Beiträge von Ritzelschleifer


    Es hat nun auch bei mir funktioniert. Ich bin bei meinen üblichen Arbeitswegen letzte Woche wie beschrieben unterwegs gewesen, d.h. "D", behutsam beschleunigen (aber immer noch flotter, als ein Auto), max. 100km/h, viel rollen lassen. Kein schleichen, sondern im Wesentlichen so wie ich Auto fahre, entspannt und vorausschauend. Am Ende lag ich bei 2,9l. Da die NC bei dieser Fahrweise sehr leise ist, hat es regelrecht beruhigend gewirkt.

    Gestern sind wir Quad gefahren, zunächst 2 1/2h CFMoto CForce 820 V2 (http://www.cf-moto.eu/index.php/cfmoto_cforce_820_de_de.html) und dann 2 1/2h Aeon Cobra 400 (http://www.aeon-motor.com/cobra-400sm/).


    Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht, aber ich weiß schon weshalb ich Motorrad fahre. Nach fünf Stunden NC steige ich frisch ab, nach fünf Stunden Quad brauche ich erstmal ein Sauerstoffzelt. Auch wenn es sicherlich an der Unerfahrenheit lag (ich bin bisher ca. 10Mal Quad gefahren), so strengt es doch vielmehr an. Die Vibrationen, die Lautstärke und die für jede Lenkbewegung notwendige Kraft ziehen richtig Körner. Dazu das Daumengas, welches den Handmuskeln des untrainierten Quad-Fahrers einiges abverlangt.


    Insbesondere der Kontrast zwischen beiden Quads war enorm. Sitzposition und Sitzkomfort des 800er CForce sind "king-of-the-road" und die 70PS drücken gewaltig aus der Kurve. Aber 400kg schieben auch enorm in der Kurve, ohne Servolenkung braucht man den ganzen Körpereinsatz um die Kiste zu manövrieren. Für den Spaß ist es nichts, eher ein Arbeitstier. Ganz anders die Cobra: 200kg, 27PS, straffes Fahrwerk und Straßenbereifung. Auch hier braucht man Kraft und Körperspannung in der Kurve, aber wenden geht gleichsam auf dem Handteller, selbst auf trockenem Asphalt kann man aus jeder Kurve im Drift herausbeschleunigen, die gefühlten Kurvengeschwindigkeiten und Fliehkräfte sind enorm. Ich bin Strecken gefahren, die ich vom Motorrad kenne: diesen lernt man gleichsam neu kennen, subjektiv fühlt es sich deutlich schneller an. Der Spaßfaktor für kürzere Touren ist riesig, für den Alltag oder Touren ist es natürlich nichts.

    Ich konnte am Freitag eine ausführliche Runde mit der CRF 250 Rally drehen (Foto ist auf dem Kandel oberhalb von Waldkirch).


    Optisch ein Knaller, technisch eine verfeinerte CRF 250 L. Ich kann natürlich nur den Vergleich zur 2016er CRF 250 L ziehen - gut möglich, dass das 2017er-L-Modell in gleicher Weise wie die Rally überarbeitet worden ist.


    Die wichtigsten beiden Verbesserungen aus meiner Sicht: Die Federung ist im Vergleich zur 2016er CRF deutlich harmonischer und feinfühliger abgestimmt. Während die 2016 teils recht hölzern über Asphaltflicken und Schlaglöcher gepoltert ist, sind diese Dinge im Sattel nun wesentlich weniger wahrnehmbar. Es ist zwar nicht der sänftenartige Fahreindruck der AT, aber zwischen beiden liegen auch 7000Euro. Zudem wurde der Motor überarbeitet, die geringe Mehrleistung ist in der Tat über das ganze Drehzahlband spürbar. Im niedrigen Bereich hackt der Motor nicht mehr so früh wie früher. Dies macht sich insbesondere beim langsamen Abbiegen im 2. oder 3. Gang sowie beim Herausbeschleunigungen aus dem Ort (50km/h, 5.Gang) sehr positiv bemerkbar. Allgemein ist schaltfauleres Fahren möglich. Zudem zieht der Motor ab 6.000 U/Min nun noch fühlbar stärker durch. Dadurch fühlt er sich nicht mehr ganz so nach Elektromotor an wie zuvor, als der Motor völlig linear bis zum Begrenzer beschleunigte. Weiterhin habe ich positiv bemerken können, dass sie etwas flotter auf Höchstgeschwindigkeit ist. Dauertempo 120km/h geht problemlos, dabei liegt sie stabil. Die kleine Scheibe funktioniert hervorragend. Mit 1,88m habe ich keinen Winddruck auf dem Oberkörper (weniger als auf der NC mit Palmer und Originalwindschild) und sehr tolerierbare Verwirbelungen um den Helm.


