Strafe, Vergeltung, Wiedergutmachung oder Rache?
Ofarims Reputation wird auf Jahre, vielleicht für immer, beschädigt sein weil es bei Nennung seines Namens in den Köpfen der Leute klingeln wird. Für ihn als öffentliche Person wird seine entlarvte Lüge ein nicht unerheblicher, negativer, wirtschaftlicher Faktor sein. Ist das Teil der verdienten Strafe, der er ja (leider) durch die Einstellung des Verfahrens entgangen ist?
Das Opfer, der Hotelmanager Markus W., wurde per öffentlicher Entschuldigung rehabilitiert, wird entschädigt und hat dem auch noch selbst zugestimmt. Aber reicht das alles dem empörten Teil der Öffentlichkeit überhaupt? Hat sich O. vielleicht nur viel zu günstig freigekauft? Müsste man ihm nicht noch wünschen, dass er nie wieder auftreten kann? Nie wieder?
Nie wieder Antisemitismus in Deutschland! Da sind wir uns hoffentlich alle einig, oder? Aber ist das vielleicht ein Jude, dem man zwar nichts Böses wünscht, man ist ja schließlich aufgeklärter Mensch und kein Antisemit, auf den man ungestraft einschlagen darf? Wurde er möglicherweise noch nie antisemitisch angegangen, obwohl er dies behauptete? Und dann hat er ja noch selbst seiner Religionsgemeinschaft erheblichen Schaden zugefügt, was man vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte ruhig mal erwähnen kann, oder?
Hat der einsetzende Kackesturm überhaupt irgendwas mit seiner Religion zu tun oder stürzt man sich doch nur zu Recht auf einen C-Promi, den man beim Lügen erwischt hat? Kann man das überhaupt noch trennen?
Eins weiß ich sicher: Ich möchte kein Antisemit sein!