Zitat von sepp-t
Hier kann ich Dir uneingeschränkt nur Recht geben. Nur dass laut Partei-und Wahlprogramm die AFD daran weder etwas ändern kann noch will.
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Dass der Kapitalismus sich allmählich seiner Dämmerung nähert, wissen wir nicht erst seit dem Ende des großen Wachstums Anfang der 70er Jahre und der seither mehr oder weniger anhaltenden Stagnation, sondern seit es das "Kapital" von Marx zu lesen gibt. Menschen werden als Arbeitskräfte nach und nach überflüssig und mehr und mehr führen unproduktive, schlecht bezahlte "Hilfs-" oder "Diensttätigkeiten" aus. Die Grenzen des Wachstums sind schon lange bekannt und werden nur immer weiter pseudohaft ausgedehnt, um das System Kapitalismus am Laufen zu halten. Reale Produkte sind so unglaublich billig, dass sich deren Herstellung für den Einzelnen kaum lohnt und sich der Handel mit virtuellen Produkten (Geld, Software, Copyright-Rechte) wesentlich mehr lohnt.
Das führt zu den bekannten Verwerfungen und zur immensen Bereicherung derer, die den aktuellen Zustand für sich zu nutzen wissen (z.B. Trump).
Seit ich bewußt wirtschaftliche Vorgänge wahrnehme, ist mir klar, dass wir auf der letzten Party auf dem Vulkan tanzen.
Aber was ist die Alternative? Es gibt im Augenblick keine. Erstens, weil alle alternativen wirtschaftlichen Ansätze gezeigt haben, dass sie noch schlechtere Ergebnisse liefern und zweitens - und das ist der wichtigere Grund - dass eine alleinige Reform, die auf nur manche Länder/Gebiete auf diesem Planeten begrenzt ist, desaströs endet. Entweder, es gibt eine globale Umstellung auf nachhaltiges Wirtschaften, mit strenger Regulierung zur Vermeidung bekannter Exzesse oder jeglicher lokale Alternativansatz muß sich per Zaun oder besser Mauer von den anderen Wirtschaftsräumen schützen und ist damit von Anfang an ist zum Scheitern verurteilt.
Ja, wir haben ganz erhebliche Probleme mit unserem Wirtschaftssystem.
Die neoliberalen-Ansätze von Trump oder AfD würden aber genau diese Probleme noch erheblich verschärfen.
Zitat von sepp-t
Stimmt
Nur stellt das für die AFD auch keine qualitative Rechtfertigung dar.
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Mir ist weiterhin nicht eingängig, wie die Veränderung der Gesellschaft und des Staates in Richtung autoritärer, völkischer, intoleranter, unfreier, homogener, weißer, einheitlicher, ein Beitrag zur Behebung von grundsätzlichen Problemen des Wirtschaftssystems sein soll.
Meiner Meinung ist das der völlig falsche Kampfschauplatz auf den sich viele Menschen als Ablenkung locken lassen.
Wie bei den wirtschaftlichen Verwerfungen (siehe oben) dienen diese zum Teil herbeigeredeten politischen Verwerfungen und der politische Ersatzschaukampf ausschließlich der monetären oder politischen Bereicherung derer, die den aktuellen Zustand für sich zu nutzen wissen. Es geht null um Inhalte, es geht null um Veränderung.
Trump hat sogar auf beiden spätkapitalistischen Spielfeldern (wirtschaftlich wie politisch) das System gekapert.
Solange wir uns also gegenseitig die Köpfe einschlagen, lachen sich diejenigen in's Fäustchen, die sich als Profiteure der aktuellen Dauerkrise und Kapitalismus-Endzeit, ohne Rücksicht auf Verluste (wie politische Kultur, gesellschaftlichen Frieden, ...) an materiellen und immateriellen Gütern der Gesellschaft auf Kosten der Allgemeinheit persönlich bereichern wollen.
Die AfD bietet für keine der wirklich wichtigen Felder echte Angebote.