    Für den Aufpreis von gut 1000Euro zu Standard-CRF bin ich mit dem Gebotenen aber nur durchschnittlich zufrieden. Ich meine Honda hätte etwas an Bling-Bling sparen und dafür praxisgerechter konstruieren können. Grundsätzlich würde ich die kleine CRF bedenkenlos als Weltreisemotorrad empfehlen: der Motor ist ausreichend kräftig und standfest, das Fahrwerk schluckt alles, der Windschutz ist klasse, 150kg führen auch nicht zu Kopfzerbrechen, wenn sie mal umfällt. Nur: wer braucht Voll-LED? Und weshalb ist der Tank nur auf 10l gewachsen? Bei Verbräuchen um 2,8l könnten mit einem 15l oder gar 20l-Tank riesige Reichweiten realisiert werden. Weshalb immer noch der billige Stahlrohr- und kein Aluminiumlenker? Weshalb immer noch die unbequeme Standard-Sitzbank, weshalb keine bessere Grundlage für die Gepäckbefestigung, weshalb Kunststoffschildchen als Handprotektoren und keine mit Metallkern, usw.?


    Fazit: die Verbesserungen im Detail zur 2016er CRF sind spürbar, aber nur im direkten Vergleich. Es ist eine Evolution, keine Revolution. Wer schon eine CRF hat, der braucht - außer aus optischen Gründen - nicht zu wechseln. Wenn Honda noch an ein paar Details arbeiten würde und sich zu einem 450er-Motor durchringen könnte, dann wäre sie Nr. 1 auf der Liste "Haben Wollen".


    Wichtig ist, dass dir nichts passiert ist.


    Mich hat es im letzten Sommer nach 14Jahren auf dem Motorrad das erste Mal erwischt. Im Urlaub mit der CRF 250 L ein paar km nördlich von Monaco. Die Straße war nur leicht feucht - aber wohl schmierig, weil es vorher lange trocken war - und ich daher recht langsam mit vllt. 40Km/h durch eine recht langgezogene Rechtskurve bergauf unterwegs, als mir plötzlich das Hinterrad weggerutscht ist. Angefühlt hat es sich wie Zeitlupe. Ich bin auf der Gegenfahrbahn zum Stehen gekommen - Gott sei Dank ohne Verkehr - und die CRF wurde von einem kleinen Holzzaun aufgehalten. Dahinter ging es ein paar Dutzend Meter recht steil runter. Nur ein paar Sekunden nachdem ich zu Sturz gekommen war, hat schon ein Vorbeifahrender angehalten und wir haben gemeinsam die CRF unter dem Holzzaun hervorgezogen und wieder auf die Straße gestellt. Erster Eindruck: Mist, Lenker schief, Urlaub vorbei, wie komme ich jetzt nach Hause?


    Nur 100m weiter war ein kleiner Parkplatz, da bin ich hingefahren und habe Schäden begutachtet. Glücklicherweise fast nichts: Handprotektoren sowie die quer auf den Gepäckträger gebundene Gepäckrolle haben den Sturz abgefangen, der schiefstehende Lenker rührte von der Gabel her, die sich etwas verwunden hat. Ich habe mich einfach vor´s Motorrad gestellt, Vorderrad zwischen die Beine geklemmt und mit einem kurzen Ruck war alles wieder gerade. Dann erst habe ich mich beschaut - schon seltsam, dass man immer zunächst ans Motorrad denkt - und festgestellt: zum Glück habe ich auch bei 40Grad im Schatten Schutzkleidung an, nicht wie die vielen anderen Fahrer, die mir mit kurzen Hosen und ohne Handschuhe entgegen gekommen sind. Hose in Höhe Knie kaputt, ebenso die Jacke im Schulter- und Armbereich, Stiefel (Bundeswehrstiefel) und Handschuhe i.O, fahre ich heute noch. Auf dem Parkplatz habe ich alles mit Panzertape zusammengeflickt und bot damit abends auf dem Campingplatz einen sicherlich "interessanten" Anblick.


    Was mir geholfen hat im Nachhinein: ich konnte und musste gewissermaßen gleich nach dem Sturz weiterfahren, konnte mir also nicht ausmalen, was alles hätte passieren können, sondern konnte das negative Erlebnis direkt wieder mit positiven Erfahrungen, die das Vertrauen in mich und das Motorrad wieder wachsen lassen, "auffüllen".

