. Einsteiger und preisbewusste Alltagsfahrer werden ab 8900 Euro beim S-Modell fündig. Das Standartmodell profitiert wie alle neuen Street-Modelle von der Hubraumerweiterung auf 765 Kubik und bietet im Vergleich zum Vorjahresmodell mehr Drehmoment und fünf PS höhere Spitzenleistung. Die Einsteiger-Streety kann selbstverständlich ebenso mit technischen Neuerungen wie E-Gas, zwei Fahrmodi (Street, Rain) sowie Traktionskontrolle, neuer Schwinge, ABS aus dem Haue Continental und natürlich verschärftem Design inklusive LED-Tagfahrlicht-Doppelscheinwerfern der Speed-Schwester aufwarten.
Für 1,3 Kilo-Euro Aufpreis liefert Triumph das sportive R-Modell, erkennbar am roten Rahmenheck.
Mit fünf Bonus-PS, voll einstellbaren Federelementen, Brembo-Radialbremszangen, zwei weiteren Fahrmodi (Sport, Rider), die per Joystick am Lenker im schicken TFT-Farbdisplay angeklickt werden, spielt die Street-R definitiv in der Premier League. Wem 118 Pferde der R-Klasse samt amtlicher Sport-Hardware nicht genügen, der findet mit der hier gefahrenen Street Triple RS ein Tracktool mit saftigen 123 Pferdestärken. Zusätzlich zur R-Ausstattung gibt’s hier einen Track-Modus, der ABS sowie den Verbund aus Wheelie- und Traktionskontrolle für Ringabenteuer einstimmt. Damit beim Knieschleifen garantiert nix anbrennt, spendiert man dem Topmodell eine 41er-Big-Piston-Gabel von Showa. Radiale Brembo-M50-Monoblocks sowie Schwedengold in Form eines Öhlins-STX-Federbeins.
Völlig intuitiv steppen wir uns durch das klar strukturierte Menü im schicken Farbdisplay, die Bestätigung der Auswahl erfolgt per Druck auf den Wählhebel. Noch einfacher ist die Wahl der Fahrmodi.
Traktionskontrolle und ABS regeln im Rain-Modus erstaunlich dezent, sodass der Fahrer außer blinkenden Warnleuchten kaum etwas bemerkt. Ich stelle die Regelelektronik auf die Probe und wechsle in den Sportmodus. Auch hier arbeitet die Elektronik dezent im Hintergrund. Lediglich auf extrem rutschigen Passagen regelt das System zu defensiv und bremst den Vortrieb zu lange ein. Wen die Regeleingriffe stören, der kann die Helferlein abschalten.
Fast linear schiebt der um 90 Kubik gewachsene Dreizylinder kraftvoll vorwärts, ab 9.000 Touren spielt jedoch die Sportkapelle bis zum Limit bei 12.500 Touren. Der Dreiklang aus der brüllenden Airbox ist dabei ein echtes Erlebnis.
Im Bummeltempo unter Teillast arbeitet der Schaltassistent dagegen manchmal etwas grob. Absolute Sahne ist dafür die Gasannahme der Ride-by-Wire-Drosselklappen. Im Rain-Modus schön sanft und im Road- und Sportmodus klar und direkt lässt sich der 77-Newtonmeter-Triple perfekt an der Leine führen.
Die RS macht eine Riesengaudi mit ihrem starken Auftritt und dem leichtfüßigen Handling. Hier punktet auch die neue Anti-Hopping-Kupplung, die extrem geringe Handkraft fordert.
Ich stelle mir derweil die Frage, ob die neue Street Triple RS nicht die bessere Speed Triple ist. Deutlich kompakter, agiler, leichtfüßiger und hubraumgestärkt wird der Baby-Hooligan zur ernsten Kongruenz für sein Original. Auf dem Papier hängt die 123 PS starke Street-RS mit rund 20 Kilo Gewichtsvorteil ihre große Speedy-Schwester bereits ab.
Selten war ich auf einen direkten Schlagabtausch beider Geschwister mehr gespannt.
Ein paar technische Daten:
123 PS bei 11.700/min
77 Nm bei 10.800/min
765 cm³, Dreizylinder
ABS, Traktionskontrolle, Wheelie-Kontrolle, Schaltassistent, Anti-Hopping-Funktion
Sitzhöhe: 825 mm
Trockengewicht: 166 Kilo-Euro
Tankinhalt: 17,4 Liter
Preis: 12.050 € inkl. Nebenkosten
Es grüßt
sin_moto,
der vermutet, dass die Engländer die Speed-Triple nach der Produkterweiterung bzw. Dreiteilung der kleinen Schwester irgendwann auslaufen lassen werden.