Zitat von kleh58
Bin auf den Text von (Wedel)- Maks gespannt.
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Na, dann will ich mal...
Bin auch vor dem Gewitter zuHause angekommen. Glück gehabt.
War nett mit Euch, die Tour hat mir sehr gefallen. Wieder ein paar neue Wege entlang der Elbe.
Besonderen Dank gilt jedoch unserem Tourguide “Klaus The Ferryman”. Er hatte ja angedroht, uns den Weg über's Wasser zu führen.
Zitat von kleh58
Und ich könnte die Führung von Glückstadt nach Wischhafen übernehmen

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Gesagt, getan...
Ich habe selten so eine informative und ausführliche Überfahrt mit einer Fähre durch tropische Gewässer genießen dürfen. Die drei Stunden auf dem reißenden Strom waren zu keiner Zeit langweilig oder gar gefährlich. Wir fühlten uns alle gut betreut und beschützt. Natürlich gab es zu der geplanten Bockwurst das übliche Gedöns: Hummer, Krabben, Aal.
Selbst andere Motorradgruppen, Fahrradfahrer und Wohnmobil-Besitzer schlossen sich dem gut organisierten, in zwei Sprachen gehaltenem, Programm während der Passage an und klebten förmlich an den Lippen von Klaus. Bereitwillig folgten sie der Führung durch den riesigen Maschinenraum, obwohl der von tosendem Lärm und stinkigem Öl getränkt war. Das Glas Champagner, das wir jeder am Eingang bekamen, war aus dem gerühmten Elb-Nano-Quartzsand gebrannt, so dass uns allen der Staub der Kohleöfen egal war. Hauptsache, wir waren gut drauf…
Auch der dann folgende kulturelle Teil der Tour war informativ und faszinierend zugleich. Der Spiegelsaal und der angrenzende “Käptain’s Table-Room” mit der einzigartigen Schiffsgothik war interessant und kam bei allen Zuschauern sympathisch rüber. Selbst die Harley-Fahrer wussten, dass Gothik kein Motoröl ist, sondern eine Firma für Kunststofffenster. Spätestens hier wurde uns allen klar: Die Überfahrt hat sich gelohnt.
Wer mit an Bord war, wird den Tag im Bauch des riesigen Schiffes so schnell nicht vergessen. Ein wahrer Koloss, diese schwimmende Stadt. Und obwohl das Wetter draußen der Knaller war, wollten wir fast gar nicht mehr raus aus den wunderbaren Räumen mit all den wunderbaren Kunstwerken, zu denen Klaus immer eine ausführliche und wunderbare Erklärung hatte.
Absolutes Highlight jedoch war der Besuch auf der Brücke. Hier kam das fachmännische Wissen von unserem Tourguide besonders zum Vorschein. Dank seines “Großen Seemannspatentes zum Fluss” (gilt auch für die Unterelbe…) waren wir zu jeder Zeit sicher vor Sandbänken, Wasserfällen oder Untiefen, die sich in der Vergangenheit an ähnlichen Stellen zu tödlichen Strudeln entpuppten. Auch der Kollisionskurs mit einer Barkasse wurde souverän gelöst, indem wir alle “die linke Hand zum Gruß” zeigten und somit das feindliche Schiff vertreiben konnten (Die HarleyFahrer warfen noch ein paar Putztücher hinterher).
Die Brücke, mit all den Gerätschaften, Instrumenten, Kettenspraydosen und leeren Kaffeebechern, war extra für die Tour frisch gestrichen. Man roch noch ein wenig die Farbe (Das wäre auch mein einziger Kritikpunkt).
Von hier schaffte es “Klaus The Ferryman” ohne Anstrengung, in weiter Ferne das andere Ufer als das zu erkennen, was es war: NIEDERSACHSEN. Seine geografischen Kenntnisse waren die besten weit und breit und man tat gut daran, am Ende ein saftiges Trinkgeld zu hinterlegen, damit er beim nächsten Mal wieder dabei sein wird.
Leute, ich hab's genossen. 