    Ich behaupte ja nicht, dass es unmöglich ist. Es gibt durchaus Fälle. Aber wenn jährlich in ganz Deutschland im Schnitt 5-10Personen jährlich vom Blitz erschlagen werden, d.h. ein Risiko von vllt. 1:10.000.000, dann stelle ich mir schon die Frage, ob ich dieses Lebensrisiko nicht eingehe.


    Diese Argumentation könnte man beliebig weiterführen mit der allgemeinen und sicher viel höheren Unfallgefahr im Haushalt, auf Arbeit, in der Freizeit oder im normalen Straßenverkehr. Ich bin bislang auf dem Rad vier mal fremdverschuldet von Autos angefahren worden - sicherlich auch oberhalb der durchschnittlichen Wahrscheinlichkeit. Aber sicher höher, als vom Blitz getroffen zu werden. Leben heißt nun mal auch Risiko - sonst müsste ich ja den ganzen Tag in einem stillen Zimmer sitzen.

    Absolut. Den 400er Burgman finde ich auch klasse (übrigens auch das erstaunlich agile 650er Dickschiff). Nur: für die Spaßrunde ausschließlich auf Asphalt hat er mir zu wenig Kraft.


    Gerade hier im Hochschwarzwald gibt´s schon einige steile Straßen - und Unmengen vorsichtiger und bummelnder Touristen. Bummeln mache ich auch hin und wieder. Aber wenn ich auf einer kurzen Geraden bergauf mal schnell vorbei möchte, dann wären die 31PS etwas wenig.


    Das ultimative "Mädchen für Alles" gibt´s halt nicht.

    Ich pendele auch jeden Tag mit der X, nur 12km, davon die Hälfte Schnellstraße. Gerade wenn es früh recht kalt ist, vor allem aber wenn es regnet würde ich mir auch mehr Wetterschutz - insbesondere für die Füße und Beine - wünschen. Weil ich nicht zwei Fahrzeuge möchte, habe ich mir daher auch den Integra intensiv angeschaut und Probe gefahren. Auf dem Papier das Beste aus zwei Welten, in der Praxis hat mir die inaktive Sitzposition überhaupt nicht behagt. In der Abwägung habe ich mich daher dafür entschieden, dass ich die Nachteile beim Wetterschutz für die rel. kurze Arbeitsstrecke in kauf nehme und X fahre.


    Ein Roller reizt mich dennoch immer wieder mal. Wenn ich nur in der Stadt oder nahen Umland unterwegs wäre und keine Ambitionen für weite Ausfahrten oder Urlaub hätte, dann wäre der SH150 auch Favorit. So kann die X meine Pendelbedürfnisse mit Abstrichen erfüllen und ich stecke das gesparte Geld in Touren.

    Ich kann die Entscheidung des TE gut nachvollziehe. Ich hatte mal einen Vision 110 als Werkstattersatz. Zunächst war ich "not amused" , hatte ich mir doch einen schönen Vorführer und richtiges Motorrad erhofft. Aber schon das Aufsetzen vermittelte ein fahrradähnliches Gefühl, so leicht und handlich hat er sich angefühlt. Obwohl ich nur hätte 5km von und zur Werkstatt hätten fahren müssen, bin ich an diesem Tag noch über 50km durch die Stadt und das nahe Umland gedüst. Hat unglaublich viel Spaß gemacht. Einen Roller, so handlich und dazu noch einen Tick flotter, könnte ich mir auch vorstellen.

    Hinterradabdeckung bringt ein bißchen was gegen vollgesaute Dämpfer (daher habe ich einen von Givi), Spritzschutz für den Rücken liegt aber bei Null. Meine erste 2015er NC X hatte ab Händler ein kurzes Heck, das war eine Sauerei. Jetzt mit der 2016er sowie dem Topcase-Halter kommt am Rücken nur noch wenig an. Bin relativ zufrieden, da hat Honda nachgebessert. Wenngleich: wenn ich an die CRF 250 L denke. Da bin ich durch Matsch gepflügt und sowohl Dämpfer, als auch Rücken waren trocken. So würde ich mir das bei der X auch wünschen.


    Vor einiger Zeit wurde hier auch mal eine Hinterradabdeckung von Givi a la GS 1200 gepostet. Aber online finde ich die nicht mit Preisen. Ggf. würde die auch noch einen positiven Effekt bringen.